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13.05.2026
13.05.2026 05:46 Uhr

Jörg Lutz muss über eine halbe Million bezahlen

Jörg Lutz muss Schulden beim Ex-Betreibungsbeamten Hans-Rudolf Stählin begleichen.
Jörg Lutz muss Schulden beim Ex-Betreibungsbeamten Hans-Rudolf Stählin begleichen. Bild: Linth24
Der Märchler Treuhänder und Steuerberater Jörg Lutz muss dem Ex-Betreibungsbeamten von Lachen-Altendorf über eine halbe Million Franken bezahlen. Ob das Geld je fliesst?

Der Ex-Betreibungsbeamte Hans Rudolf Stählin von Lachen-Altendorf hat letzten Sommer von seinem Ex-Freund Jörg Lutz vor Gericht 485'000 Franken gefordert. Das aber war nur der erste Teil der vielen Millionen, die Stählin von seinem Ex-Freund Lutz fordert.

Stählin spendierte nochmals

Im Falle der 485'000 Franken trat Stählin noch ein letztes Mal ins Fettnäpfchen. Wie die Gerichtsakten zum Fall zeigen, versprach Lutz seinem Stählin, er zahle ihm alle Schulden zurück. Dies aufgrund eines Geschäfts in England. Dafür aber müsse Lutz eine Versicherung abschliessen, wofür er 485'000 Franken benötige.
Der Ex-Betreibungsbeamte Stählin öffnete seine Kasse ein weiteres Mal. Doch wie so oft funktionierte das Englandgeschäft von Lutz nicht – wie danach der nächste versprochene Deal mit einem Japaner.

Halbe Million geschenkt

Nun riss Stählin der Geduldfaden. Er reichte gegen seinen Ex-Freund wegen der 485'000 Franken eine Klage ein. Vor dem Bezirksgericht March führte Lutz’ Anwalt dann aber aus, die halbe Million sei kein Darlehen gewesen. Stählin habe Lutz das Geld für seine Dienste als Steuerberater geschenkt.
Schlussendlich landete der Fall vor Kantonsgericht, das Lutz verpflichtete, die Schuld zu bezahlen. Plus Gerichtskosten und Parteientschädigung.

Lutz am Ende

Nun blieb Lutz nur noch der Gang ans Bundesgericht. Wie der «March-Anzeiger» nun berichtet, hat Lutz darauf verzichtet, womit er Stählin neben den 485'000 Franken noch Zinsen in Höhe von mehreren zehntausend Franken sowie eine Parteienentschädigung von 12'000 Franken bezahlen muss. Dazu kommen noch die Gerichtskosten 10'000 Franken.
Ob die über 550'000 Franken jemals fliessen, steht auf einem anderen Blatt.

Kommentar von Bruno Hug

Pikanter Schwyzer Fall

Besonders pikant wirkt der Fall Stählin / Lutz auch deshalb, weil er eine absurde Konstellation offenlegt: Ausgerechnet der ehemalige Betreibungsbeamte von Lachen-Altendorf, der sich beruflich mit Schuldnern herumschlägt, suchte offenbar bei einem Treuhänder Hilfe zu seiner Steueroptimierung und Vermögensgestaltung inklusive einer Stiftung in Liechtenstein.

Die Verbindung zwischen einem staatlichen Vollstreckungsbeamten und einem Steuerberater in permanenten Finanznöten wirft ein grelles Licht auf das Schwyzer Betreibungssystem. Es beruht auf teilprivatisierten Unternehmen und führte in meiner jahrelangen Medienarbeit immer wieder zu Reklamationen aus der Bevölkerung.

Dass das Betreibungsamt von Lachen-Altendorf in einer Art Erbmonarchie noch vom Vater Hans-Rudolf Stählin an seinen Sohn Rudolf Stählin, der das Amt heute führt, weitergehen konnte, ist ein weiteres Kuriosum der Betreibungsorganisation im Kanton Schwyz.

Bruno Hug, Linth24
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