Der Schweizer Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer hat zugegeben, 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat nach China gereist zu sein. Dies geht aus einem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern hervor, der SRF vorliegt. Fischer soll das Zertifikat über den Messengerdienst Telegram bestellt haben.
Fast 40'000 Franken Strafe
Demnach bestätigte das Dokument zwei Impfungen, obwohl diese nicht erfolgt waren. Im Februar 2022 reiste Fischer dennoch zu den Olympischen Spielen nach Peking – im Wissen, dass eine Einreise ohne Zertifikat nicht möglich gewesen wäre. Die Staatsanwaltschaft verurteilte ihn wegen Urkundenfälschung zu einer unbedingten Geldstrafe von 38'910 Franken.
Fischer entschuldigt sich
Nach der Konfrontation mit den Dokumenten machte Fischer den Fall öffentlich. In einem Video spricht er von einem «Fehltritt» und sagt: «Es tut mir extrem leid, dass ich Leute enttäuscht habe.»
Brisant: Fischers Impfstatus war vor Olympia öffentlich diskutiert worden. Damals hatte er angekündigt, sich impfen zu lassen, um seinen Job nicht zu gefährden.
Kritik vor Heim-WM
Der frühere Präsident der Kantonsärzte, Rudolf Hauri, zeigt sich schockiert. Besonders öffentliche Personen hätten eine Vorbildfunktion, sagt er.
Drei WM-Silbermedaillen
Der Fall sorgt für Unruhe kurz vor der Heim-WM in Zürich und Freiburg, die am 15. Mai beginnt. Fischer gilt mit drei WM-Silbermedaillen als erfolgreichster Nati-Coach der Geschichte. Nach dem Turnier tritt er nach über zehn Jahren zurück.