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Rapperswil-Jona
01.05.2026
01.05.2026 23:25 Uhr

EWJR wächst trotz tiefer Preise

2025 hat die EWJR in Rapperswil-Jona mehrere öffentliche Ladestationen in Betrieb genommen – hier beim Parkplatz Tüchelweiher.
2025 hat die EWJR in Rapperswil-Jona mehrere öffentliche Ladestationen in Betrieb genommen – hier beim Parkplatz Tüchelweiher. Bild: zVfg
Die EWJR erzielt 2025 weniger Umsatz, steigert aber den Gewinn. Neben der Grundversorgung gewinnen neue Geschäftsfelder zunehmend an Bedeutung.

Dr. Patrick Sommer, Verwaltungsratspräsident des EWJR, begrüssste 414 Aktionärinnen und Aktionäre zur Generalversammlung im Kreuz Jona. 60% der Aktienstimmen war zugegen. Alle Traktanden wurden mit grosser Mehrheit angenommen. 

Die Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG (EWJR) blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2025 zurück. Zusammen mit den Tochterfirmen Sustech AG und ch-Solar AG erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 53,1 Millionen Franken – nach 57,1 Millionen im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der konsolidierte Gewinn von 4,4 auf 4,8 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung erneut eine Dividende von 240 Franken pro Aktie.

Stabile Mengen, tiefere Preise

Mit 172 Gigawattstunden blieb die Stromabgabe im Verteilnetz praktisch unverändert. Dass der Umsatz dennoch zurückging, hängt vor allem mit den gesunkenen Strompreisen zusammen. Die EWJR senkte ihre Tarife 2025 um rund 6 Prozent und positionierte sich damit als einer der günstigeren Anbieter in der Ostschweiz. Möglich wurde dies durch eine vorausschauende Einkaufsstrategie, tiefere Beschaffungskosten sowie kontinuierliche Investitionen ins eigene Netz. Auf das Jahresergebnis wirkte sich diese Entwicklung nur begrenzt aus, da die Grundversorgung stark reguliert ist und nur eingeschränkte Margen zulässt.

  • Erfreuliche Zahlen und Aussichten gab es an der Generalversammlung der EWJR im Kreuz Jona. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Verwaltungsratspräsident Dr. Patrick Sommer informierte das anwesende Aktionariat über das Geschäftsjahr. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Einmal mehr brillierte Geschäftsführer Michael Bätscher mit profunder Sachkenntnis bei seinem rhetorisch bewundernswerten Vortrag zum Strommarkt und dessen Herausforderungen. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Informationen zum Einfluss Erneuerbarer Energien. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Erklärungen zum neuen Strompreismodell des EWJR. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Und zum Schluss, für alle Interessierten kulinarischer Genüsse an Generalversammlungen: dies war das Dessert und es mundete köstlich. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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Neue Felder gewinnen an Gewicht

Das Verteilnetz bleibt das Rückgrat des Unternehmens. Parallel dazu baut die EWJR gezielt weitere Geschäftsfelder aus. Im Dienstleistungsbereich war die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen leicht rückläufig, dennoch installierte die Gruppe 134 neue Anlagen. Deutlich stärker entwickelte sich die Nachfrage nach Heimspeichern: Hier wurde 2025 rund 60 Prozent mehr Speicherkapazität installiert als im Vorjahr. Damit können Kundinnen und Kunden ihren selbst produzierten Solarstrom vermehrt speichern und zeitversetzt nutzen.

Zusätzlich sieht die EWJR im Bereich «Infra Solutions» weiteres Potenzial. Dazu gehören unter anderem Netzbaudienstleistungen für Dritte sowie die Realisierung von Speicher- und Notstromlösungen.

E-Mobilität im Ausbau

Im Geschäftsfeld «Assets» investiert das Unternehmen weiter in Batteriespeichersysteme und Ladeinfrastruktur. In Rapperswil-Jona betreibt die EWJR inzwischen 16 öffentliche Ladestationen mit insgesamt 26 Ladepunkten. Neue Standorte kamen 2025 bei den Parkplätzen Tüchelweiher, Kempraten und Bollwies hinzu. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Lösungen für private Ladeinfrastrukturen in Ein- und Mehrfamilienhäusern an.

Die Batteriespeichersysteme entwickelten sich erneut positiv und trugen wesentlich zum Jahresergebnis bei. Der schneearme Winter 2024/25 sowie der trockene Frühling 2025 wirkten sich günstig auf die Preise für Systemdienstleistungen aus. Die EWJR will ihren eingeschlagenen Kurs fortsetzen und weiterhin gezielt in die Versorgungssicherheit sowie in wachstumsstarke Geschäftsfelder investieren.

Markus Arnitz, Linth24
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