Zinspause: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält zum Jahresstart ihre Leitzinsen stabil. Das Zinsniveau bleibt damit bei 3.5 bis 3.75 Prozent. Es gebe derzeit aufgrund vorliegender Wirtschaftsdaten keinen Grund für eine Senkung, sagte Fed-Chef Jerome Powell den Medien. Damit bleiben die Dollar-Zinsen weiter weit über denen der Eurozone. Die Aktienmärkte reagieren gelassen, der US-Dollar tendierte aber schwächer. US-Präsident Trump hat den früheren FED-Gouverneur Kevin Warsh (Spitzname «Inflations-Falke») als Nachfolger für Jerome Powell vorgeschlagen.
Republikaner sowie Demokraten haben sich im US-Haushaltsstreit offenbar auf eine parteiübergreifende Übergangslösung verständigt. Damit könnte ein Shutdown der US-Regierung abgewendet werden – eine finale Abstimmung im Senat allerdings steht noch aus. Die aktuelle Übergangsfinanzierung endet dieses Wochenende.
Seit Jahresbeginn hat sich der Schweizerfranken zum Euro um 0.9% und zum Dollar um 1.9% aufgewertet. Zum Franken notierte der Euro am Dienstagabend kurzzeitig auf einem Tief von CHF 0.915. Der US-Dollar notiert um 0.77 CHF.
Die Erwartungen für die Schweizer Wirtschaft haben sich im Januar gemäss dem KOF-Konjunkturbarometer zwar leicht eingetrübt. Trotz eines leichten Rückgangs bleiben sie aber günstig. Dieses fällt im Januar um 1.1 Punkte auf 102,5 Zähler. Während Gastgewerbe und Bau schwächeln, ziehen Industrie und Finanzsektor wieder an.
Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz nimmt etwas zu. Im Dezember ist in den RAV die Zahl der Stellensuchenden gegenüber dem Vormonat um 5740 auf 231'624 Personen geklettert. Das ist teilweise saisonal bedingt. Banken und Versicherungen sowie Detailhandel könnten in diesem Jahr noch weiteren Personalabbau ankündigen. KI könnte den Trend beschleunigen.
Unternehmensnachrichten
Bundesrätin Keller-Sutter hält im Streit über strengere Kapitalanforderungen für UBS an ihrem Kurs fest. In Presseinterviews weist sie die Kritik der Grossbank zurück. Die von UBS behauptete Benachteiligung im internationalen Wettbewerb halte einem Vergleich der tatsächlichen regulatorischen Mindestvorgaben nicht stand, hiess es.
Im Rahmen der Fusion von Helvetia und Baloise plant der Versicherer, die Asset-Management-Einheiten der vormals eigenständigen Gesellschaften zusammenzuführen.
Der Pharmazulieferer Lonza hat 2025 den Umsatz auf CHF 6.5 Mrd. (+19,2%) erhöht. Der Betriebsgewinn stieg auf 2 Mrd. (+24.9%), die Marge von 30.2 auf 31.6%. Es wurde ein Gewinn von CHF 909 Mio. (Vorjahr: 602 Mio.) erwirtschaftet. Eine Dividendenerhöhung wird von CHF 4 auf 5 Fr. je Aktie vorgeschlagen. Für das laufende Jahr prognostiziert Lonza ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 11 bis 12% und eine Marge von über 32%.
Der Umsatz des Pharmariesen Roche steigt 2025 um 2% auf CHF 61.5 Mrd. oder 7% zu konstanten Wechselkursen. Die Pharmasparte ist 3% gewachsen, während das Diagnostikgeschäft um 3% tiefer ist. Der Konzerngewinn liegt bei CHF 13.8 Mrd. (Vorjahr 9.2 Mrd.). Der operative Kerngewinn wächst 5%. Für 2026 erwartet das Pharmaunternehmen ein Umsatzwachstum «im mittleren einstelligen Prozentbereich» und einen Kerngewinn «im hohen einstelligen Prozentbereich». Die Dividende wird um 10 Rp. auf CHF 9.80 erhöht. Die Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt.
Der Umsatz von ABB ist im vierten Quartal um 9% auf USD 9.05 Mrd. gewachsen, der Auftragseingang gar um 32% auf 10.32 Mrd. Die Ebita-Marge verbesserte sich von 16.6 auf 17.6%. Im Gesamtjahr liegt der Reingewinn mit USD 4.73 Mrd. um ein Fünftel über dem Vorjahreswert. Für 2026 erwartet das Technologieunternehmen ein Wachstum von 6 bis 9% und eine leicht höhere Marge. Die Erwartungen wurden übertroffen. Der Aktienkurs stieg nach der Publikation um über 8%.
Der Computerzubehörhersteller Logitech hat den Umsatz im Weihnachtsquartal 2025/26 auf USD 1,4 Mrd. (+6%) gesteigert. Die bereinigte Bruttomarge nahm auf 43,5% zu. Der Gewinn stieg um ein Viertel auf 251 Mio. Fr. Damit hat Logitech die Analystenerwartungen übertroffen.
Die Swatch Group verzeichnete 2025 ein schwieriges Geschäftsjahr mit einem Nettogewinnrückgang auf CHF 25 Mio. CHF (Vorjahr: 219 Mio.) und einem Nettoumsatz von CHF 6,28 Mrd. (-1,3% währungsbereinigt). Trotz der schwachen Zahlen, bedingt durch hohe Produktionskosten zur Standortsicherung, bleibt die Dividende mit 4,50 CHF pro Aktie stabil.
Aussichten für 2026
Die USA und Trump ordnen die Weltpolitik neu. Europa ist immer mehr im «Sandwich» der Grossmächte. Trump droht allen Ländern mit zusätzlichen Zöllen, die Kuba mit Öl beliefern. Zu Sorgen Anlass gibt auch die abnehmende Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Das Risiko der internationalen Verschuldung wird als zunehmend kritisch eingestuft. Der internationale Währungsfonds IWF prognostiziert eine Zuspitzung der Situation. Die USA, China, Japan und einige EU-Staaten erhöhen die Risiken im globalen Finanzsystem. Die Rahmenbedingungen, um Geld zu investieren, bleiben insgesamt anspruchsvoll. Dividendenperlen (Schweizer Versicherungen) bleiben jedoch immer noch attraktiv.