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19.02.2026
20.02.2026 21:44 Uhr

Aus für Windpark am Flumserberg

Am Flumserberg SG wird vorerst kein Windpark geplant. (Archivbild)
Am Flumserberg SG wird vorerst kein Windpark geplant. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/APA/APA/HANS KLAUS TECHT
Der wirtschaftliche Betrieb eines Windparks am Flumserberg ist nicht möglich, so die Axpo nach Windmessungen. Das Projekt wird darum beendet. Landschaftsschützer sind erleichtert.

Am Flumserberg seien über ein Jahr hinweg umfangreiche Windmessungen durchgeführt und diese mit langjährigen Referenzdaten abgeglichen worden, teilte das Energieunternehmen Axpo am Mittwoch mit.

Unter der Schwelle der Wirtschaftlichkeit

Die Resultate zeigten, dass das Windpotenzial unter der Schwelle liege, die für eine wirtschaftliche Stromproduktion erforderlich wäre. Axpo werde sich deshalb auf alternative Standorte wie Wil (Boxloo) und Waldkirch/Andwil (Tannenberg) im Kanton St.Gallen sowie Dreibündenstein in Graubünden konzentrieren.

Nur noch zwei von vier Standorten

Im Oktober 2025 hatte das Energieunternehmen bereits bekanntgegeben, dass ein mögliches Windenergieprojekt in Sennwald nicht weiterverfolgt wird. Als Grund wurde der Ausstieg des Verwaltungsrats der Ortsgemeinde aus dem Projekt genannt. Von ursprünglich vier Standorten, die Axpo im Kanton St.Gallen prüfen wollte, sind damit noch zwei übrig geblieben.

Freie Landschaft St.Gallen: Erleichterung und Forderung

Freude herrscht! Die Axpo hat das Windparkprojekt Flumserberg wegen «zu wenig Wind» abgebrochen. Eine allgemeine Erleichterung ist zu spüren, die beliebte Tourismus- und Skiregion Flumserberg kann aufatmen. Die Bedrohung der einzigartigen alpinen Hochgebirgslandschaft und der Tourismuswirtschaft durch die geplanten 6 Riesenturbinen ist vom Tisch.

Mehr Widerstand aus Bevölkerung

Der Widerstand in der Bevölkerung gegen den Windpark hatte in der letzten Zeit stark zugenommen. Am 10. Januar noch hielt die Axpo eine Informationsveranstaltung ab, auf der es nur kritische Fragen und Stellungnahmen aus dem Publikum gab. Leserbriefe gegen den geplanten Windpark in den Medien nahmen zu. Im benachbarten St. Margrethenberg fachte eine Petition gegen den Windpark Grot-Maton eine öffentliche Debatte mit weitreichenden Folgen an.

Mit der jetzigen Entscheidung hat sich die Axpo eine mögliche Ablehnung durch die Alpkorporation Mols erspart. Von den weiteren Landeigentümern hatte zuvor die Ortsgemeinde Flums-Dorf dem Windpark zugestimmt, Oberterzen jedoch Nein gesagt, wodurch sich die Windparkfläche bereits verkleinert hatte.

«Erbärmlich» tiefe Windgeschwindigkeit

Bemerkenswert ist die von der Axpo angegebene gemessene Windgeschwindigkeit von nur 3.5 m/s, das ist erbärmlich wenig. In der St.Galler Richtplanung weht der Wind viel stärker: dort hat das «Eignungsgebiet» Flumserberg auf 150 m über Grund durchschnittlich 5.5 m/s mittlere Windgeschwindigkeit. Auch im nicht weit entfernten St. Margrethenberg mussten die Betreiber des Windparkprojektes Grot-Maton nach den Windmessungen ihre Prognosen drastisch reduzieren: von ursprünglich bis zu 12'500 Haushalte reicht der Windstrom jetzt nur mehr für 5'000 Haushalte. Die Messergebnisse werden bis heute unter Verschluss gehalten – droht dem Projekt dort ein ähnliches Schicksal?

Die «IG Sardona Gegenwind» und Freie Landschaft St.Gallen engagieren sich schon lange gegen den Windpark Flumserberg und haben Anfang 2025 eine realistische Visualisierung des Windparks vorgestellt, siehe hier. Dazu wurden in einem Faktenblatt auch die negativen Auswirkungen auf den Tourismus aufgezeigt.

Projekt-Abbruch überfällig – auch im St. Margarethenberg

Der Abbruch dieses landschafts- und naturzerstörenden Projektes war überfällig. Unsere schönen Berglandschaften dürfen nicht für die Nutzung der Windenergie geopfert werden, sondern müssen für die Zukunft erhalten bleiben.

Das gilt auch für den geplanten Windpark Grot-Maton im idyllischen St. Margrethenberg. Wir fordern, auch dieses Projekt sofort abzubrechen!

Freie Landschaft St.Gallen

Keystone-SDA / Freie Landschaft St.Gallen / Redaktion Linth24
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