Erdbebensicherheit bei Geberit
Die hier gezeigte Stahlkonstruktion wird in der Fachsprache als Windverband bezeichnet. Schon bei Zimmermann-Konstruktionen wird mit Dreiecken eine Versteifung der Bauten erreicht. Ein Experiment zeigt: Werden z.B. drei Meccano-Stäbe zu einem Dreieck zusammengeschraubt – die Schrauben brauchen gar nicht stark angezogen zu werden – so ist das Dreieck stabil.
Nachträgliche Stahlkonstruktionen
Ein befreundeter Bauingenieur hat bestätigt: Die gezeigte Stahlkonstruktion beim Geberit-Fabrikgebäude wurde nachträglich zur Erdbebensicherheit eingebaut. Auf dem Foto bilden mehrere Stahldreiecke gleichsam eine Windverband-Ebene. Eine Baute kann erst durch drei Windverband-Ebenen, die virtuell gegenseitig im rechten Winkel zueinander stehen, erdbebensicher gemacht werden. Die Sicherheit ist nicht absolut. Die Erschütterung kann so stark sein, dass das Gebäude trotzdem einstürzt. Mein Gewährsmann vermutet, dass im Gebäudeinnern zwei weitere Stahlkonstruktionen – Windverband-Ebenen ─ eingebaut wurden. Sie sind von aussen nicht sichtbar.
Umstrittene Pflichtversicherung gegen Erdbebenschäden
Die Erdbebensicherheit ist auch in der Schweiz politisch aktuell. Ende letzten Jahres lief die Diskussion, ob in der Schweiz eine allgemein verpflichtende Versicherung gegen Erdbebenschäden eingerichtet werden soll. Damals schien es, dass das Vorhaben vom Parlament versenkt werde. Findet nach Venezuela ein Umdenken statt?