Zunächst liefen die Friedensgespräche lange Zeit harzig, doch dann einigten sich die USA, Israel, Libanon und Iran auf eine Feuerpause. Iran öffnet daraufhin Strasse von Hormus «für alle Schiffe». Somit rückt ein Kriegsende näher. Der Erdölpreis näherte sich wieder dem Niveau vor Kriegsausbruch. Die Aktien erholten sich kräftig.
Der gestiegene Erdölpreis hat jedoch noch längere Nachwirkungen. Die Luftfahrtbranche leidet unter extremer Knappheit, durch Lieferverzögerungen bei neuen Flugzeugen (Airbus/Boeing) und steigende Kerosinpreise. Teile der Lufthansa-Gruppe, Ryanair und SAS sowie andere Airlines müssen Flüge streichen oder Flugzeuge am Boden lassen.
Die US-Regierung beginnt ab Mitte/Ende April 2026 mit der Rückerstattung von unrechtmässig erhobenen Zöllen in Höhe von insgesamt USD 166 Mrd. Dieses Verfahren betrifft Zölle, die auf der Grundlage der Notstandsgesetzgebung verhängt und vom Supreme Court für ungültig erklärt wurden. Auch Schweizer Firmen sind betroffen (Swatch, Victorinox u.a.).
Die Hypothekarzinsen in der Schweiz zeigen 2026 wieder leicht nach oben, wobei 10-jährige Festhypotheken oft zwischen 1.5 und 2.0 % liegen. Gründe sind höhere Kapitalmarktzinsen, getrieben durch und geopolitische Verwerfungen, die höheren Ölpreise und Inflationserwartungen. Saron-Hypotheken (Geldmarktkredite) sind diesmal stabiler bei Zinsänderungen.
Der Bundesrat will Wohnraumverknappung bekämpfen und das Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (Lex Koller) verschärfen. Er will den Wohnungskauf für Drittstaatsangehörige (ausserhalb der EU) erschweren. Zudem soll jeder Kauf von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland bewilligungspflichtig werden.
Die Schweiz zahlte während der Corona-Pandemie rund 1 Milliarde US-Dollar für Covid-Impfstoffe von Moderna und Novavax. Jetzt veröffentlichte das BAG die Verträge – nach jahrelangem Streit und einem Gerichtsurteil.
Unternehmensnachrichten
Helvetia Baloise hat bekanntgegeben, dass 1. Ersten Quartal nochmals 1'000 Mitarbeitende entlassen worden seien oder selbst die Kündigung eingereicht hätten. Bis Ende 2028 rechnet das Unternehmen mit dem Abbau von insgesamt 2'000 bis 2'600 Vollzeitstellen. Gleichzeit hat die Gesellschaft ihre ersten konsolidierten Zahlen seit der Fusion bekannt gegeben.
Der Industriekonzern Sulzer verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang des Bestellungseingangs um 16% auf CHF 853 Mio., was vor allem an Schwächen in der Division Chemtech lag. Trotz der Ergebnisse unter den Erwartungen rechnet das Management mit einer deutlichen Belebung der Aufträge in der zweiten Jahreshälfte.
Der private Equity Spezialist Partners Group verzeichnete im ersten Quartal 2026 trotz Marktturbulenzen einen positiven Neugeldzufluss von USD 8.3 Mrd. und bestätigte seine Jahresprognose von USD 26 bis 32 Mrd. an Kapitalzusagen. Dies führte zu einer markanten Erholung des Aktienkurses.
Der Bauchemiekonzern Sika hat im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 7% auf CHF 2.49 Mrd. verzeichnet. In Lokalwährungen wäre der Umsatz um 0.9% gewachsen. Für 2026 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Umsatzplus in Lokalwährungen. Die Ebitda-Marge soll auf 19.5 bis 20% steigen.
Der Röntgenröhren- und Hochfrequenzspezialist Comet hat im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 4.5% auf CHF 106.3 Mio. verzeichnet. Der Auftragseingang lag hingegen fast ein Viertel höher als im Vorjahresquartal. Für 2026 rechnet das Management mit einem Umsatz und einer bereinigten Ebitda-Marge über den Vorjahreswerten.
Die Industriegruppe Cicor hat im ersten Quartal CHF 160.7 Mio. und damit 22.6% mehr umgesetzt. Der Auftragseingang betrug CHF 196,4 Mio. (+56,1%). Die Umsatzprognose von 700 bis 750 Mio. wird bestätigt. Der Ebitda soll im Bereich von CHF 70 bis 80 Mio. liegen.
Der Schokoladenkonzern Barry Ballebaut musste im ersten Geschäftshalbjahr 2025/26 einen Volumenrückgang von 6.9% auf über 1 Mio. Tonnen hinnehmen. Der Ebit fiel 4.2% auf 310,9 Mio. Per Saldo blieb ein Gewinn von 108.9 Mio., zwei Drittel weniger als in der Vorjahresperiode. Im Gesamtjahr erwartet Barry Callebaut jetzt 1 bis 3% weniger Verkäufe.
Neuling Centiel überrascht mit gelungenem Börsenstart – die Aktien des Anbieters von unterbrechungsfreier Stromversorgung waren am Freitag im frühen Handel stark gefragt.
Aussichten
Trotz Entspannung zwischen den USA, Israel und der arabischen Welt sind noch viele Probleme ungelöst. Nicht einmal der Waffenstillstand ist sicher. Die Schockwellen und die Schäden der Ölpreiserhöhung sowie des nachfolgenden Inflationspotenzials sind noch nicht abschätzbar. Zurzeit läuft die Zeit der Generalversammlungen. Mit 2025 sind viele Unternehmungen zufrieden. Es gibt auch zahlreiche Dividendenerhöhungen. Weitere Zukunftsprognosen sind anspruchsvoll. Die Geldpolitik der Notenbanken (Leitzinsen) nimmt vorläufig auch eine abwartende Haltung ein. Die gegenwärtige Börsenerholung nach Ostern ergibt nach den Rückschlägen im März wieder eine gute Basis für die Zukunft.