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Kolumne
01.08.2026
01.08.2026 00:39 Uhr

Börse: Tech-Jo-Jo und SMI-Rekord

Christopher Chandiramani: «Es wird erwartet, dass der Aktienmarkt in den kommenden Monaten volatil bleibt und tendenziell eher seitwärts tendiert.»
Christopher Chandiramani: «Es wird erwartet, dass der Aktienmarkt in den kommenden Monaten volatil bleibt und tendenziell eher seitwärts tendiert.» Bild: Linth24
Tech- und KI-Volatilität durch Gewinnmitnahmen und Überraschungen, Kriegsunsicherheit, steigende Ölpreise und gute Halbjahreszahlen prägten. SMI zeitweise mit Rekord: 14'369 Punkte.

Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) belässt ihren Leitzins unverändert. Der Zielkorridor für die Zinssätze bleibt bei 3.5 bis 3.75 Prozent, wie der FED-Vorstand mitteilte. Neun der zwölf Vorstandsmitglieder stimmten für die erneute Zinspause; drei stimmten dagegen, argumentierten, dass die Zinsen aufgrund der steigenden Ölpreise angehoben werden sollten.

Die FIFA sorgt mit Plänen für einen Milliarden-Deal für die Rechte an ihren Spielen für Widerstand. Der Fussball-Weltverband will einen Teil der kommerziellen Rechte privatisieren und an Investoren verkaufen, damit mehr als 4 Mrd. USD einnehmen. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach des neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre. Die UEFA und andere reagierten mit scharfer Kritik.

Die Inflationsrate im Euroraum belief sich im Juli auf 2.9 Prozent. Dies hat das europäische Statistikamt in Luxemburg aufgrund einer ersten Schätzung mitgeteilt. Im Juni hatte die Rate 2.8 Prozent betragen, nach 3.2 Prozent im Mai und 3.0 Prozent im April. Die steigende Tendenz entstand aufgrund der gestiegenen Erdölpreise.

Notstand: Spanien erlebt in seiner Nordafrika-Exklave Ceuta am 30. und 31. Juli 2026 eine noch nie dagewesene Migration. Berichten des spanischen Innenministeriums und lokaler Behörden zufolge gelangten innerhalb von nur 24 Stunden schätzungsweise 50'000 bis 60'000 Migranten – grösstenteils junge Marokkaner – schwimmend oder über die Landgrenzen in die kleine Exklave. Die EU hat Hilfe angeboten. Unterdessen ist aber wieder ein Teil zurückgekehrt.

Unternehmensnachrichten

UBS verdient USD 2.8 Mrd. und übertrifft die Markterwartungen. Die Grossbank steigert ihren Gewinn im zweiten Quartal 2026 um 17 Prozent. Bei den Aktienrückkäufen bleibt sie wegen der Diskussion um schärfere Kapitalregeln aber vorsichtig. Da fiel ein positiver Steuereffekt aus dem Vorjahreszeitraum weg, so dass es vor Steuern im Vorjahresvergleich deutlich mehr waren. Die gute Börsenlage trug ebenfalls zum höheren Gewinn bei.

Trotz rückläufigen Umsatzes konnte der Hersteller von Bauchemie- und Klebstoffen Sika die Gewinnzahlen halten. Von Januar bis Juni 2026 setzte Sika mit seinen Produkten, die etwa zur Verstärkung und Abdichtung von Baumaterialien verwendet werden, CHF 5.6 Mrd. um. Das sind 1.5% weniger als im ersten Halbjahr. Die Aufwertung des Schweizer Franken schmälerte den Umsatz dabei um 5.5%. In Lokalwährungen betrachtet ist der Umsatz also um 4.0% gewachsen. Dazu steuerten Akquisitionen 1.1% bei. Organisch ist Sika im Halbjahr damit um 2.9% gewachsen, im zweiten Quartal gar um 5.7%. Bei der Profitabilität musste Sika kleine Abstriche machen, nicht zuletzt dank Effizienzprogramm. Der operative Gewinn auf Stufe Ebitda sank leicht um 0.7 % auf CHF 1.06 Mrd. Die entsprechende Marge stieg leicht auf 19.0%.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hat laut Sonntagspresse ein Enforcement-Verfahren (Untersuchung) gegen die Zürich Versicherung eröffnet. Geprüft werden Mängel im internen Kontrollsystem der beruflichen Vorsorge. Im Fokus steht die Schnittstelle zur Sammelstiftung Vita.

Beim Verpackungsspezialist SIG schrumpfte der Umsatz im ersten Halbjahr um 1.2% auf EUR 1,56 Mrd. Der Gewinn fiel um 2.1% auf EUR 133.3 Mio. Dennoch wurden die Analystenerwartungen übertroffen. Am Ausblick für das Gesamtjahr hält SIG fest.

Beim Industriekonzern Sulzer nahm der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 8.9% auf CHF 1.79 Mrd. ab. Der Umsatz schrumpfte um 4.1% auf CHF 1.67 Mrd. Der Gewinn wuchs hingegen um knapp 8% auf CHF 138.8 Mio., womit die Analystenerwartungen übertroffen wurden. Auch die Jahresprognose 2026 wurde bestätigt.

Kioskbetreiberin Valora baut ihr Geschäft in Österreich aus. Der Konzern will gemeinsam mit dem Schweizer Tankstellenbetreiber Volenergy das Angebot an Verpflegung und Convenience-Produkten an den österreichischen BP-Tankstellen weiterentwickeln.

Der Computerzubehörhersteller Logitech steigerte im ersten Quartal 2026/27 den Umsatz um 7% auf USD 1.23 Mrd. Der bereinigte operative Gewinn kletterte auch dank Zollrückerstattungen von USD 61 Mio. um 44% auf USD 290.4 Mio.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist für das erste Halbjahr 2026 einen Gewinn von CHF 25.2 Mrd. aus. Der Gewinn auf den Fremdwährungen betrug 31.7 Mrd. Die Edelmetalle waren schwächer. Bund und Kantone erhalten eine Gewinnbeteiligung. Leitzinsänderungen gab es keine.

Aussichten

Es wird erwartet, dass der Aktienmarkt in den kommenden Monaten volatil bleibt und tendenziell eher seitwärts tendiert, wobei fundamental gute Unternehmensgewinne mit geopolitischen, inflations- und zinsbedingten Gegenwinden zu kämpfen haben. Während die solide operative Leistung vieler Technologie- und Blue-Chip-Aktien den Markt stützt, sind der erneute Nahostkonflikt, die anhaltenden Inflationsrisiken durch Erdölpreise und historisch hohe Staatsschulden weiterhin Störfaktoren des Aufwärtstrends. Anleger sollten sich auf turbulentere Gewässer einstellen, auch bedingt durch die US-Zölle. Sektor-Rotationen finden weiterhin statt.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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