Die Geschichte wirft seit Tagen hohe Wogen: Patrick Fischer stolperte über ein gefälschtes Impf-Zertifikat – und verlor deshalb seinen Job als Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Der 50-Jährige hatte sich im November 2021 ein gefälschtes Dokument besorgt, um an den Olympischen Spielen 2022 in Peking teilnehmen zu können.
400 Franken in Bitcoin
Dafür zahlte er laut Strafbefehl 400 Franken in Bitcoin und schickte eine Passkopie an eine unbekannte Person, wie der «Blick» berichtet.
Spur ins Leere
Auffällig: Die Hintermänner wurden nie identifiziert. Laut Strafbefehl, der dem Blick vorliegt, bestellte Fischer das Dokument über die Telegram-Gruppe «Covid Schweiz». Am 22. November 2021 erhielt er das gefälschte Zertifikat per Telegram oder E-Mail und importierte es anschliessend in die App «Covid Cert».
In anderen Fällen konnten Ermittler häufig Ärzte, Praxispersonal oder Mitarbeitende von Impfzentren ausfindig machen. Beim Fall Fischer fehlt eine solche Spur. Deshalb liegt der Schluss nahe, dass die Behörden direkt auf den damaligen Nationaltrainer aufmerksam wurden.
Wurde Fischer verraten?
Wie genau dies geschah, bleibt unklar. Denkbar ist laut «Blick», dass Fischer von jemandem verraten wurde – oder sich selbst verplapperte. Der Strafbefehl fällt auffallend knapp aus, was ebenfalls Fragen offenlässt.
Fest steht: Mit dem gefälschten Zertifikat reiste Fischer im Februar 2022 nach China. Im Juli 2023 wurde er wegen Urkundenfälschung zu rund 40'000 Franken Geldstrafe verurteilt. Jahre später folgte die deutlich härtere Konsequenz: der Verlust seines Trainerpostens – und ein schwer beschädigter Ruf.