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Kolumne
07.02.2026
07.02.2026 11:56 Uhr

SMI-Rekord trotz Börsen-Talfahrt

Für Christopher Chandiramani zeigen die jüngsten Börsen-Korrekturen, dass Rekordentwicklungen auch abrupt unterbrochen werden können.
Für Christopher Chandiramani zeigen die jüngsten Börsen-Korrekturen, dass Rekordentwicklungen auch abrupt unterbrochen werden können. Bild: Linth24
Vergangene Woche stürzten US-Techwerte, Edelmetalle und Kryptos ab. Aber europäische Aktien blieben davon verschont: SMI plus 2.4 Prozent mit 13'503 Punkten knapp auf Allzeithoch.

Ein Börsenbeben vernichtet USD 300 Mrd. in wenigen Stunden. Ein neues Zusatztool von Anthropic für KI und Software für die Justiz löste an den US-Börsen eine Verkaufswelle aus. Speziell stiegen Ängste bezüglich eines möglichen zukünftigen Preiszerfalls bei der KI- und Softwareentwicklung – wo bisher die grössten Gewinner des Booms waren.

Erst kürzlich erlebten Edelmetalle wie Silber und Gold eine raketenhafte Aufwärtsbewegung. Spekulation, geopolitische Spannungen und wachsende Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank trieben die Preise in Höhen. Der Silberpreis kollabierte und hat die Hausse binnen Stunden zunichte gemacht – ein Einbruch von über 16 Prozent. Der Silber-Crash riss auch Gold und andere Edelmetalle mit sich nach unten.

Der Bitcoin-Preis rutscht seit dem Herbst 2025 permanent ab. In der Nacht auf Freitag ist die Marke zeitweise unter 60'000 US-Dollar gefallen. Am Freitagmorgen erholte sich die bekannteste Kryptowährung wieder und stieg auf rund 65'000 Dollar. Innert kurzer Zeit hat sich der Wert damit halbiert. Alle Kryptos schwanken stark. Im Oktober lag der Bitcoin bei 125'000 US-Dollar – ein Rekordstand. Die Branche spricht von einem «Krypto-Winter». Auch viele andere dieser Währungen verloren an Wert; beispielsweise Ethereum und Solana usw.

Der Einkaufsmanagerindex PMI für die Dienstleistungsbranche verharrte im Januar auf dem Vormonatswert von 53.8 Punkten.⁠ Das Barometer tendiert jedoch deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Der Schweizer Einkaufsmanagerindex legte im Januar um 2.4 auf 48.8 Punkte zu, verharrt aber weiterhin unter dem Durchschnitt.

Die Schweizer Arbeitslosenquote steigt im Januar 2026 leicht auf 3.2%. Der Anstieg ist aber durch saisonale Faktoren begründet. Das waren 5'005 Personen oder 3.4% mehr als im Dezember und über 12% mehr als im Januar 2025.

Unternehmensnachrichten

Glencore und Rio Tinto fusionieren nicht. Die beiden Bergbauriesen verzichten und meinen, eine Einigung bringe keinen Mehrwert für die Aktionäre.

Dir Zürcher Kantonalbank ZKB (nicht kotiert) steigert den Gewinn im Jahre 2025 deutlich. Die Ausschüttung an den Kanton Zürich und die Gemeinden wird weiter angehoben. Der Geschäftserfolg, als Mass für die operative Leistung, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6.0 Prozent auf CHF 1.35 Mrd. Nach Steuern bleibt ein Gewinn von CHF 1.24 Mrd., was einem Plus von 10.8% entspricht.

Die Zuger Kantonalbank steigert ihren Gewinn 2025 um 7.1% auf CHF 131,1 Mio., getragen durch ein starkes Anlagegeschäft und einen Zins-Sondereffekt. Anleger profitieren von einer höheren Dividende von CHF 230. Die Aussichten für 2026 sind jedoch gedämpfter. Wegen des Wegfalls von Einmaleffekten und der Nullzinspolitik der SNB wird mit Zukünftig stagnierenden Erträgen und Gewinnen gerechnet.

Auch Ems-Chemie kündigt eine Dividendenerhöhung an. Einem Umsatzrückgang steht eine Steigerung der Profitabilität gegenüber und erlaubt eine höhere Ausschüttung. Ems-Chemie hat 2025 CHF 1.95 Mrd., währungsbereinigt 2.4% weniger, umgesetzt. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte hingegen 5.2% auf CHF 567 Mio. zu. Der Reingewinn stieg um 1.2%. Die Dividende soll von CHF 17.25 auf 18.40 angehoben werden.

Novartis meldet einen Gewinn von USD 17.4 Mrd. im vergangenen Jahr, 11% mehr als im Jahr 2024. Die Dividende steigt um 20 Rp. auf 3.70. Für 2026 wird ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich angestrebt.

Die Grossbank UBS steigert ihren Gewinn auf USD 7.8 Mrd. – Ermotti kündet weiteren Stellenabbau an. Die Dividende wird um 20 Cent auf 1.10 erhöht und es sollen Aktien im Wert von USD 3 Mrd. zurückgekauft werden. Bei der Integration der Credit Suisse sieht sich die Bank auf Kurs. Der Aktienkurs kam unter Druck durch Gewinnmitnahmen.

Zurich Versicherungen und Beazley einigen sich auf Übernahmeangebot. Die Zurich-Gruppe kommt bei der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers einen grossen Schritt weiter. Sie erhält Unterstützung von Seiten des Verwaltungsrats der Briten.

Nach der Fusion will der Versicherungskonzern Helvetia Baloise künftig unter dem Namen Helvetia auftreten.

Aussichten für 2026

Die Korrekturen bei US-Techwerten, Edelmetallen und Kryprowährungen haben gezeigt, dass Rekordentwicklungen auch abrupt unterbrochen werden können. In der gegenwärtigen Geopolitik ist grosse Volatilität keine Seltenheit. Unberechenbar ist weiterhin die US-Aussenpolitik. Trotz neuem US-Notenbankchef bleiben Zinserwartungen für 2026 dieselben. Demnächst entscheidet das höchste US-Gericht über die Rechtmässigkeit der US-Zölle. Gelöst werden muss auch das Problem der internationalen Verschuldung. Gespannt schaut man auf die Abschlusszahlen der Unternehmungen und die Prognosen. Falls es keine neuen Zollschocks gibt, kann man zuversichtlich bleiben. Vom 6. bis 22. Februar 2026 finden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Umgebung statt, nicht direkt börsenrelevant, aber mit milliardengrosser Wertschöpfung für Norditalien, teilnehmende Sportler, Ausrüster und Sponsoren.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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