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Kolumne
07.03.2026

Börsenabsturz wegen Nahostkrieg

Christopher Chandiramani: «Das Börsenjahr 2026 begann vielversprechend. Aber die amerikanische Politik zieht einen Strich durch die Rechnung.»
Christopher Chandiramani: «Das Börsenjahr 2026 begann vielversprechend. Aber die amerikanische Politik zieht einen Strich durch die Rechnung.» Bild: Linth24
USA und Israel starteten einen Krieg gegen den Iran, der sich ausweitete. Das Beben trifft alle Branchen und Börsenplätze. Öl und Gas teurer, SMI minus 6.5 Prozent: 13'096 Punkte.

US-Präsident Trump verkündete am letzten Tag im Februar, die Vereinigten Staaten hätten gemeinsam mit Israel Angriffe auf Iran gestartet. Ziel sei es, die iranischen Militärkapazitäten zu zerstören, den Erwerb von Atomwaffen zu verhindern und schliesslich auch das Regime zu stürzen. Der Angriff ergab auch Störungen des Flugverkehrs, weil die ganze Region des Nahen Ostens vom Ausbruch des Kriegs betroffen ist wegen Zerstörung der US-Militärstützpunkte. Hart treffen wird uns Preisexplosion von Erdöl und Gas. Die Strasse von Hormus wird gegenwärtig durch Iran blockiert. Täglich transportieren Tankschiffe rund 17 Mio. Barrel Öl entlang des Persischen Golfs – etwa ein Fünftel der weltweiten Produktion.

Chinas Wirtschaft schwächelt – und der Regierung fehlt die Kraft für neue Konjunkturpakete. Nach früheren kräftigen Wachstumsraten verliert die chinesische Konjunktur deutlich an Dynamik. Der Abschwung dürfte sich 2026 fortsetzen.

Die Inflation in der Schweiz bleibt bescheiden bei 0.1 Prozent, im Februar stabil, liegt aber am oberen Rand der Prognosen. Mieten, Flugpreise und Tourismus treiben die Preise nach oben an..

Die Schweizer Arbeitslosenquote verharrt im Februar bei 3.2 Prozent. Doch die steigende Kurzarbeit und weniger offene Stellen deuten auf eine allmähliche Eintrübung der Wirtschaft hin.

Bundespräsident Parmelin hat am Montag die neuen EU-Verträge unterschrieben. Jetzt sind Volk und Parlament am Zug.

Unternehmensnachrichten

Die Schweizerische Nationalbank SNB hat im vergangenen Jahr CHF 26.1 Mrd. verdient. Damit fällt der Gewinn noch etwas höher aus als ursprünglich angekündigt. Anfang 2026 hatte die SNB einen Gewinn von CHF 26 Mrd. bekannt gegeben. Mit dem Goldbestand erzielte sie einen Gewinn von 36.3 Mrd., auf ihren Währungspositionen machte sie hingegen einen Verlust von CHF 8.9 Mrd. Eine Dividende von CHF 15 pro Aktie soll ausgeschüttet werden.

Der Verpackungsspezialist SIG hat 2025 einen Umsatzrückgang von 2.4% auf EUR 3.25 Mrd. verzeichnen müssen. Die bereinigte Ebitda-Marge sank auf 24.2%. Der Reingewinn sank um ein Viertel auf EUR 231.1 Mio., während einmalige Aufwendungen von EUR 351 Mio. belasteten, d.h. das Gesamtergebnis rutschte ins Minus. Die Aktionäre sollen wie angekündigt auf Dividende verzichten.

Die Gesellschaft Galderma, auf Dermatologie spezialisiert, verzeichnet 2025 einen Umsatz von plus 18.1% auf USD 5.2 Mrd. Alle Regionen und Sparten trugen zum Wachstum bei. Der Ebitda steigt von USD 1.03 auf 1.2 Mrd. Die Dividende soll CHF 0.35 je Aktie betragen. Für 2026 strebt der Hautpflegespezialist ein Umsatzwachstum zwischen 17 bis 20% an. Die Ebitda-Marge soll 2026 bei etwa 26% liegen.

Der Transport- und Logistikkonzern Kühne + Nagel hat 2025 einen Umsatzrückgang von 1% auf CHF 24.5 Mrd. publiziert. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit sank 17% auf CHF 1.38 Mrd., der Gewinn sank um ein Viertel auf CHF 925 Mio. Die Aktionäre sollen eine Dividende von CHF 6 je Titel erhalten.

Sergio Ermotti, CEO der UBS, soll länger – also über April 2027 hinaus – im Amt bleiben. Wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet, schiebe der Verwaltungsrat die Suche nach einem Nachfolger auf, bis es in der Eigenkapitaldebatte Klarheit gebe.

Der Vakuumventilhersteller VAT hat 2025 den Gewinn um 1.2% auf CHF 214.3 Mio. gesteigert. Der Ebitda stieg um 9.5% auf CHF 321.6 Mio., die entsprechende Marge sank hingegen auf 30.2%. Aktionäre erhalten eine Dividende von CHF 7 je Titel.

Die Liechtensteiner VP Bank hat den Gewinn 2025 auf CHF 47 Mio. Fr. (Vorjahr: 18.5 Mio.) gesteigert. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von CHF 4 je Titel. Die Kundenvermögen sind 5.8% auf CHF 53.7 Mrd. gestiegen. Für 2026 rechnet die Bank mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld sowie einem rückläufigen Zinsdifferenzgeschäft.

Der Baukonzern Implenia hat im Geschäftsjahr 2025 die gesteckten Ziele erreicht und den EBIT auf CHF 140.5 Mio. verbessert (Marge 4.0 %), trotz eines leicht rückläufigen Umsatzes. Der Auftragsbestand erreichte mit CHF 8.5 Mrd. einen Höchststand, während der Free Cashflow auf CHF 125.3 Mio. stieg. Die Aktionäre profitieren von einer um 56 % auf CHF 1.40 erhöhten Dividende.

Aussichten

Das Börsenjahr 2026 begann vielversprechend. Aber die amerikanische Politik zieht einen Strich durch die Rechnung. Die Kursgewinne bei den Aktien sind fast wieder weggeschmolzen. Mittelfristig bleiben Märkte auf den Nahen Osten fokussiert. Der Krieg torpediert auch Transportwege und Lieferketten. Der Ölpreis steigt täglich, und Produktion und Transport von Gütern wird teurer: Der Krieg im Nahen Osten bringt viele Unsicherheiten, auch für die Schweizer Industrie. Die Lage bleibt bis auf weiteres unberechenbar. Asien und Europa sind immer noch ausgeprägt ölabhängig. Der Blick in die Geschichtsbücher zeigt jedoch, dass sich nach einem ersten Schock die Aktienmärkte wieder erholen und nach einiger Zeit neue Höchstkurse wieder erreicht oder sogar übertroffen werden können. Aber mit einem vorübergehenden Aufflackern der Inflation ist zu rechnen. Was uns aber Sorgen bereitet, ist die zunehmend unberechenbare Politik der USA.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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