Börse: US-Zollurteil und SMI-Plus
Das oberste Gericht der USA, der amerikanische Supreme Court, erklärt die Strafzölle von US-Präsident Donald Trump, die er seit vergangenem Frühjahr gegen zahlreiche Länder erlassen hatte, als rechtswidrig. Trump habe seine Befugnisse überschritten. Ein Notrecht aus dem Jahre 1977 genüge nicht als Rechtsgrundlage. Die Einführung von Importzöllen könne nicht ohne Parlament beschlossen werden. Die Entscheidung fiel mit einer Mehrheit von sechs gegen drei Richterstimmen.
Die Zahl der Erwerbstätigen hat sich im vierten Quartal 2025 weiter erhöht. Gleichzeitig lag die Erwerbslosenquote über dem Vorjahreswert. Vom Schweizer Arbeitsmarkt gibt es damit weiterhin unterschiedliche Signale. Erwerbslos waren im vierten Quartal 256'000 Personen, womit die Erwerbslosenquote auf 5.0 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahr (4.4 Prozent) zu liegen kam. Insgesamt waren in der Schweiz im Q4 des letzten Jahres 5.39 Mio. Personen erwerbstätig (+0.1%), wie das statistische Amt (BFS) in seiner vierteljährlich publizierten Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake) schreibt.
EZB-Chefin Christine Lagarde könnte noch vor Ablauf ihrer Amtszeit zurücktreten. Es wird spekuliert, dass die oberste Notenbankerin der EU schon vor Ende 2027 zur Leitung des Leitung WEF wechseln könnte.
Hypothekarschuldner finden wieder attraktive Angebote für Festhypotheken. Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken sind infolge des starken Frankens auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gesunken.
Unternehmensnachrichten
Der Pharmariese Roche plant, die Genussscheine (GS) in der Schweiz durch Partizipationsscheine (GS) zu ersetzen, um die Kapitalstruktur zu modernisieren. Der Tausch, vorbehaltlich der Zustimmung auf der GV am 10. März 2026, erfolgt im Verhältnis 1:1, wobei die neuen PS ökonomisch gleichwertig (Dividende etc.) sind und an der Börse SIX kotiert bleiben.
Der Baustoffkonzern Amrize (von Holcim abgespalten) hat den Umsatz 2025 um 0.9 Prozent auf USD 11.8 Mrd. erhöht. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um USD 5.5 Prozent auf 3 Mrd. die entsprechende Marge betrug 25.5 Prozent. Das Unternehmen erzielte einen Gewinn von USD 1.19 Mrd. (–7%). Die Aktionäre erhalten eine Dividende von USD 44 je Aktie und eine Sonderdividende von ebenfalls USD 0.44. 2026 will das Management bei Umsatz und Ebitda zulegen. Zudem hat der Verwaltungsrat einem Aktienrückkaufprogramm zugestimmt. Der Aktienkurs stieg nach der Publikation um 13%.
Der Telecomkonzern Sunrise hat 2025 einen Umsatzrückgang von 1.1 Prozent auf CHF 2.98 Mrd. bekannt gegeben. Der Betriebsgewinn stieg um 0.9% auf CHF 1.01 Mrd., die Marge blieb bei 33.8%. Der Reinverlust betrug CHF 108.5 Mio., der bereinigte Free Cashflow hingegen CHF 379.7 Mio. Die Dividende steigt auf CHF 3.42 je Aktie (Vorjahr: 3.33), trotz Verlust.
Der Nahrungsmittelkontern Nestlé ist 2025 organisch um 3.5 Prozent gewachsen. Im vierten Quartal betrug das organische Wachstum 4 Prozent. Der Umsatz für das Gesamtjahr sank um 2 Prozent auf CHF 89.5 Mrd., wovon 16.1% Betriebsgewinn sind. Die Dividende steigt um 5 Rp. auf CHF 3.10 je Aktie. Nestlé will sich künftig auf vier Kernbereiche konzentrieren: Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit. Der Verwaltungsrat von Nestlé wird neue Mitglieder wählen. Zur Wahl an der GV vom 16. April steht auch der frühere Nationalbankpräsident Thomas Jordan.
Die Zurich-Versicherungs-Gruppe hat 2025 mit einem Betriebsgewinn von USD 8.86 Mrd. (+14%) und einem Reingewinn von 6.80 Mrd. (+17%) alles Rekordwerte erzielt und die Erwartungen übertroffen. Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von CHF 30 je Aktie (+2). Treiber waren tiefere Schadenlast und Preiserhöhungen im Schaden- und im Unfallversicherungsbereich,
Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika verzeichnete 2025 aufgrund von Währungseffekten, Marktschwäche in Asien und den USA sowie Einmalkosten für das Effizienzprogramm «Fast Forward» einen Umsatzrückgang um 4.8% auf CHF 11.2 Mrd. und einen Gewinneinbruch um 16.2% auf 1.05 Mrd. Trotz der gesunkenen Profitabilität und einer Ebitda-Marge von 18.4%, nach 19.3% im Vorjahr, wird die Dividende um 10 Rappen auf 3.70 Pranken pro Aktie steigen.
Aussichten
Der amerikanische Supreme Court hat eine der zentralen Wirtschaftsmassnahmen von US-Präsident Donald Trump gestoppt: Strafzölle auf Basis eines Notstandsgesetzes sind unzulässig, verfassungswidrig. Das Urteil ist grundsätzlich gut (positiv aus Schweizer Sicht) und gilt als richtungsweisend für die Machtbegrenzung des Präsidenten in der Handelspolitik. Die Konsequenzen können aber noch nicht abschliessend beurteilt werden. Rückzahlungen kommen kaum in Frage, da der US-Staat das Geld nicht hat. Ob der US-Präsident neue Ideen hat, ist nicht bekannt, beispielsweise Richter auswechseln oder neue Gesetze erfinden und beschliessen – Zölle nach Sektoren anstatt nach Ländern usw. – und in Kraft setzen. Aber vermutlich hat alles auch Auswirkungen auf die Aussenpolitik. Einige Beobachter erwarten eine Ausweitung des Konflikts mit dem Iran.
Berichtssaison: Zahlreiche Firmenabschlüsse für 2025 gefallen den Investoren, insbesondere die Dividendenerhöhungen. Die höchsten Ausschüttungen haben die Versicherungen, teilweise 5 Prozent Dividendenrendite oder höher.