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Kolumne
21.03.2026
21.03.2026 21:31 Uhr

Börse: Öl teurer – Aktien auf Tief

Christopher Chandiramani zu den Börsen-Aussichten: «Aktien bleiben voraussichtlich volatil mit einer Tendenz zur weiteren Abschwächung.»
Christopher Chandiramani zu den Börsen-Aussichten: «Aktien bleiben voraussichtlich volatil mit einer Tendenz zur weiteren Abschwächung.» Bild: Linth24
Der Nahostkrieg wurde zum Energiekrieg. Iran zerstört auch fremde Öl-/Gasfelder. Ölpreise steigen, Aktien sanken auf tiefsten Wert seit Monaten. SMI minus 4 Prozent: 12'321 Punkte.

Das Brent-Rohöl notiert bei etwa 108 bis 114 USD pro Barrel (159 Liter), während WTI (West Texas Intermediate) bei rund 94 bis 98 USD liegt. Das ist rund 50 Prozent über dem Preis vor Kriegsbeginn. Die Kurse sind volatil, abhängig von aktuellen Marktsignalen durch den Nahostkonflikt.

Deutschland und wichtige Verbündete der EU und Nato lehnen Forderungen von US-Präsident Donald Trump ab, Kriegsschiffe zum Schutz von Öltankern in die umkämpfte Strasse von Hormus zu schicken. Die Kritik: Der Iran-Krieg sei keine Angelegenheit der Nato, hiess es.

Der Krieg hat das monetäre Umfeld krass verändert, die Notenbanken warten ab. Die US-FED lässt den Leitzins unverändert. Inflationssorgen: Experten rechnen 2026 nicht mehr mit Zinssenkungen. Auch die EZB und die SNB verändern ihre Leitzinsen nicht. Die SNB hat 2025 Devisen im Umfang von CHF 5.2 Mrd. Fr. gekauft, um den Franken zu schwächen.

Blockade des 90-Milliarden-Euro-Kredits: Ungarn und die Slowaken blockieren den Kredit für die Ukraine, stellen sich quer und sorgen beim EU-Gipfel in Brüssel für Streit.

Der Goldpreis sinkt trotz des Nahost-Kriegs, weil ein starker US-Dollar und höhere Zinsenerwartungen Gold als Anlage unattraktiver machen. Zudem führen Kursverluste am Aktienmarkt zu Liquiditätsengpässen, sie werden durch Goldverkäufe gedeckt.

Die Schweiz braucht Geld für die Armee und die AHV und plant eine spezielle Transitgebühr für ausländische Autofahrer, die das Land durchqueren. Nach Zustimmung von Ständerat und Nationalrat muss der Bundesrat nun ein Gesetz ausarbeiten.

Unternehmensnachrichten

Das Biotech-Unternehmen Idorsia hat den Rücktritt von CEO Srishti Gupta (Ehefrau vom Novartis-CEO) und ihren Austritt aus dem Verwaltungsrat bekannt gegeben. Bis eine Nachfolge gefunden ist, übernimmt Verwaltungsratspräsident Jean-Paul Clozel interimistisch die operative Leitung.

Der Umsatz von Stadler Rail 2025 legt 13% zu auf 3.7 Mrd. Die Ebit-Marge liegt bei 4.4%. Der Reingewinn verdoppelt sich auf CHF 100.7 Mio. Der Auftragseingang liegt bei CHF 6.1 Mrd. Für 2026 erwartet Stadler einen Umsatz von deutlich über CHF 5 Mrd. und eine Ebit-Marge von über 5%. Aktionäre sollen eine Dividende von CHF 0.50 pro Aktie erhalten.

Der Pharmakonzern Roche baut seine KI-Infrastruktur mit 2'176 neuen Hochleistungsgrafikprozessoren von Nvidia aus. Mit der Supercomputer-Plattform will er die Entwicklung neuer Diagnostik- und Therapieansätze beschleunigen. Das Projekt ist Teil einer seit 2023 laufenden strategischen Partnerschaft mit dem US-Chiphersteller.

Der Laborausrüster Tecan verzeichnete trotz des bereits bekannten Umsatzrückgangs einen überraschend hohen Nettoverlust von CHF 110.7 Mio. infolge Wertberichtigungen. Er hält aber an einer Dividende von CHF 3 fest und schlägt Guillaume Daniellot als Verwaltungsrat vor. Für 2026 wird aufgrund von Zöllen nur mit wenig Umsatzplus gerechnet.

Swiss Marketplace Group (SMG) steigert den Umsatz 2025 um 14.1% auf 332 Mio. Der Ebitda legt um 29.4% zu auf CHF 189.2 Mio., womit die Ebitda-Marge 54.3% beträgt. Die Dividende soll CHF 0.82 pro Aktie betragen. Für das laufende Jahr erwartet SMG ein Umsatzwachstum von 10 bis 12% und eine Ebitda-Marge von 56 bis 58 Prozent.

Der Umsatz der Orell Füssli Gruppe für 2025 steigt 8% auf 272.8 Mio. Der bereinigte Ebit legte 32% zu auf 29.8 Mio. mit einer Marge bei 10.9% (Vorjahr 8.9%). Die Dividende steigt 32% auf CHF 5.80 pro Aktie. Der Umsatz soll 2026 um 2 bis 5% wachsen bei einer Ebit-Marge von rund 9%. Die Ziele bis 2028 werden bestätigt.

Die Onlinebank Swissquote hat im Geschäftsjahr 2025 den Reingewinn um knapp ein Viertel auf CHF 366.4 Mio. gesteigert. Vor Steuern kletterte der Überschuss 22% auf CHF 420.2 Mio. Der Nettoertrag stieg 2025 um 9.4% auf CHF 723.3 Mio. Die Aktionäre sollen für 2025 eine um 1.40 Fr. auf CHF 7.40 gestiegene Dividende erhalten. Der Generalversammlung wird einen Aktiensplit im Verhältnis von zehn zu eins vorgeschlagen.

Aussichten

Die Amerikaner und Israel haben die Risiken überschätzt. Der Angriff auf den Iran wurde nicht zu einem kurzen Spaziergang, sondern weitete sich aus zu einem Flächenbrand in der ganzen Golfregion. Die Erdölversorgung und die Preise erreichen eine Situation, welche an die Erdölkrise von 1973 erinnern. Stark abhängig sind vor allem die asiatischen Volkswirtschaften, aber generell auch die Flugindustrie und das Transportwesen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse ist die Situation beängstigend, vor allem wenn der Nahostkrieg lange dauert. Mit den gegenseitigen Angriffen auf Energie-Infrastrukturen ist eine weitere Eskalationsstufe überschritten, was die Risiken für die globale Konjunktur deutlich erhöht hat. Aktien bleiben voraussichtlich volatil mit einer Tendenz zur weiteren Abschwächung. Die Staatsfinanzen der USA verschlechtern sich weiter durch den neuen Nahostkrieg. Die Kritik an der US-Regierung nimmt zu.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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