Mehr Nettoumsatz währungsbereinigt
Der Nettoumsatz der Geberit Gruppe ging im ersten Quartal 2026 in Schweizer Franken leicht um 0,7% auf CHF 873 Mio. zurück. Bereinigt um negative Währungseffekte in Höhe von CHF 35 Mio. betrug der Anstieg 3,4%. Die Zunahme war auf Volumenwachstum – trotz kaltem Wetter in Nordeuropa im Januar und Februar und Vorzieheffekten beim Grosshandel im Dezember des Vorjahres – sowie auf Preiseffekte zurückzuführen.
Regional betrachtet stiegen die währungsbereinigten Nettoumsätze in Europa um 3,3% und in der Region Nahost/Afrika 13,5%. Dagegen lagen die Umsätze in den Regionen Fernost/Pazifik mit -0,6% aufgrund des rückläufigen Marktes in China und Amerika mit -4,4% unter dem Vorjahresniveau. Bei den Produktbereichen erhöhte sich der währungsbereinigte Nettoumsatz bei den Installations- und Spülsystemen um 4,3% und bei den Badezimmersystemen und den Rohrleitungssystemen je um 2,8%.
Ergebnisse: Plus bei Margen, Cashflow und Aktiengewinn
Die Resultate des ersten Quartals 2026 fielen erfreulich aus. Die operativen Margen stiegen infolge der Einmalkosten im Vorjahr deutlich an und waren dank der natürlichen Währungsabsicherung nur leicht durch die negativen Währungseffekte beeinflusst. Positiv auf die Margen wirkten sich das Volumenwachstum, tiefere direkte Materialpreise und höhere Verkaufspreise aus. Dagegen hatten die Lohninflation und geplant höhere Investitionen in Marketingaktivitäten, IT und Digitalisierung einen belastenden Einfluss. Insgesamt stieg der operative Cashflow (EBITDA) um 2,3% auf CHF 283 Mio. Die EBITDA-Marge stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 100 Basispunkte auf 32,5% (Vorjahr 31,5%); in lokalen Währungen und bereinigt um die vorerwähnten Einmalkosten im Vorjahr hätte sie auf dem Niveau des Vorjahres gelegen. Das Nettoergebnis nahm um 4,5% auf CHF 196 Mio. zu, was einer Nettoumsatzrendite von 22,4% (Vorjahr 21,3%) entspricht.
Der Gewinn je Aktie erhöhte sich um 4,5% auf CHF 5.94 (Vorjahr CHF 5.69), währungsbereinigt betrug das Wachstum 9,9%.
Ausblick 2026: Geopolitische Risiken
Die geopolitischen Risiken und die damit verbundenen makroökonomischen Unsicherheiten sind mit dem Konflikt im Nahen Osten deutlich gestiegen, was einen Ausblick auf das makroökonomische Umfeld sowie auf die für die Bauindustrie bedeutenden Entwicklungen der Inflation, Zinsen und Konsumentenstimmung erschwert. Die folgende Markteinschätzung klammert daher mögliche, noch nicht abschätzbare Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Nachfrage der Bauindustrie ausserhalb der Golfregion im laufenden Jahr aus. Insgesamt wird die Weltwirtschaft aber erheblichen Unwägbarkeiten ausgesetzt sein. Europa dürfte weiterhin mit gedämpften Wachstumsaussichten konfrontiert sein.
Die Nachfrage in der Bauindustrie hat sich nach den starken Rückgängen seit Mitte 2022 im Jahr 2025 insgesamt stabilisiert, mit einer je nach Land/Markt unterschiedlichen Entwicklung beim Neubau- und beim Renovationsgeschäft. In Europa wird im Jahr 2026 insgesamt ein leichtes Marktwachstum, jedoch noch keine Markterholung erwartet. Diese Einschätzung basiert auf der Stabilisierung der Baugenehmigungen im Jahr 2025; entsprechend wird für das Geschäft mit Neubauten im laufenden Jahr eine stabile Entwicklung erwartet. Für das Renovationsgeschäft, das rund 60% zum Geberit Umsatz beiträgt, wird erneut eine leicht positive Entwicklung erwartet; dies wird durch mehrere für diesen Bereich relevante Indikatoren gestützt, beispielsweise durch gestiegene Immobilientransaktionen. Ausserhalb Europas wird für die Bauindustrie ein gemischtes Bild erwartet. In mehreren Märkten, beispielsweise in Indien, wird eine weiterhin starke Nachfrage prognostiziert. In China hingegen wird aufgrund der eingebrochenen Neubautätigkeit ein fortgesetzter Rückgang der Marktnachfrage erwartet.
Vor dem Hintergrund eines leicht verbesserten Marktumfelds bleibt es auch für 2026 das Ziel, die Marktposition von Geberit durch gezielte strategische Initiativen weiter auszubauen – beispielsweise durch:
- die Produktneuheiten des Jahres 2026 sowie den Fokus auf die in den Vorjahren erfolgreich eingeführten Produkte – zum Beispiel die Rohrleitungssysteme Geberit FlowFit und Mapress Therm, das Dusch-WC Alba und das Duofix Installationselement,
- Investitionen in IT, Digitalisierung und künstliche Intelligenz,
- neue, auf Endkunden, Architekten und Designer ausgerichtete Marketingaktivitäten, und
- die Erweiterung und Erneuerung von Logistikkapazitäten.