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Rapperswil-Jona
06.02.2026

Charmeoffensive für Neues BWZ

Machen den Stimmberechtigten das neue BWZ in Rapperswil-Jona schmackhaft: v.l. Stadtpräsidentin Barbara Dillier; Regierungsrätin Bettina Surber; Regierungsrätin Susanne Hartmann.
Machen den Stimmberechtigten das neue BWZ in Rapperswil-Jona schmackhaft: v.l. Stadtpräsidentin Barbara Dillier; Regierungsrätin Bettina Surber; Regierungsrätin Susanne Hartmann. Bild: Markus Arnitz, Linth24
Am 8. März 2026 stimmt die St. Galler Bevölkerung über den Neubau des BWZ Rapperswil-Jona ab. Kanton und Stadt präsentierten die Argumente.

Rund 1200 Lernende besuchen heute wöchentlich das Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Rapperswil-Jona. In wenigen Jahren sollen es laut Prognosen von Bund und Kanton rund 1600 sein. Die Infrastruktur hält mit dieser Entwicklung längst nicht mehr Schritt. Schulzimmer sind zu klein, Gruppenräume fehlen, neue Unterrichtsformen lassen sich kaum umsetzen. Enge Treppenhäuser, zu wenige Toiletten und fehlende Aufenthaltsräume prägen den Alltag. Kurz gesagt: Das BWZ ist am Limit.

Dabei ist das Ausbildungsangebot zentral für die Region und den ganzen Kanton. Vom Detailhandel über technische Berufe bis zur Informatikmittelschule mit Berufsmaturität reicht die Palette.

Mehr Platz für Fachkräfte von morgen

Der geplante Neubau im Südquartier von Rapperswil-Jona schaffe Abhilfe, meinte Regierungsrätin Bettina Surber. Künftig würde rund 5800 Quadratmeter Hauptnutzfläche für etwa 40 Klassen zur Verfügung stehen. Die Räume seien modular geplant und liessen sich flexibel an neue Lehr- und Lernformen anpassen. Damit reagiere der Kanton auf die Reformen in der Berufsbildung und auf die wachsende Zahl Lernender.

Regierungsrätin Susanne Hartmann: Es brauche mehr Platz für die Fachkräfte der Zukunft. Der Neubau sei ein notwendiger Schritt, um den Fachkräftemangel wirksam zu bekämpfen.

Synergie statt Doppelspurigkeit

Mit dem Neubau soll auch die Berufs- und Laufbahnberatung See-Gaster ins BWZ einziehen. Heute ist sie in Uznach in einer Mietlösung untergebracht, die räumlich und betrieblich Mängel aufweist. Bildung und Beratung sollen künftig unter einem Dach vereint werden. Das spare Kosten, vermeide Doppelstandorte und schaffe inhaltliche Nähe. Allein die heutigen jährlichen Mietkosten von knapp einer Million Franken fallen weg.

  • Das letzte Gruppenfoto vor dem alten BWZ? Stadt und Kanton hoffen auf die Annahme des Neubaus. v.l. Susanne Hartman, Barbara Dillier, Bettina Surber. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • v.l. Susanne Hartman, Vorsteherin Bau- und Umweltdepartement SG; Barbara Dillier, Stadtpräsidentin Rapperswil-Jona; Bettina Surber, Vorsteherin Bildungsdepartement SG. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Rektor Stefan Kriz erläutert den unbefriedigenden Zustand des BWZ in Rapperswil. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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Nachhaltig geplant

Der Neubau soll über seine gesamte Lebensdauer möglichst wenig CO₂ verursachen. Geheizt wird zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien, Photovoltaik deckt einen Teil des Strombedarfs. Wo möglich, kommt Holz zum Einsatz, um graue Energie zu reduzieren. Auch die Umgebung wird bewusst gestaltet: möglichst wenig Versiegelung, mehr Raum für Biodiversität.

Bildungscluster mit Strahlkraft

Die Lage im Südquartier sei kein Zufall. In Gehdistanz zu Fachhochschule, Bahnhof, Altstadt und See entstünde ein zusammenhängender Bildungsraum. Regierungsrätin Bettina Surber sprach von einem attraktiven Bildungscluster, der Stadt und Kanton gleichermassen stärkt. Auch Stadtpräsidentin Barbara Dillier sieht im Neubau eine klare Aufwertung des Standorts Rapperswil-Jona.

Kosten und Ausblick

Die Projektkosten belaufen sich gemäss Machbarkeitsstudie auf rund 91 Millionen Franken, inklusive Landerwerb. Stimmt die Bevölkerung am 8. März 2026 zu, soll der Neubau auf das Schuljahr 2033/2034 bezugsbereit sein. Ambitioniert, aber realistisch; sofern das Projekt ohne Einsprachen umgesetzt werden kann.

Der Neubau des BWZ Rapperswil-Jona wäre laut Stadt und Kanton damit mehr als ein Bauvorhaben. Er sei ein klares Bekenntnis zur Berufsbildung und zur Zukunft des Werkplatzes Region.

Markus Arnitz, Linth24
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