US-Börse im Hoch – SMI belastet
Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Mai 2026 überraschend robust gezeigt. Die wichtigsten Kennzahlen laut dem Bericht des Arbeitsministeriums weisen einen Stellenaufbau (ausserhalb des Agrarbereichs) aus: Es wurden 172'000 neue Jobs geschaffen. Dies lag deutlich über den Prognosen von 85'000 neuen Stellen. Die Arbeitslosenquote verharrte stabil bei 4.3%.
In der Schweiz ist die Arbeitslosigkeit im Mai nur leicht zurückgegangen. Bei den Arbeitsämtern waren etwas weniger Personen als arbeitslos registriert gewesen, die Arbeitslosenquote verblieb derweil auf dem April-Niveau. Die Zahl der Stellensuchenden sank im Mai um 5'134 auf 225'475.
Anfangs Juni 2026 trafen sich Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik am 28. Swiss Economic Forum in Interlaken. Mit dem Motto «Unbreakable» fokussiert das Forum auf die Krisenfestigkeit der Schweizer Wirtschaft (www.swisseconomic.ch/de).
Kryptowährungen im Sinkflug: Der Bitcoin sinkt deutlich unter die Marke bis USD 61'000, ein Dreimonatstiefst. An einem einzigen Tag verlor dieser rund 5 Prozent. Im Markt wurde zur Begründung unter anderem auf einen Bitcoin-Verkauf der Investmentfirma Strategy, des Bitcoin-Verfechters Michael Saylor verwiesen.
Die Trump-Regierung hat neue Zölle gegen rund 60 Handelspartner vorgeschlagen, darunter auch die Schweiz. Es geht um Vorwürfe der Zwangsarbeit. Bis Anfang Juli läuft eine Konsultation. Bern und Washington verhandeln derzeit über eine Beilegung des vorherigen Zollstreits.
Die Loyalität der Republikaner bröckelt. Die US-Kriegsführung wird immer unbeliebter.
Unternehmensnachrichten
Elon Musks Weltraumfirma SpaceX will bei ihrem Rekord-Börsengang rund USD 75 Mrd. einnehmen. Mit einem Ausgabepreis von USD 135 strebt das verlustreiche Unternehmen aus dem Stand eine Gesamtbewertung von nahezu USD 1.8 Billionen an. Die Werte aus dem aktualisierten Börsenprospekt entsprechen Zahlen, die zuvor in Medienberichten genannt wurden. Die Emission dürfte am 11. Juni starten, und die Aktie daraufhin unter dem Kürzel SPCX gehandelt werden.
Der Basler Pharmakonzern Roche hat innerhalb von sechs Tagen einen Test zur Erkennung des seltenen Bundibugyo-Virus entwickelt, einer Variante des Ebola-Erregers. Anlass ist ein aktueller Ausbruch in Kongo und in Uganda. Die WHO hat die Epidemie Mitte Mai als Gesundheitsnotstand erklärt.
Das Private-Equity-Unternehmen Partners Group sieht trotz der Turbulenzen um Evergreen-Fonds ein solides Wachstum der verwalteten Vermögen bis 2026. Für das laufende Jahr bestätigt es eine erwartete Bruttoneukundennachfrage von USD 26 bis 32 Mrd. Diese Woche ist der Aktienkurs vorübergehend auf CHF 682 gefallen. In den USA deuten auch die Aktienkurse bei Konkurrenten wie KKR, Blackstone oder Blue Owl auf Kursverluste des Private-Equity Sektors hin.
Der Hersteller von Stromzählern Landis+Gyr bestätigt am Investorentag in New York seine Mittelfristziele. Nach dem Verkauf des Geschäfts in Europa, dem Nahen Osten und Asien soll der Umsatz jährlich im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, der bereinigte operative Gewinn auf Stufe Ebitda doppelt so stark. Neu gibt Landis+Gyr bekannt, dass die Marge auf mehr als 35% zulegen und der Gewinn pro Aktie etwa fünfmal so schnell wie der Umsatz wachsen soll.
Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut gibt sich neue Mittelfristziele. Der Umsatz soll jährlich 2 bis 4% wachsen, der wiederkehrende Betriebsgewinn (Ebit) im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich, der Vorsteuergewinn im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Barry Callebaut will sich mit einer neuen Strategie auf zehn Kernmärkte und fünf strategische Wachstumsfelder konzentrieren.
Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat das 2024 gestartete Aktienrückkaufprogramm beendet. Im diesem Rahmen wurden Aktien im Wert von CHF 300 Mio. oder 1.7% des eingetragenen Kapitals zurückgekauft, die nun vernichtet werden sollen. Ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem maximalen Wert von weiteren CHF 300 Mio. Fr. startete am Donnerstag.
Aussichten
Die Aktienmärkte befinden sich derzeit in einem komplexen Umfeld geopolitischer Turbulenzen, der KI-Euphorie sowie baldiger Leitzinsentscheidungen der Zentralbanken, aufgrund des Inflationdrucks durch Ölpreise. Obwohl sich die Märkte auf hohem Niveau konsolidieren, dämpfen die Kampfhandlungen (Naher Osten, Ukraine) und die erfahrungsgemäss schwächeren Sommermonate eine positive Stimmung. Wir werden uns jedoch auf weitere Volatilität einstellen müssen, da die Märkte auf tiefere Unternehmensgewinne sensibel reagieren. Anleihensrenditen dürften zukünftig steigen. Kurzfristige Konsolidierungen bei den Aktien sind möglich, Crashes oder längerfristige Korrekturen eher unwahrscheinlich. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt noch intakt. Die Energiepreise und die US-Aussenpolitik (Zölle) sowie Zwischenwahlen werden uns voraussichtlich im 2. Halbjahr noch beschäftigen.