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Eishockey
15.04.2026
15.04.2026 23:36 Uhr

Natitrainer Fischer demontiert sich selber

Hat sechs Wochen vor der Heim-WM grundsätzliche Probleme: Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer.
Hat sechs Wochen vor der Heim-WM grundsätzliche Probleme: Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer. Bild: zVg
Covid-Affäre mit neuer Dimension: Der Eishockeynationaltrainer Patrick Fischer stand bereits unter Bewährung – und verspielt damit endgültig seine Glaubwürdigkeit.

Patrick Fischer predigt seit Jahren Teamgeist, Werte und Verantwortung. Doch in der Lügen-Affäre um das gefälschte Covid-Zertifikat zeigt sich nun eine neue Dimension: Der Nationaltrainer war zum Zeitpunkt der Urkundenfälschung bereits auf Bewährung. Eine weitere Unwahrheit – und ein weiterer Schlag gegen seine Glaubwürdigkeit.

11'000 Franken auf Bewährung

Fischer hatte am Montag erklärt, der Covid-Vorfall an den Winterspielen 2022 in Peking sei ein einmaliger Fehltritt gewesen. «Bis auf diesen Vorfall habe ich mich immer ans geltende Recht gehalten», sagte er.

Das stimmt nicht. Ein Strafbefehl, der «Blick» publik macht, zeigt: Fischer war bereits 2020 wegen einer Tempoüberschreitung zu einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je 440 Franken, was insgesamt 11’000 Franken entspricht, verurteilt worden.

Damit wird aus einer «Notlüge» ein Muster problematischer Entscheidungen. Und vor allem: ein massives Glaubwürdigkeitsproblem.

Werte gelten offenbar nicht für alle

Gerade Fischer hat den Teamgedanken stets über alles gestellt. Spieler, die sich der Nationalmannschaft verweigerten, mussten mit Konsequenzen rechnen. Prominentestes Beispiel: Lian Bichsel, der nach einer Absage zur Persona non Grata erklärt wurde.

Wer aber von seinen Spielern Disziplin, Loyalität und Verantwortung verlangt, muss diese Werte auch selbst verkörpern. Tut er das nicht, verliert er seine wichtigste Autorität: die moralische.

Der Verband duckt sich weg

Der Verband hält trotz allem an Fischer fest – wohl auch wegen der Heim-WM im Mai. Doch die Frage bleibt: Kann ein Nationaltrainer mit angeschlagener Glaubwürdigkeit noch ein Team führen?

Fischer tritt nach der Heim-WM ohnehin ab. Doch die Affäre wirft eine grundsätzliche Frage auf: Reicht sportlicher Erfolg, wenn die eigenen Werte bröckeln? Ein Nationaltrainer ist mehr als ein Taktiker. Er ist Vorbild - und im gewissen Sinne ein Diplomat. Patrick Fischer hat diese Rolle untergraben.

Thomas Renggli
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