Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit aus Rapperswil-Jona hat im Geschäftsjahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen in der europäischen Bauindustrie solide Ergebnisse erzielt. Umsatz und Verkaufsvolumen konnten gesteigert werden, während die Profitabilität nur leicht unter dem Vorjahresniveau lag. Wachstumstreiber waren insbesondere neue Produkte sowie eine breit abgestützte Nachfrage in vielen Märkten.
Umsatz um 2,5 Prozent gewachsen
Der Nettoumsatz stieg um 2,5 Prozent auf 3,16 Milliarden Franken. Ohne negative Währungseffekte hätte das Plus 4,8 Prozent betragen. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft im Nahen Osten und in Afrika, während Europa ebenfalls ein moderates Wachstum verzeichnete. In Amerika legte der Umsatz ebenfalls zu, während die Region Asien-Pazifik leicht unter dem Vorjahr lag.
Marge beeinflusst durch Einmalbelastung
Operativ blieb der Konzern sehr profitabel. Der operative Cashflow (EBITDA) erhöhte sich um 2 Prozent auf 931 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge lag bei 29,4 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahr. Belastet wurde das Ergebnis durch einmalige Kosten im Zusammenhang mit der Schliessung eines Keramikwerks in Deutschland. Ohne diesen Sondereffekt hätte sich die Marge verbessert. Positiv wirkten sich unter anderem höhere Verkaufsvolumen, Effizienzsteigerungen sowie etwas tiefere Materialkosten aus. Demgegenüber standen höhere Löhne, gestiegene Energiepreise sowie Investitionen in Digitalisierung und Wachstumsinitiativen.
Unter dem Strich erzielte Geberit einen Gewinn von 598 Millionen Franken und erreichte damit praktisch das Niveau des Vorjahres. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich dank des laufenden Aktienrückkaufprogramms leicht auf 18.15 Franken.
Deutlich verbessert hat sich der Free Cashflow, der um 7,4 Prozent auf 659 Millionen Franken stieg. Davon wurden rund 503 Millionen Franken über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre ausgeschüttet. Gleichzeitig blieb die Bilanz sehr solide: Die Nettoverschuldung ging deutlich zurück, während sich die Eigenkapitalquote weiter erhöhte.
Investition in Innovation, Produktion und Digitalisierung
Geberit investierte 2025 weiterhin in Innovation, Produktion und Digitalisierung. Insgesamt flossen 173 Millionen Franken in Sach- und immaterielle Anlagen. Für Forschung und Entwicklung wurden 86 Millionen Franken aufgewendet. Zudem verbesserte der Konzern seinen CO₂-Fussabdruck weiter: Die direkten und indirekten Emissionen sanken gegenüber dem Vorjahr.
Verwaltungsrat schlägt höhere Dividende vor
Auch für die Aktionäre soll die attraktive Ausschüttungspolitik fortgesetzt werden. Der Verwaltungsrat schlägt eine leicht erhöhte Dividende von 12.90 Franken pro Aktie vor.
Ausblick für 2026
Für 2026 erwartet Geberit ein weiterhin unsicheres wirtschaftliches Umfeld, unter anderem wegen geopolitischer Risiken und gedämpfter Wachstumsaussichten in Europa. In der Bauindustrie wird zwar eine leichte Markterholung erwartet, eine deutliche Belebung ist jedoch noch nicht in Sicht. Das Unternehmen will seine Marktposition dennoch weiter ausbauen – etwa mit neuen Produkten, Investitionen in Digitalisierung und künstliche Intelligenz sowie verstärkten Marketing- und Logistikaktivitäten.