Eigentlich hätte das Interview mit Patrick Fischer erst nach der Eishockey-WM erscheinen sollen. Am Mittwoch war das Gespräch jedoch plötzlich auf diversen Plattformen von «Portal24» zu lesen – darunter Linth24. Wenig später verschwand es wieder. Danach griffen grosse Schweizer Medien wie der «Tages-Anzeiger», der «Blick» und CH Media die Geschichte auf.
Kein Schuldgefühl bei Fischer
Im Interview äusserte sich Fischer erstmals öffentlich zu seiner Entlassung nach der Affäre um ein gefälschtes Covid-Zertifikat. Besonders ein Satz sorgte schweizweit für Diskussionen: «Am Ende stolperte ich über meinen eigenen Optimismus, über mein Vertrauen in Mitmenschen und über den mir so wichtigen Wert, mir selbst treu zu bleiben.»
«Ein tiefer Einschnitt»
Zur Situation sagte Fischer zudem: «Meine Entlassung als Nationaltrainer war ein tiefer Einschnitt.» Entscheidend sei für ihn aber, «dass man sich nicht die Schuldfrage stellt, sondern die eigene Situation reflektiert». Rückschläge gehörten zum Leben, genauso wie «die nötige Ausdauer und Entschlossenheit».
Kommunikation um den Unternehmertag
Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, war das schriftlich geführte Interview Teil der Kommunikation rund um den Unternehmertag vom 30. Juni in Vaduz, an dem Fischer als Referent auftreten wird. Angeliefert wurde es von der liechtensteinischen Eventagentur Skunk. «Portal24»-Verleger Natal Schnetzer erklärte gegenüber der Zeitung: «Und natürlich haben wir es gerne veröffentlicht.»
Girsberger interveniert
Offenbar wurde Fischer vom Zeitpunkt der Publikation überrascht. Laut dem «Tages-Anzeiger» intervenierte daraufhin Esther Girsberger, die Fischers Auftritte koordiniert. Das Gespräch wurde nach rund zwei Stunden wieder depubliziert.
Fischer tritt weiter öffentlich auf
Eine Agentur als Auslöser
Patrick Stahl von der Agentur «Skunk» sagte gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Das Management Fischers ging davon aus, dass das Interview erst nach der WM öffentlich wird.»
Fischer unerschütterlich
Trotz des Wirbels plant Fischer weitere öffentliche Auftritte. «Ich habe selbst erlebt, was es bedeutet, neu anzufangen», sagte er. Diese Erfahrung wolle er künftig weitergeben – «als jemand, der selbst durchs Feuer gegangen ist».