Rolf Knie hat einen riesigen Bekanntenkreis. Alle seine Freunde und viele Medienschaffende erhielten am Samstagmorgen von ihm eine SMS mit folgendem Inhalt: «Solange der hinterhältige Typ bei den SCRJ-Lakers Stadionsprecher ist, geh ich an kein Spiel mehr in diesem Stadion.»
Mit dem «hinterhältigen Typ» meint Knie den SRF-Journalisten Pascal Schmitz, der zugleich Stadionsprecher der SCRJ-Lakers ist.
Der Verrat
Schmitz hat aus einem vertraulichen Gespräch mit dem Medienchef des Eishockeyverbandes, Finn Sulzer, und Natitrainer Patrick Fischer öffentlich gemacht, dass Fischer als Eishockey-Natitrainer mit einem gefälschten Covid-Impf-Dokument an den Olympischen Spielen in Peking teilnahm. Danach wurde Fischer verraten und mit 40'000 Franken gebüsst. Aber der Fall blieb unbekannt. Bis SRF-Journalist Schmitz Fischer öffentlich anklagte.
«Nichts Vertrauliches mehr»
Knie sagt dazu, er habe seine SMS mit dem Boykott gegen den Lakers-Sprecher vielen Freunden geschickt. Selbst wichtige Schweizer Verleger und Journalisten seien darunter. Unisono habe man ihm recht gegeben. «Alle sind der Meinung, was Schmitz getan hat, ist ein mieser Verrat». Mit der Indiskretion habe Schmitz bewusst dem Sport geschadet. Und das kurz vor der Eishockey-Weltmeisterschaft.
Schaden für Journalismus
Künstler Rolf Knie sagt weiter: «Ich nerve mich unglaublich. Wie hinterhältig muss man sein, um sowas zu veröffentlichen. Was Schmitz getan hat, ist auch ein grosser Imageschaden für den Journalismus. Man kann mit keinem Journalisten mehr ein vertrauliches Gespräch führen. Man muss immer Angst haben, verraten zu werden.»
Knie nicht allein
Die Eishockey-Schweiz «ärgert sich fürchterlich», wie Rolf Knie sagt. «Fast 250'000 Personen haben bis gestern im Internet die Forderung unterschrieben, dass Patrick Fischer Nati-Trainer bleibt.» Die Webseite habe nun sogar geschlossen werden müssen.
Lakers hinter Schmitz
Doch die Lakers stellen sich hinter ihren Speaker Schmitz. Medienchef Stefan Bürer, ebenfalls langjähriger SRF-Mitarbeiter, sagte Linth24, Schmitz habe «seinen Job sauber gemacht» und journalistische Standards eingehalten. Seine Tätigkeit als Stadionspeaker habe nichts mit seiner Arbeit bei SRF zu tun.
Rolf Knie sieht das anders: Er meidet künftig das Lakers-Stadion. Ob die Lakers und Schmitz das durchhalten, falls im kommenden Herbst die Eishockey-Fans Spruchbänder zu Stadionspeaker Schmitz in die Höhe halten?