Damoklesschwert über Finanzjongleur Jörg Lutz' Normico
Es kommt eher selten vor, dass rund 30 Leute die Gerichtsverhandlung zum drohenden Konkurs einer Firma verfolgen. Letzten Donnerstag war dies der Fall. Es ging darum, ob Einzelrichter Mario Pajarola vom Bezirksgericht March über Jörg Lutz' Normico Holding AG den Konkurs ausruft. Vor Ort waren verschiedene Medienvertreter, so der March-Anzeiger und March24. Linth24 übernimmt deren Bericht, versehen mit Ergänzungen und Konkretisierungen.
«Es geht ums Eingemachte»
March24 schrieb zum Gerichtsfall: «Letzten Donnerstag ging es für das «Imperium» des Altendörfler Steuerexperten Jörg Lutz ums Eingemachte. Verhandelt wurde darüber, ob seine Normico Holding vom Gericht in Konkurs geschickt wird oder ob ihr eine weitere Frist für eine Sanierung gewährt wird.
«Schwer durchschaubar»
Das Geflecht rund um Lutz' Normico Holding ist schwer durchschaubar. Sicher ist, dass Fäden zur mittlerweile längst geschlossenen Montessori Schule March AG bestehen. Ebenso verwickelt ist die Holding mit Sitz an der Brügglistrasse 11c in Altendorf (Anmerkung Linth24: um die Ruoss Logistik AG) sowie um die Glarner Gratiszeitung Fridolin und weiteren Lutz'schen Unternehmen.
Geldgeber in Lutz' Normico und dessen Firmengeflecht gibt es viele. Ihnen schuldet Lutz' Holding gemäss deren Forderungen teilweise Millionen-Beträge.
«Lutz krankgeschrieben»
Lutz selbst war an der Verhandlung nicht anwesend. Sein Rechtsvertreter erklärte, sein Mandant sei krankgeschrieben. In dessen Namen beantragte der Rechtsanwalt die Abweisung der Konkurseröffnung. Bestritten sei eine aus mehreren Tranchen bestehende Millionenschuld einer Privatperson (Anmerkung Linth24: Damit ist ist der Lachner Ex-Betreibungsbeamte Hans Rudolf Stählin gemeint) sowie eine Forderung über rund fünf Millionen Franken von den Erben des ehemaligen Besitzers der Glarner Zeitung «Fridolin».
Sanierung ohne Namen
Lutz' Anwalt sagte in seinen Ausführungen, von «tatsächlichen Gläubigern» der Normico Holding sei kein «aktives (Konkurs)Begehren» gestellt worden - womit er sagen wollte, dass alle, die eine Konkursforderung stellen, keine «tatsächlichen» Gläubiger sind. Und für den Rest der Verbindlichkeiten zeichne sich, so der Lutz-Anwalt eine Sanierung ab. Für die Ruoss Logistik AG, die ebenfalls zum Lutz-Konstrukt gehört, sei eine Käuferschaft bereit, über 11 Millionen Franken zu bezahlen. Dadurch gelänge die Sanierung der Normico Holding.
Namen zum 11-Millionen-Käufer aber könnten «noch» keine genannt werden. Zum Ende der nun geforderten Verlängerung der Nachlassstundung könne die Käuferschaft dann aber offengelegt werden.
«Bashing gegen Lutz»
Lutz' Rechtsvertreter führte weiter aus, es gebe ein «Bashing» gegen Jörg Lutz. Verschiedene Kreise wollten den Ruf des Altendörfler Steuerexperten schädigen. Es gebe einen «absurden Personenkult», indem Lutz für alles als Schuldiger hingestellt werde, das die verschiedenen Kreise «selbst verursacht hätten». Lutz sei Opfer einer «Medien- und Verleumdungskampagne». Das vergraule seine potenzielle Kunden und Geschäftspartner .
«Verschwörungstheorie»
Der vom Gericht eingesetzte Sachwalter, der die Normico Holding nun führt und einen Konkursantrag stellte, sah in der Argumentation von Lutz’ Rechtsvertreter den «Ansatz einer Verschwörungstheorie ». Denn es gehe im vorliegenden Verfahren nicht um die Person Jörg Lutz, sondern um den Konkurs oder die Sanierung der Normico Holding AG, auf der aktuell 9,6 Millionen Forderungen lasten. Eine Sanierung, so der Sachwalter, wäre «theoretisch möglich». Allerdings seien von Seiten Lutz dazu keine Unterlagen greifbar.
Konkurs oder weiterwursteln?
Zum Verkauf der Ruoss Logistik für die 11 Millionen Franken lägen «weder der Entwurf eines Verkaufsvertrages noch ein Finanzierungsnachweis der Käuferschaft vor», zeigte sich der Sachwalter kritisch, wenn nicht sogar misstrauisch. Und das Nachlassverfahren dauere jetzt schon fast ein Jahr. Deshalb halte er an seinem Antrag auf Konkurseröffnung fest.
Unterstützt wurde der Konkurs-Antrag vom Rechtsvertreter einer Privatperson (Anmerkung Linth24: vom Lachner Ex-Betreibungsbeamten Hans Rudolf Stählin), der Lutz und seiner Normico Holding mehrere Millionen vorgestreckt habe. Doch Lutz bestreitet diese Forderungen.
Zum Schluss der Verhandlung wie seit einem Jahr: Kein Entscheid. Das Urteil werde den Parteien, so Richter Mario Pajarola, schriftlich zugestellt.
Neue Schulden bei Ruoss
Linth24 liegen neue Zahlen vor: Vor rund zwei Monaten wurde die zur Lutz' Firmengeflecht gehörende Ruoss Logistik AG, Altendorf, für rund 250'000 Franken betrieben. Für sie soll gemäss Lutz ein Unbekannter 11 Millionen Franken zu zahlen bereit sein. Jedoch: Gemäss dem neusten Betreibungsauszug vom 5. März 2026 sieht es hier auch wieder um 50'000 Franken schlechter aus. Allein dem Kanton Schwyz, der AHV, dem Bezirk March, der Gemeinde Altendorf sowie dem Bund schuldet die Firma 160'000 Franken.