Fall Fischer – SRF-Chefredaktor in der Kritik
Der Fall um die Absetzung von Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer zieht immer weitere Kreise – und SRF verstrickt sich zunehmend in der eigenen Kommunikation. Besonders im Fokus steht dabei Chefredaktor Tristan Brenn, dessen Rolle nun auch publizistisch kritisch hinterfragt wird.
Der Chef im Sabbatical
Christoph Mörgeli schreibt in der «Weltwoche», SRF habe im Fall um Moderator Pascal Schmitz und Patrick Fischer eine aktive Rolle gespielt und damit selbst zur Eskalation beigetragen.
Brenn erklärte gegenüber der «Schweiz am Wochenende», er habe sich wegen eines «lange geplanten Sabbaticals» nicht früher geäussert. Mörgeli stellt den Zeitpunkt der Auszeit infrage – ausgerechnet während des Führungswechsels bei SRF und mitten in einer öffentlichen Affäre.
Schweigen und diffuse Standards
Auch die Kommunikation von SRF sorgt für Kritik. Nachrichtenchef Gregor Meier verteidigte Pascal Schmitz lediglich via Linkedin und sprach von «professionellem Verhalten». Gleichzeitig, so Mörgeli, habe SRF auf den eigenen Kanälen weitgehend zur Affäre geschwiegen.
Doppelmoral
Besonders heikel sei laut «Weltwoche», der Vorwurf der Doppelmoral: Während problematische Aussagen von Schmitz relativiert würden, sei im Fall von Sportmoderator Sascha Ruefer einst anders gehandelt worden.
Interessenkonflikte im Fokus
Kritisch hinterfragt wird zudem, warum ausgerechnet ein Mitarbeiter eines Profi-Eishockeyklubs ein Porträt über Nationaltrainer Fischer produzieren durfte. Schmitz war damals Stadionsprecher der SC Rapperswil-Jona Lakers – für Mörgeli ein klarer Interessenkonflikt.
Der Fall zeigt: SRF muss sich nicht nur journalistische, sondern auch glaubwürdigkeitsbezogene Fragen gefallen lassen.