Herbert Oberholzer schreibt:
Gemeindepräsident Diego Forrer sagte, dass man bei den Schulproblemen in Uznach auch das Elternhaus mitbetrachten müsse. Wie recht er doch hat. Viele Eltern setzen die Kinder zuhause vor TV, Tablet und Handy statt mit ihnen beim Jassen, Schach, Fussballspiel und dergleichen zu diskutieren oder regelmässig immer nach dem Abendessen den vergangenen Tag zu besprechen.
Beobachtungen im Alltag
Ich beobachte vieles auch in Restaurants: Mütter an Handys oder am Plaudern mit ihrer Freundin. Die Kinder toben schreiend in der Beiz herum. Einmal stellte ich eine Mutter zur Rede. Sie fragte, hatten sie keine Kinder? Doch, sagte ich, aber wir haben sie zu Rücksichtnahme, Anstand und Hilfsbereitschaft erzogen. Sie schüttelte nur den Kopf, wendete sich ab und sagte zu ihrer Freundin «alter Sack». Ich meine lieber ein «alter Sack» als ein junges für gute Elternschaft ungeeignetes Weichei.
Folgen für Schule und Lehrpersonen
Lehrpersonen, die unter unerzogenen, unhöflichen und aggressiven Schülern leiden, hängen ihren Beruf schnell an den Nagel. Zwar sind seit dem Schuljahr 2025 / 26 in unserem Kanton die Kündigungsfristen von 3 Monaten auf 4 Monate hinaufgesetzt worden. Das macht den Braten auch nicht feiss! Quereinsteiger und Lehrkräfte mit ausländischen Diplomen sind hochwillkommen. Aber auch diesen muss der Rücken gestärkt werden.
Disziplin und Führung
Roland Leuenberger spricht von der Disziplin in der Schule, die durchzusetzen ist. Die klare Führung durch die Schulleitung und die deutliche Sprache mit den Eltern renitenter Schüler sind zwingend! Das Lernklima wird sich sofort verbessern. Kinder, die lernen wollen, kommen wieder zum Zug.
Schlussgedanke
Napoleon hat gesagt, es gibt keine schlechten Soldaten nur schlechte Offiziere. Sinngemäss: Es gibt keine schlechten Kinder, nur schlechte Eltern.
«Zu Hause muss beginnen was leuchten soll im Vaterland», sagte Jeremias Gotthelf und meinte damit, dass die Verantwortung für ein funktionierendes Gemeinwesen (Vaterland) primär bei den Eltern beginnt. Und das stimmt immer noch.