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Kolumne
14.03.2026
13.03.2026 23:35 Uhr

Börse: Erdöl steigt, Aktien sinken

Börsenanalyst Christopher Chandiramani zu den gegenwärtigen Aussichten: «Insgesamt bleiben Weltlage und Börsen labil.»
Börsenanalyst Christopher Chandiramani zu den gegenwärtigen Aussichten: «Insgesamt bleiben Weltlage und Börsen labil.» Bild: Linth24
Sorgen einer Irankonflikt-Ausweitung und Öl-Preisanstiege belasteten die Börsen, ferner Dividendenabgänge der Schwergewichte Novartis und Roche. SMI minus 2 Prozent: 12'839 Punkte.

Die Industrieländer beschlossen die grösste Freigabe von Ölreserven der Geschichte. Die Blockade der Ölexporte am Persischen Golf durch den Iran verknappt die weltweite Versorgung. Über dreissig Staaten wollen ein Drittel ihrer Notreserven auf den Markt geben, um den Preisanstieg zu bremsen. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) mitteilte, werden insgesamt 400 Millionen Barrel (zu 159 Liter) Öl bereitgestellt. Damit soll die Versorgung gesichert werden.

Die USA erlauben vorübergehend den Kauf von russischem Erdöl und wollen wegen der gestiegenen Preise die Sanktionen lockern. Nun wird 30 Tage lang der Handel von russischem Öl bewilligt, das sich bereits unterwegs auf Schiffen befindet.

Die Annahme des Gegenvorschlags zur Bargeldinitiative (abgestimmt am 8. März) verankert die Bargeldversorgung und den Schweizer Franken als Landeswährung explizit in der Bundesverfassung. Dies festigt die Rolle der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bei der Bargeldbereitstellung, jedoch ohne Bargeldannahmepflicht im Zahlungsverkehr.

Die Anzahl der Milliardäre weltweit erreicht neue Höchststände, angetrieben durch den Tech- und KI-Boom an den Börsen und die Vermögenszuwächse. Laut Forbes-Liste 2026 gibt es 3'428 Milliardäre (400 mehr als im Vorjahr), wobei Elon Musk mit über 800 Mrd. USD an der Spitze steht. Das Gesamtvermögen der Superreichen ist seit 2020 inflationsbereinigt um 81% gestiegen.

Der Bundesrat gibt die Botschaft über die EU-Verträge ins Parlament. Nach den Parlamentsberatungen entscheidet das Volk.

Unternehmensnachrichten

An der GV vom 10. März haben die Aktionäre von Roche beschlossen, die Genussscheine (GS) abzuschaffen und in Partizipationsscheine (PS) umzuwandeln. Mit dem Umtausch von GS in PS sinkt überdies der Nennwert der Inhaberaktien von 1 Franken auf ebenfalls 0.1 Rappen. Roche zahlt infolge dieser Nennwertreduktion etwas über 100 Millionen Franken an die Inhaberaktionäre aus. Der letzte Handelstag der Genussscheine an der Schweizer Börse SIX ist der 16. März 2026. Der erste Handelstag der Partizipationsscheine wird der 17. März sein. Die PS erhalten eine neue ISIN-Nummer CH1499059983, eine neue Valoren-Nummer 149'905'998 sowie ein neues Tickersymbol («ROP»).

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit steigerte den Betriebsgewinn 2025 um 2% auf CHF 931 Mio., wobei eine Werkschliessung die Marge auf 29.4% leicht drückte. Trotz eines stabilen Reingewinns von CHF 598 Mio. wird die Dividende zum fünfzehnten Mal in Folge auf nun CHF 12.90 erhöht. Für 2026 erwartet das Management ein leichtes Wachstum in Europa, getragen durch das solide Renovationsgeschäft.

Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli bleibt erfolgreich. Der Betriebsgewinn erhöht sich 2025 um 9.8% auf CHF 971 Mio. Der Reingewinn stieg um 8.1% auf CHF 726.7 Mio. Das Ergebnis ist besser als vom Markt erwartet. Die Dividende soll markant zunehmen, für die Namenaktien um 300 auf CHF 1800 und für die PS um 30 auf 180 CHF. Den Umsatz hatte Lindt & Sprüngli schon im Januar gemeldet. Dieses Jahr soll das innere Wachstum 4-6 Prozent erreichen.

Der Energiekonzern BKW musste 2025 wegen einer Wertberichtigung auf einem Kohlekraftwerk in Deutschland einen Gewinneinbruch hinnehmen: Der Reingewinn fiel um 40% auf CHF 387.9 Mio. der Ebit sank um 29% auf CHF 561 Mio. während die Gesamtleistung auf CHF 4.54 Mrd (-4,8%) zurückging. Bereinigt lag der Betriebsgewinn bei 674.6 Mio. (-14.6%). Dennoch soll die Dividende auf CHF 3.80 je Aktie steigen. Für 2026 erwartet BKW einen Ebit von CHF 650 bis 750 Mio.

Der Lebensversicherer Swiss Life verbesserte den Betriebsgewinn im Geschäftsjahr 2025 leicht um 2% auf CHF1.83 Mrd., während der Reingewinn stabil bei CHF 1.26 Mrd. verblieb. Trotz eines stagnierenden Gebührengeschäfts profitieren die Aktionäre von einer Dividendenerhöhung auf CHF 36.50 je Aktie. Im Rahmen der Strategie «Swiss Life 2027» strebt der Konzern eine weitere Verbesserung der Gewinnqualität an, sowie eine Eigenkapitalrendite zwischen 17 bis 19%.

Der Spezialist für elektronische Anwendungen Huber+Suhner meldet für das vergangene Jahr einen 4.9% höheren Betriebsgewinn (Ebit) von CHF 90.8 Mio. Der Gewinn steigt 3.6% auf CHF 74.9 Mio. Die Dividende soll um CHF 0.1 auf 2.00 erhöht werden. Der Umsatz wurde bereits im Januar publiziert, er soll dieses Jahr mindestens 10% steigen.

Aussichten

Seit über einem Jahr beherrscht die US-Aussenpolitik die Welt und dominiert ebenfalls die Aktienmärkte, zuerst mit Zöllen, jetzt zusätzlich mit Konflikten und Militäreinsätzen. Der Irankrieg wird auch unter Amerikanern immer unpopulärer, sogar einflussreiche republikanische Meinungsmacher kritisieren die Regierung hart. Steigende Energiepreise in den USA heisst auch zunehmende Kritik am Präsidenten und eine Verschlechterung der Chancen auf seine Wiederwahl. Der US-Präsident scheint sich verschätzt zu haben und hatte stets Warnungen vor iranischen Reaktionen, insbesondere die Blockade der Strasse von Hormuz, ignoriert. Gefährlich ist die Ausweitung des Krieges auf die ganze Region und ein neuerliches Aufflackern der Feindseligkeiten zwischen Libanon (Hamas) und Israel. Gewinner dieser Situation ist Russland, indem der Ukrainekonflikt in Vergessenheit gerät und Ölgeschäfte wieder möglich sind. Insgesamt bleiben Weltlage und Börsen labil.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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