Die Lakers scheitern dramatisch
Der HC Fribourg-Gottéron legt im entscheidenden Spiel los wie die Feuerwehr, diktiert Tempo und Richtung, während die Lakers früh in den Rückwärtsgang gezwungen werden.
Gottéron-Führung durch Biasca
Die logische Konsequenz: Biasca lenkt einen Blueliner unhaltbar zum 1:0 ab. Der SCRJ bleibt defensiv eingeschnürt, findet kaum Entlastung, selbst im Powerplay fehlt die Durchschlagskraft. Kurz vor der Pause dann der nächste Nackenschlag: Nach einem Konter von Reber bugsiert Maier den Puck unglücklich ins eigene Tor: 0:2: Die Lakers stehen früh mit dem Rücken zur Wand – und vor dem Saisonende.
Der SCRJ kommt zurück
Doch das sollte es noch lange nicht gewesen sein. Die Lakers kommen wie verwandelt aus der Kabine – und zünden den Turbo. Plötzlich drücken die Gäste aufs Tempo, schnüren Gottéron ein und erzwingen früh das Time-out von Fribourg-Headcoach Rönnberg. Lammer staubt nach einem Berra-Abpraller zum 1:2 ab, wenig später hämmert Strömwall im Powerplay den Onetimer zum Ausgleich ins Netz.
Zwei Powerplay-Tore der Lakers
Das Momentum kippt. Fribourg findet kaum mehr Luft, bringt gerade drei Schüsse auf Nyffeler. Und die Lakers setzen noch einen drauf: Pilut trifft kurz vor der Pause per Blueliner zur erstmaligen Führung – ebenfalls in Überzahl. Aus 0:2 wird 3:2 – ein Drittel wie ein Donnerschlag.
Fribourg mit «falschem» Tor...
Doch an einem dramatischen Eishockey-Abend war dies nicht die finale Wende. Gottéron schöpft nach der zweiten Pause neuen Mut – und trifft durch US-Stürmer Kyle Rau in der 45. Minute zum 3:3 - vermeintlich. Nach minutenlangem Videostudium erkennen die Schiedsrichter, dass der Puck via Aussennetz ins Tor gelangte.
... und doch noch mit dem 3:3
Doch neun Minuten später fällt doch noch der Ausgleich - durch De la Rose, der eine Massvorlage Raus wuchtig ins Netz befördert: 3:3.
Alles beginnt von vorne
Alles beginnt von vorne. Den 9372 Zuschauern in der restlos ausverkauften BCF-Arena stockt der Atem. Und letztlich muss die Overtime entscheiden - das Drama aller Dramen.
Gottéron stärker
Und hier wird deutlich: Nun hat Fribourg den längeren Atem. Das Heimteam ist am Drücker, aber die Lakers wehren sich solidarisch - und können sich auf Goalie Nyffeler in Hochform verlassen. Doch in der 77. Minute ist auch er machtlos. Benoit Jecker trifft für Gottéron zum 4:3 - und die Lakers mitten ins Herz.
Lakers: vieles richtig gemacht
Es ist die Höchststrafe nach einer vor allem kämpferisch meisterlichen Leistung - und das jähe Saisonende. Anstatt zum dritten Mal in der Klubgeschichte in die Halbfinals geht's für das Lundskog-Team nun in die Sommerferien. Und trotzdem: Die Lakers dürfen stolz auf eine Saison zurückblicken, in der sie vieles richtig gemacht haben, aber letztlich an einem stärkeren Gegner gescheitert sind.
Telegramm
HC Fribourg-Gottéron – SC Rapperswil-Jona Lakers 4:3 (2:0, 0:3, 1:0, 1:0) n.V.
BCF-Arena, Freiburg im Üechtland
9'372 Zuschauer.
Schiedsrichter: Tscherrig/Ruprecht, Cattaneo/Bürgy.
Tore: 5. Biasca (Jecker, Arola) 1:0. 19. Johnson (Reber, Streule) 2:0. 25. Lammer (Albrecht, Capaul) 2:1. 29. Strömwall (Pilut, Albrecht/Powerplaytor) 2:2. 38. Pilut (Strömwall, Dünner/Powerplaytor) 2:3. 54. De la Rose (Rau, Wallmark) 3:3. 77. Jecker 4:3.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen HC Fribourg-Gottéron, 4-mal 2 Minuten gegen SC Rapperswil-Jona Lakers.
PostFinance-Topskorer: Borgström; Strömwall.
HC Fribourg-Gottéron: Berra; Rathgeb, Kapla; Seiler, Streule; Jecker, Arola; Johnson; Bertschy, Borgström, Biasca; Rau, Wallmark, De la Rose; Sprunger, Walser, Marchon; Dorthe, Reber, Gerber; Nicolet.
SC Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Pilut, Maier; Henauer, Larsson; Dufner, Jelovac; Capaul; Strömwall, Rask, Wetter; Zangger, Maillet, Jensen; Lammer, Albrecht, Dünner; Hofer, Lindemann, Graf; Hornecker.
Bemerkungen: HC Fribourg-Gottéron ohne Sörensen, Nemeth, Ljunggren, Rod, Schmid, Rattie und Glauser (alle abwesend), SC Rapperswil-Jona Lakers ohne Diethelm, Embacher, Fritz, Kellenberger, Bisig, Taibel, Quinn, Honka und Moy (alle abwesend).