Der Grönlandkonflikt war Hauptthema. Trump will von angedrohten Zöllen absehen, auch auf militärische Gewalt verzichten, eine diplomatische Lösung anstreben, wodurch ein neu eskalierender Handelsstreit mit der EU abgewendet werden konnte. Im Zentrum steht ein Rahmenabkommen, das die Rolle der USA in der Arktis neu regelt, ohne die Souveränität Dänemarks/Grönlands zu verletzten. Details wurden keine weiteren genannt, möglicherweise gibt es neue US-Militärbasen in Grönland. Gegründet wurde ebenfalls ein Friedensrat. Dieser ist eine internationale Organisation, die sich für Stabilität und rechtmässiger Regierungsführung sowie die Sicherung dauerhaften Friedens einsetzt. Kritiker sind jedoch sehr skeptisch gegenüber dieser Konkurrenz zur UNO und sehen eine Machterweiterung der USA.
Der Goldpreis ist weiter gestiegen und steuert eine weitere Rekordmarke von 5'000 USD an. Eine Feinunze (31 Gramm) des gelben Edelmetalls kostete am Mittwoch im frühen Handel bis zu 4'878 USD. Auch der Silberpreis steigt kontinuierlich.
SNB-Chef Martin Schlegel äusserte sich am WEF zu den Währungen. USD und EUR waren schwächer gegenüber dem CHF, die Suche nach einem sicheren Hafen hält an. Die CHF stieg in Verlauf des Dienstags bis auf 0.9255 zum EUR. Ein derartiges Niveau wurde zuletzt Mitte November erreicht. Auch gegenüber dem USD notiert der Franken mit 0.7903 stark, das bedeutet wiederum Sorgenfalten bei den Exporteuren.
Aktien der Schweizer Kantonalbanken markierten Höchststände. Die politische Unberechenbarkeit der USA treibt Anleger vermehrt in sichere Werte. Dabei rücken auch Schweizer Kantonalbanken und ihre Dividenden in den Fokus. Einen breiteren Aktienmarkt haben die Zuger, Luzerner und St.Galler Kantonalbank, die übrigen Lokalcharakter.
Unternehmensnachrichten
Nestlé-Rückruf wegen Gift in Säuglingsmilch – betroffen sind auch die Firmen Danone und Hochdorf. In Babynahrung von mehreren Herstellern ist das Gift Cereulid aus dem Öl eines Lieferanten aus China gefunden worden.
US-Technologiefirmen konsolidieren. Beim Chiphersteller für KI, Nvidia, geriet die Aktie unter Druck – 16 Prozent unter Rekord.
Swiss Re verjüngt, kündigt vermehrt Seniors und schreibt deren alte Stelle neu aus. 2025 sparte Rückversicherer unter dem Kommando von CEO Berger durch Entlassungen langjähriger Experten. Als Grund für die Entlassungen hiess es, man müsse sparen und baue das Unternehmen um.
Der Klimaspezialist Belimo ist im Geschäftsjahr 2025 überdurchschnittlich gewachsen und hat erstmals die Umsatzmilliarde überschritten. Der Umsatz stieg um 18.7% auf CHF 1'120.8 Mio. In Lokalwährungen betrug das Plus 23.3%, was sowohl die Markterwartungen als auch die eigene Prognose von 15 bis 20% übertrifft. Alle Regionen und Produktgruppen wuchsen zweistellig. Den Geschäftsbericht mit allen Zahlen legt Belimo am 23. Februar 2026 vor.
Die Grossbank UBS prüft für die Nachfolge von CEO Sergio Ermotti laut Sonntagspresse, neben internen auch externe Anwärter. Ermotti wünscht, später das VR-Präsidium zu übernehmen.
Der fusionierte Versicherungskonzern Helvetia Baloise konkretisiert den geplanten Stellenabbau. Gemäss einer internen Mitteilung sollen noch im Januar die ersten 200 Entlassungen ausgesprochen werden, im März folgen weitere 400 bis 500 Kündigungen.
Der Energiekonzern BKW nimmt eine Wertkorrektur für seine Beteiligung am Kohlekraftwerk Wilhelmshaven in Deutschland vor. Das Betriebsergebnis 2025 wird etwa CHF 110 Mio. tiefer ausfallen zwischen 540 und 560 Mio.
Der Schokoladenkonzern Barry Callebaut hat im Q1 des Geschäftsjahres 2025/26 weniger verkauft als im Vorjahresquartal. Das Volumen war um 9.9% rückläufig. Der Umsatz stieg hingegen um 6.4% auf CHF 3,7 Mrd. infolge höherer Kakaopreise.
Der Gesundheitskonzern Galenica hat im vergangenen Jahr CHF 4,1 Mrd. umgesetzt (+5,5%). Damit hat er die eigene Zielspanne für das Umsatzwachstum (4 bis 6%) erreicht und die Erwartungen genau erfüllt.
Aussichten für 2026
Das Vorgehen der USA erinnert an die Einführung der Zölle im Frühjahr und Sommer 2025, und als die Aktienkurse nachgegeben hatten, wurden die Massnahmen gelockert. Auch bezüglich der Bondmärkte ist Vorsicht geboten. Das verschuldete Amerika wird vom Ausland fremdfinanziert. Ziehen sich die Anleihensgläubiger zurück (Verkäufe), hätten die USA Probleme, um ihr Staatsdefizit zu decken. Die Folge wäre eine Dollarschwäche. Studien belegen, dass die von den USA verhängten Zölle fast vollständig von US-Amerikanern bezahlt werden und nicht von den Exportländern. Das Handelsbilanzdefizit alleine ist kein Grund, Zölle einzuführen. Die Kapitalverkehrsbilanz zählt ebenfalls. Nächstes Problem für die USA ist die Unabhängigkeit der Notenbank Fed. Wenn der Chef Jerome Powell altershalber zurücktritt, möchte die US-Regierung selber die Hand anlegen. Trump wird bald entscheiden, wer das Fed künftig führen soll. Das Hauptproblem: Freund und Topkandidat Kevin Hassett wirkt wenig überzeugend. Interessenkonflikte wären vorprogrammiert.