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Kolumne
03.04.2026
03.04.2026 21:46 Uhr

Hoffnung bringt Aktien-Erholung

Christopher Chandiramani zu den Aussichten: «Die Märkte bleiben bis auf Weiteres zeitweise turbulent und volatil.»
Christopher Chandiramani zu den Aussichten: «Die Märkte bleiben bis auf Weiteres zeitweise turbulent und volatil.» Bild: Linth24
In der verkürzten Woche vor Ostern war das Umfeld nach langer Negativphase besser. Ein Kriegsende in Nahost und tiefere Ölpreise sind in Sicht. SMI plus 3.3 Prozent: 12'982 Punkte.

Die Konjunkturaussichten in der Schweiz haben sich im März eingetrübt. Das Barometer der Konjunktur-Forschungsstelle KOF der ETH Zürich ist deutlich gefallen. Für Ökonomen kommt dies überraschend.

Neuste Zahlen der Wohnbevölkerung: 9.1 Millionen Menschen wohnten Ende 2025 in der Schweiz. Das sind 73'300 mehr als im Vorjahr. Zum ersten Mal ist die Wohnbevölkerung von 65 Jahren oder älter (1'811'000 Personen) zahlreicher als die unter 20-Jährigen (1'802'000 Personen).

Schweizer ÖV-Preise werden ab Ende Jahr steigen. Ab Dezember 2026 kosten Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln mehr. Die Alliance Swisspass hat eine Tarifanpassung um durchschnittlich 3.9 Prozent beschlossen. Betroffen sind alle Billette und Abonnemente. Allerdings werden nicht alle Preise im gleichen Ausmass erhöht. Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien sollen gar nicht oder nur geringfügig teurer werden, Generalabonnemente überdurchschnittlich.

Erste Spuren des Nahostkriegs sind auch in der Schweiz sichtbar, aber noch etwas versteckt. Der Landesindex der Konsumentenpreise ist im März gegenüber dem Vormonat 0.2 Prozent gestiegen. Er liegt um 0.3 Prozent höher als vor einem Jahr. Das genügt aber bereits, um von einer der höchsten Jahresteuerungen seit zwölf Monaten sprechen.

Öl und Treibstoffe sind deutlich teurer geworden. Der Benzinpreis ist in der Schweiz seit Beginn des Nahostkriegs um rund 11 Prozent gestiegen, Diesel und Heizöl sind sogar um 22 Prozent teurer. Wir spüren den Irankrieg im Portemonnaie.

Seit anfangs April 2026 gibt es den SMI Equal Weight Index, der von der SIX Swiss Exchange lanciert wurde. Dieser Index umfasst die gleichen 20 Blue-Chip-Unternehmen des klassischen SMI, jedoch jedes Unternehmen gleichmässig gewichtet mit jeweils 5%. Beim üblichen SMI sind Nestlé und die Basler Pharmaindustrie mit 50% vertreten.

Unternehmensnachrichten

Der Vakuumventilhersteller VAT reduziert seinen Ausblick für das erste Quartal 2016. Die wegen des Nahostkonflikts teils unterbrochenen Lieferketten belasten den Umsatz mit CHF 25 bis 30 Mio. Daher wird für das erste Quartal mit einem Umsatz von nur noch rund 215 Mio. gerechnet. Anfang März hatte VAT mit der Bekanntgabe der Jahreszahlen einen Umsatz von CHF 240 bis 260 Mio. für das erste Quartal angekündigt.

Die Jungfraubahn-Gruppe hat 2025 den Betriebsertrag 3.7%  auf CHF 305.7 Mio. gesteigert. Der Betriebsgewinn lag mit CHF 138.4 Mio. um 3% höher. Die entsprechende Marge sank von 45.6 auf 45.3%. Der Reingewinn stieg um 2.2% auf 78.2 Mio. Die Dividende soll 13% auf CHF 8.50 steigen. Der Jahresbeginn, vor allem der März, wurden vom Nahostkrieg getrübt.

Der Umsatz des Energieversorgers Romande Energie ging 2025 um 5% auf CHF 788.5 Mio. zurück. Das Betriebsergebnis Ebit stieg deutlich, von 13.7 auf CHF 38.6 Mio. Unter dem Strich verdiente Romande Energie mit CHF 80.1 Mio. rund dreimal so viel wie 2024. Die Aktionäre sollen eine Dividende von CHF 1.44 erhalten.

Der Immobilienkonzern Swiss Prime Site erhält per 15. April mit Martina Moosmann eine neue Finanzchefin. Sie folgt auf Marcel Kucher, der zum 01.01. zum CEO gewählt wurde und seither ad interim weiterhin auch als Finanzchef tätig war.

Der Automobilzulieferer Adval Tech hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von CHF 155.9 Mio. erzielt, nach CHF 165.6 Mio. im Vorjahr. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) stieg leicht auf CHF 3.1 Mio. bei einer Marge von 1.9%. Der Nettoverlust verringerte sich auf CHF 6.9 Mio.

Die Beteiligungsgesellschaft Aevis Victoria (Hotels und Spitäler) steigerte ihren Umsatz 2025 zwar um 14.3% auf CHF 1.2 Mrd., weitete jedoch den Verlust aufgrund fehlender Transaktionen deutlich auf CHF 25.6 Mio. aus. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management positiv und zielt insbesondere durch die Klinikgruppe Swiss Medical Network eine Rückkehr in die Gewinnzone sowie zukünftige Dividendenzahlungen an.

Bei der Kapitaldebatte bezüglich der UBS signalisiert das Parlament Kompromisse. Die Grossbank könnte laut «Financial Times» politische Unterstützung für ihre Kapitalpläne erhalten.

Aussichten

Sorgen um kriegsbedingte, schwerwiegende Inflations- und Wachstumsfolgen haben im März zu massiven Aktienverkäufen geführt, auch sonst wurde eine zwiespältige US-Aussenpolitik zum Scherbenhaufen. Zölle wurden vom obersten Gericht aufgehoben. Alle bisherigen Abmachungen sind ungültig. Bezüglich des Nahostkriegs hat sich der US-Präsident verschätzt, daraus wurde ein Erdölkrieg. Die daraus erfolgten Preiserhöhungen und Verknappung haben einen extrem negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft. Sämtliche Produktions- und Transportketten sind davon betroffen. In Asien und Europa ist dies besonders spürbar. Die folgenden Teuerungswellen bereiten auch den Notenbanken Sorgen. Erhöhen sie die Zinsen, würgen sie die Wirtschaft ab, lassen sie diese bewusst tief, leidet die Inflationsbekämpfung. Höhere Energiepreise sind grundsätzlich erst längerfristig spürbar. Unternehmensgewinne schrumpfen, sowie auch die Fremdwährungen schwächeln. Die Märkte bleiben bis auf Weiteres zeitweise turbulent und volatil.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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