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17.07.2026

Weiteres GZO-Angebot eingegangen

Arbeiten GZO und Spital Thurgau bald als Partner zusammen? Die Thurmed AG hat den GZO-Aktionärsgemeinden ein Angebot unterbreitet. (Symbolbild)
Arbeiten GZO und Spital Thurgau bald als Partner zusammen? Die Thurmed AG hat den GZO-Aktionärsgemeinden ein Angebot unterbreitet. (Symbolbild) Bild: GZO/Thurmed
Die thurmed AG, zu der auch das Spital Thurgau gehört, unterbreitete dem GZO Spital Wetzikon und den Aktionärsgemeinden ein Angebot zur strategischen Beteiligung, das geprüft werde.

Im Frühling 2026 hat die GZO Spital Wetzikon AG ein Übernahmeangebot erhalten, das nach wie vor geprüft wird. Nun ist ein weiteres Angebot eingegangen: Die thurmed AG hat dem GZO Spital Wetzikon und seinen Eigentümergemeinden ein Angebot zur strategischen Beteiligung überreicht.

Das Ziel gemäss Mitteilung von Thurmed AG ist, einerseits die wohnortnahe Spitalversorgung im Zürcher Oberland langfristig zu sichern und andererseits die Synergien eines grossen Spitalverbundes zu nutzen. Das GZO Spital Wetzikon soll wie bestehend weiterbetrieben werden, die Gemeinden würden als Mit-Eigentümerinnen im Boot bleiben, heisst es in der Mitteilung von thurmed AG.

Strategische Beteiligung angeboten

Das Angebot der thurmed AG wurde am 10. Juli 2026 an die GZO und ihre Eigentümergemeinden überreicht. Es enthält die Option, dass sich thurmed am GZO Spital Wetzikon strategisch beteiligt. Damit soll die Besserstellung der Gläubiger der GZO AG ermöglicht werden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Für Patientinnen und Patienten, die zuweisende Ärzteschaft und die Rettungsdienste bleibe das Spital, wie es ist, versichert thurmed AG. Es seien keine gegenseitigen Patientenzuweisungen vorgesehen. «Weder werden Patienten aus dem Zürcher Oberland im Thurgau behandelt noch Patienten aus dem Thurgau im Zürcher Oberland», so thurmed. «Jetzt liegt der Ball bei den Aktionärsgemeinden, welche das Angebot der thurmed über den Sommer prüfen.» Danach entscheiden die Gläubiger der GZO AG im Rahmen des Nachlassverfahrens.

Bündelung von Ressourcen

«Wir bieten der GZO unser Know-how, eine effiziente Gruppenstruktur und eine verlässliche und langfristige Partnerschaft an. Die Bündelung von Ressourcen unter dem Gruppendach der thurmed sichert die Zukunftsfähigkeit und führt zu tieferen Gemeinkosten. Davon profitieren auch die Thurgauer Spitäler und mit ihnen die Bevölkerung im Kanton Thurgau», sagt Carlo Parolari, Verwaltungsratspräsident der thurmed AG.

Entscheid bis Herbst

Über die konkreten Inhalte des Angebots informiere thurmed nach Prüfung und allfälliger Zustimmung der zuständigen Gemeindeorgane im Spätsommer. Die definitiven Entscheide zur strategischen Beteiligung sollen im Spätherbst 2026 fallen.

Sicherstellung der wohnortnahen Spitalversorgung 

«Die Spitalversorgung in der Schweiz braucht mehr Zusammenarbeit. Nicht jedes Spital muss alles allein anbieten. Die thurmed Gruppe bündelt Aufgaben, die nicht jedes Haus selbst erledigen muss. Dazu gehören Services wie IT, Finanzen, Bau und Infrastruktur. Auch klinische Bereiche wie Radiologie, Pathologie und Labor werden zwar lokal erbracht, aber zentral bereitgestellt. Das stärkt die Patientenbetreuung vor Ort bei gleichzeitiger Erhöhung der Wirtschaftlichkeit», sagt Rolf Zehnder, CEO der thurmed AG.

Die thurmed Gruppe erreicht laut eigenen Angaben als eines der wenigen Spitalunternehmen seit vielen Jahren die notwendige EBITDA-Marge von 10 Prozent zur langfristigen Finanzierung ihrer Infrastruktur.

Die thurmed Gruppe sichert die Grundversorgung einer Region mit rund 300'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Gruppe gehört zu 100 Prozent dem Kanton Thurgau. Grösste Tochter ist die Spital Thurgau AG mit den Akutspitälern Frauenfeld und Münsterlingen, der Psychiatrie in Münsterlingen und der Rehabilitationsklinik in Diessenhofen. Dazu kommen zahlreiche weitere Unternehmen wie Radiologie-Standorte in der ganzen Ostschweiz und eine Spitalpharmazie, die auch Häuser ausserhalb der Gruppe beliefert, darunter Männedorf und Uster. www.thurmed.ch

Thurmed-Angebot dürfte für Gläubiger interessant sein

Das Angebot der Thurmed AG werde eingehend geprüft, da es eine im Vergleich zum vorliegenden Sanierungsplan der GZO AG nochmals höhere Nachlassdividende für die Gläubiger erlaube, teilt die GZO AG mit. Man stehe mit der Thurmed AG im Austausch.

Übernahmeangebot ebenfalls in Prüfung

Unabhängig davon laufe nach wie vor die Prüfung des im Frühling 2026 eingegangen Kaufangebots von Kawa und SMN (wir berichteten). Die GZO AG stehe auch mit diesen Angebotsparteien in einem intensiven Austausch. Unter anderem sei die Klärung, ob alle Leistungsaufträge auf die neue Gesellschaft übertragen werden können, noch nicht abgeschlossen.

Angebote schliessen sich gegenseitig aus

Die Angebote würden parallel weiterverfolgt, so die GZO AG, würden sich aber im Vollzug gegenseitig ausschliessen. «Wenn beide Angebote in verbindliche Verträge umgesetzt werden können, wird die GZO AG im Nachlassvertrag einen Mechanismus vorschlagen, der den Gläubigern die bestmögliche Dividende sichert», so die GZO AG. Thurmed AG habe anerkannt, dass unter diesem Mechanismus das Kaufangebot von Kawa und SMN gegebenenfalls vorrangig umgesetzt würde, wenn es rechtzeitig vollzogen werden kann.

Beim Angebot der Thurmed AG handle es sich im Unterschied zum Kaufangebot von Kawa und SMN nicht um einen Verkauf der Spitalaktiven an einen Dritten, sondern um einen Einstieg der Thurmed AG als neue Aktionärin der GZO AG. Thurmed AG und die Aktionärsgemeinden würden die GZO AG gemeinsam halten.

Angesichts der Komplexität des Kaufangebots von Kawa und SMN und dem andauernden Austausch zwischen den Parteien lasse sich derzeit noch nicht mit Gewissheit sagen, welches der Angebote das bessere ist. Beide Angebote würden durch die GZO AG unter Aufsicht der Sachwalter «ergebnisoffen und mit Fokus auf die bestmögliche Wahrung der Gläubigerinteressen» geprüft.

Warten bis zur Gläubigerversammlung

Bis zur Gläubigerversammlung, deren Datum bis heute noch nicht bekannt ist, wird es kaum Neues geben. GZO: «Die Gläubiger werden mit der Einladung zur Gläubigerversammlung über den definitiven Nachlassvertrag informiert. Die Höhe des Schuldenschnitts wird nicht im Vorfeld bekanntgegeben. Kommt das Angebot Thurmed zustande, wird sich der Schuldenschnitt aber nochmals reduzieren», schreibt die GZO AG in ihrer Mitteilung weiter. Man wolle aber bis Spätherbst weiter infromieren.

Zürioberland24/bt / Redaktion Linth24
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