Die gesetzlichen Vorsorgeleistungen aus der AHV (1. Säule) und Pensionskasse (2. Säule) sollen 60 Prozent des letzten Einkommens vor der Pensionierung betragen – so das sozialpolitische Leistungsziel. Was vielen nicht bewusst ist: Eine Ersatzquote von 60 Prozent deckt in den meisten Fällen die Ausgaben nach der Pensionierung nicht – es entsteht eine Vorsorgelücke. Wer heute privat vorsorgt (3. Säule), kann nicht nur diese Lücke schliessen, sondern dabei mehrfach profitieren.
Konto oder Wertschriften?
Eine Lösung mit einem Vorsorgekonto 3a eignet sich vor allem dann, wenn der Anlagehorizont weniger als fünf Jahre beträgt. Steht zum Beispiel ein Hauskauf an und wird für dessen Anschaffung Geld aus der gebundenen Vorsorge bezogen, sollte das Kapital schnell und einfach verfügbar sein. Wird das Vermögen allerdings kurz- bis mittelfristig nicht benötigt und beträgt der Anlagehorizont mehr als fünf Jahre, sollten Vorsorgefonds in Betracht gezogen werden. Diese bieten langfristig höhere Renditechancen, unterliegen aber Wertschwankungen.
Der Vorsorgetipp: Bestimmen Sie Ihre persönliche Anlagestrategie. Diese ist abhängig von Ihrem Anlagehorizont und der persönlichen Risikobereitschaft.
Lieber früh als (zu) spät
Bei der Einzahlungskadenz in die 3. Säule gibt es verschiedene Möglichkeiten: Einmalig den gesetzlich geltenden Maximalbetrag (Jahr 2026: 7'258 Franken für Personen mit Pensionskasse und 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens bzw. maximal 36'288 Franken für Personen ohne Pensionskasse) einzahlen, den Maximalbetrag unterjährig auf verschiedene Zeitpunkte verteilen oder – als dritte Option – monatlich mit einem Dauerauftrag einen fixen Betrag einzahlen. Wer die Ersparnisse auf ein Vorsorgekonto 3a einbezahlt, sollte dies idealerweise Anfang Jahr tun und nicht erst kurz vor Jahresende. So ist garantiert, dass die Einzahlung nicht vergessen geht und man sich die Steuersparmöglichkeit nicht vergibt. Zudem profitiert man bei der Einzahlung am Jahresanfang länger vom Zinseszinseffekt. Denn bei der Vorsorge gilt: Die Zeit arbeitet für uns.
Der Vorsorgetipp für die Kontolösung: Zahlen Sie den gesamten gewünschten Betrag einmalig im Januar ein oder erstellen Sie zu Jahresbeginn einen monatlichen, quartalsweisen oder halbjährlichen Dauerauftrag. Dadurch stellen Sie sicher, dass der jeweils gewünschte Sparbetrag berücksichtigt wird.
Renditechancen der Aktien- und Obligationenmärkte nutzen
Je früher man in einen Vorsorgefonds investiert, umso mehr profitiert man von den Renditechancen der Finanzmärkte. Die erzielten Gewinne werden reinvestiert und generieren zukünftig noch mehr Gewinn. Mit Anlagestrategien von konservativ bis wachstumsorientiert stellen die Raiffeisen Vorsorgefonds eine echte Alternative zu Spareinlagen dar. Dabei gilt: Je mehr Risiko die Strategie beinhaltet, desto grösser sind auch die Renditechancen.
Der Vorsorgetipp für Vorsorgefonds: Beginnen Sie bereits in jungen Jahren mit der Investition in (einen) Vorsorgefonds und profitieren Sie dank dem sehr langen Anlagehorizont bestmöglich von den Renditechancen der Finanzmärkte.