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Kolumne
25.04.2026
26.04.2026 22:20 Uhr

Aktienmarkt: Quartalszahlen im Fokus

«Zurzeit ist die Berichtssaison der Unternehmungen, täglich gibt es zahlreiche aktuelle Quartalszahlen. Bei den Aussichten sind die Unternehmungen zurückhaltend. Geld in Aktien anlegen bleibt anspruchsvoll. Charttechnisch befinden wir uns noch im Abwärtstrend», so Christopher Chandiramani.
«Zurzeit ist die Berichtssaison der Unternehmungen, täglich gibt es zahlreiche aktuelle Quartalszahlen. Bei den Aussichten sind die Unternehmungen zurückhaltend. Geld in Aktien anlegen bleibt anspruchsvoll. Charttechnisch befinden wir uns noch im Abwärtstrend», so Christopher Chandiramani. Bild: zVg.
Nahost-Waffenruhe brüchig, neue Kämpfe, Hormus erneut dicht. Ölpreise steigen. Dividenden belasten optisch. Viele Quartalszahlen – Nestlé überrascht. SMI -1,9% auf 13'170 Punkte.

Deutschland senkt die Energiesteuern auf Treibstoffen wegen Preissteigerungen aufgrund des Nahostkriegs. Die Steuersätze für Diesel und Benzin sollen für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt werden.

Die Löhne in der Schweiz stiegen 2025 um durchschnittlich 1.8 Prozent. Aufgrund einer niedrigen Teuerung von 0.2 Prozent resultiert ein Reallohnplus von 1.6 Prozent. Dies ist das stärkste Kaufkraftplus seit Jahren, besonders spürbar bei Frauenlöhnen und in der öffentlichen Verwaltung.

Die italienische Regierung plant Massnahmen, um den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen in den Grenzregionen zu bekämpfen und die Abwanderung von Pflegepersonal in die Schweiz zu begrenzen. Dabei geht es nicht um eine direkte Lohnerhöhung durch Norditalien, sondern um eine neue Gesundheitssteuer für Grenzgänger. Das ist jedoch ein Verstoss gegen EU-Recht und das gegen das bilaterale Grenzgänger-Abkommen Italien – Schweiz.

Experten erwarten stabile Stromkosten in der Schweiz. Eine Analyse der Bank Raiffeisen gibt Entwarnung: Der Konflikt im Iran hat die Treibstoffpreise hochgehen lassen, doch für die Haushalte gibt es eine gute Nachricht: Die Energieausgaben dürften nach der Ansicht von Experten insgesamt weit weniger stark steigen als während des Ukraine-Kriegs.

Unternehmensnachrichten

Der Meta-Konzern (Facebook, Messenger, Instagram) setzt auf KI und entlässt in den kommenden Monaten rund 8'000 Mitarbeitende. Meta will die Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz durch Einsparungen beim Personal finanzieren.

Weniger Anflugkapazität am Flughafen Zürich. Ein technisches Problem am Mittwoch im Kontrollzentrum der Flugsicherung Skyguide störte den Betrieb auf dem Flughafen. Es kam zu Einschränkungen speziell bei Landungen.

Die Schweizerische Nationalbank SNB startete mit einem Verlust ins neue Jahr. Die SNB verbucht im ersten Quartal 2026 ein Minus von CHF 0.5 Mrd. Während Gold anstieg, rissen Fremdwährungsverluste das Ergebnis ins Negative.

Die Grossbank UBS muss das Eigenkapital um mehrere Milliarden aufstocken. Der Bundesrat will für systemrelevante Banken vorschreiben, dass der gesamte Buchwert von Tochterfirmen gedeckt sein muss. Die UBS soll den Wert der eigenen Auslandbanken vollständig unterlegen müssen. UBS-Chef Sergio Ermotti kritisiert diesbezüglich Karin Keller-Sutter.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein organisches Wachstum von 3.5%, was trotz einer Abschwächung zum Vorjahr die Erwartungen der Analysten übertraf. Während ein Rückruf von Babynahrung das Ergebnis dämpfte, verursachten Preiserhöhungen und das Mengenwachstum den Umsatz auf CHF 21.3 Mrd. Parallel zum Festhalten an den Jahreszielen treibt CEO Philipp Navratil den Konzernumbau voran. Der Aktienkurs stieg zeitweise um 7 Prozent.

Der Industriekonzern ABB hat den Umsatz im ersten Quartal deutlich gesteigert, um 18% auf USD 8.73 Mrd. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei 11%. Auch der Auftragseingang legte spürbar zu, auf vergleichbarer Basis um 24% auf USD 11.3 Mrd. Die operative Marge (Ebita) erhöhte sich um 3.2 Basispunkte auf 23.5%. Unter dem Strich blieb ein um gut ein Fünftel höherer Reingewinn von USD 1.32 Mrd. Der Jahresausblick wurde angehoben:

Der Logistikkonzern Kühne+Nagel erzielte im ersten Quartal weniger Umsatz. Nach dem Boom durch vorgezogene US-Lieferungen fiel der Logistikkonzern auf das übliche Niveau zurück und überrascht die Analysten trotzdem positiv. In den Monaten Januar bis März sank der Umsatz von Kühne+Nagel um 12 Prozent auf CHF 5.60 Mrd. Dabei belastete auch der schwache Dollar die Entwicklung. Bereinigt bezüglich Währungen wäre der Umsatz nur um 5 Prozent geschrumpft.

Der Zementkonzern Holcim startet etwas schwächer ins neue Jahr. Der Umsatz fiel im ersten Quartal um 4.8 Prozent auf CHF 3.52 Mrd., wie der Konzern am Donnerstag bekannt gab. Ursache war der starke Schweizerfranken. Dieser kostete CHF 207 Mio. Umsatz.

Aussichten

Die Aktienbörsen werden auch in naher Zukunft von der unklaren Lage im Nahostkrieg belastet. Obwohl die Märkte sich zeitweise erholt hatten, schlug die Stimmung um trotz geplanter Waffenruhe. Diese wurde immer wieder verletzt. Im Persischen Golf werden heute noch von beiden Seiten (USA und Iran) Frachtschiffe angegriffen. Erst in der zweiten Wochenhälfte sorgte eine Meldung von US-Präsident Trump für eine leichte Entspannung. Er kündigte an, auf Bitten Pakistans vorerst keine neuen Angriffe zu starten, um der iranischen Führung Zeit für Verhandlungsvorschläge zu geben. Gleichzeitig werden neue US-Truppen und Flugzeugträger in den Nahen Osten verschoben. Alles zusammen ist schwer einzuordnen. Zurzeit ist die Berichtssaison der Unternehmungen, täglich gibt es zahlreiche aktuelle Quartalszahlen. Bei den Aussichten sind die Unternehmungen zurückhaltend. Geld in Aktien anlegen bleibt anspruchsvoll. Charttechnisch befinden wir uns noch im Abwärtstrend.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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