Tech-Kater – Schweiz-Aktien stabil
Die Schwäche an den Technologiebörsen entstand, weil Investoren sich immer mehr sich die Frage stellten, ob die hohen Bewertungen der KI-bezogenen Chiphersteller gerechtfertigt sind. Auch der der Irankrieg hinterlässt hässliche Spuren. Der Persische Golf ist immer wieder gesperrt, auch in der Ukraine werden immer wieder Infrastrukturen zerstört.
Die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten werfen ihre Schatten voraus, US-Präsident Trump behauptet Wahlbetrug und unterstellt vor allem ausländische Einmischungen, angebliche Beeinflussungen durch chinesischen Einfluss.
Grossbritannien erhält einen neuen Regierungschef, Andy Burnham wird der neue Premierminister. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester wurde offiziell zum neuen Vorsitzenden der regierenden Labour-Partei ernannt. Er tritt damit die Nachfolge von Keir Starmer an.
Die chinesische Wirtschaft verliert an Schwung. Während der Aussenhandel boomt, uns mit Billigprodukten eindeckt, bleibt die Nachfrage im Inland schwach. Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal langsamer. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um +4.3 % zu gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden Erwartungen von Ökonomen verfehlt, die im Schnitt mit einem Wachstum von 4.5 % gerechnet hatten. Im ersten Quartal 2026 hatte das Wachstum noch 5.0 % betragen.
Die Schweizerische Nationalbank befindet sich in der Warteschlaufe – der CHF bestimmt den Takt bezüglich Zinswende. Die Schweizer Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs, doch der Frankenkurs dürfte den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung weiterhin bestimmen. Zurzeit ist der CH im Vergleich zu USD und EUR wegen der Zinsdifferenz schwächer. Die Inflation ist jedoch tiefer als in den umliegenden Ländern, aber die Energiepreise steigen und bereiten Sorgen.
Unternehmensnachrichten
Die Schweizer Börse steigt – aber ABB tendierte schwächer, ging mit Verlusten aus dem Markt, jedoch hauptsächlich wegen einer geplanten Grossakquisition und der damit verbundenen Neuverschuldung. ABB plant den bisher grössten Zukauf der Firmengeschichte. Der Konzern möchte die britische Rotork für rund USD 5.5 Mrd. übernehmen.
IBM verliert am Dienstag massiv. Die IBM-Aktie brach im vorbörslichen Handel ein, nachdem das Unternehmen schwächere Quartalszahlen als erwartet vorgelegt hatte. Nach vorläufigen Berechnungen sank der Umsatz um ein Prozent auf USD 17.2 Mrd. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von mehr als USD 17.9 Mrd. gerechnet.
Der französische Versicherungskonzern AXA ist bei Dividendenjägern beliebt und hat in der letzten Zeit eine starke Ausschüttung aufgebaut –auch mit Blick auf den Allianz-Konkurrenten. Anleger dürften sich auf weiter steigende Dividenden einstellen. EUR 2.40 Dividende je Aktie für 2027 erwartet. Das entspricht einer Dividendenrendite von 5.4 Prozent. Auch Schweizer Versicherer haben grusszügige Ausschüttungen.
Die Aktie der Partners Group ist weiterhin volatil, weil das Geschäftsmodell von der konjunkturellen Entwicklung im Private-Equity-Sektor (nicht-kotierte Unternehmen) abhängt. Ursache ist die Beschränkungen bei Fondsrücknahmen: Die Aktie geriet unter Druck, als das Unternehmen bei sogenannten Evergreen-Fonds die Rücknahme von Kundengeldern einschränkte, um panikartige Verkäufe zu verhindern. Spekulative Leerverkäufer profitierten von der Situation.
Der Textilmaschinenhersteller Rieter wächst nur dank Barmag, schreibt aber auch Verlust. Unter dem Strich weitete sich der Reinverlust im ersten Halbjahr auf CHF55 Mio. aus. Der Ausblick für das Gesamtjahr bleibt unverändert kritisch.
Der Winterthurer Automobilzulieferer Autoneum fällt am Donnerstag an der Börse deutlich zurück. Die Aktie notiert 4.21 Prozent tiefer bei CHF 109.20. Anfang Jahr wurden die Titel noch zu CHF 172 gehandelt. Seither haben sie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren. Analysten der UBS setzten die Aktie durch eine Studie erneut unter Druck.
Der Georg Fischer Konzern verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzanstieg auf CHF 1.58 Mrd. (+5.1%) und der Auftragseingang wuchs organisch um 15.1%, mehr als erwartet. Aufgrund des Verkaufs der Division GF Casting Solutions resultierte jedoch ein Reinverlust von CHF 77 Mio. Die Prognose für das Umsatzwachstum wurde leicht angehoben.
Aussichten
Die Börsenaussichten für das zweite Halbjahr 2026 präsentieren sich an den globalen Märkten überwiegend optimistisch und vielversprechend, getragen von einer starken Berichtssaison und robusten Unternehmensgewinnen. Nach den volatilen Phasen und geopolitischen Erschütterungen im Frühjahr wie dem Iran-Konflikt im März und dem Zollkonflikt mit den USA haben sich die Märkte erholt und steuern auf eine freundliche zweite Jahreshälfte hin. Die Kerninflation beruhigt sich, aber Energie bleibt teuer, die Notenbanken geben Gegensteuer, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Die Technologiebörsen konsolidieren zurzeit. Sektormässig ist der Schweizer Markt mit weniger Hightech (Technologie und KI-Entwickler) im Vorteil. Finanzen, vor allem Versicherungen, und Industriewerte sind zurzeit stabiler. Grosses Risiko bleiben immer noch Verschuldung und Krieg.