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13.08.2026
13.08.2026 17:41 Uhr

Milchbauern mit «Tag des letzten Raclette»

Vorstand Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost inkl. GPK und Geschäftsstelle mit Banner gegen die Abstimmung Ernährungsinitiative.
Vorstand Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost inkl. GPK und Geschäftsstelle mit Banner gegen die Abstimmung Ernährungsinitiative. Bild: zVg
Mit dem «Tag des letzten Raclette» auf der Schwägalp lancierte die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost ihre Kampagne gegen die Ernährungsinitiative vom 27. September 2026.

Der Vorstand der Genossenschaft Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (kurz VMMO) traf sich am vergangenen Sonntag auf der Schwägalp zum «Tag des letzten Raclette». Der Anlass war der Auftakt für die Kampagne gegen die Ernährungsinitiative, die dem Schweizer Stimmvolk am 27. September 2026 vorgelegt wird.

Die VMMO-Vorstandsmitglieder, allesamt aktive Milchbäuerinnen und Milchbauern, äusserten sich besorgt über die möglichen Folgen für die Schweizer Milchproduktion, falls die Initiative angenommen würde.

Warum «Tag des letzten Raclette»?

Das Raclette steht symbolisch für die ganze landwirtschaftliche Wertschöpfungskette: Am Anfang stehen die Bauernfamilien, ihre Flächen und ihre Tiere. Aus Gras und Raufutter entsteht durch die Kuh Milch, die von Molkereien und Käsereien zu hochwertigen Lebensmitteln verarbeitet wird.

Die Ernährungsinitiative verlangt einen Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent. Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, wenn der Konsum von tierischen Lebensmitteln massiv eingeschränkt würde. Die staatliche Einschränkung der Konsumfreiheit wurde überdies zu höheren Preisen und mehr Einkaufstourismus führen.

«Bei einem Ja wird das Raclette natürlich nicht am nächsten Tag verboten. Aber der politische Kompass würde neu ausgerichtet», unterstrich Reto Schaufelberger, Präsident VMMO. «Das betrifft unsere Betriebe, unsere Investitionen und die Zukunft der Milchproduktion.»

Landwirtschaft muss zu Standort passen – im Tal wie am Berg

Für VMMO ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich die landwirtschaftliche Produktion an den natürlichen Voraussetzungen orientiert. Boden, Klima und Topografie bestimmen, welche Nutzung an einem Standort sinnvoll ist. Das gilt im Tal genauso wie am Berg. Ohne Nutztiere steht die Landwirtschaft im Berg- und Alpgebiet vor dem Aus. In der Folge verbuschen und verwalden diese Gebiete. Wertvolle und vielfältige Kulturlandschaften gingen verloren.

«Die Schweiz braucht Pflanzenbau und Tierhaltung. Wo Ackerbau sinnvoll ist, sollen wir Ackerbau betreiben. Wo Gras wächst, können Kühe dieses Gras in wertvolle Lebensmittel wie Milch und Käse umwandeln. Eine standortgerechte Landwirtschaft beginnt beim Boden und nicht bei einer politisch gewünschten Menüplanung», betonte VMMO-Präsident Reto Schaufelberger.

In Zukunft Kartoffeln pflanzen auf der Schwägalp? Bild: zVg

Kartoffeln auf Schwägalp – wo Theorie an Grenzen stösst

Um deutlich zu machen, was passiert, wenn Ernährungskonzepte die Realität vor Ort ausblenden, pflanzten die Anwesenden auf 1'300 m ü. M. Kartoffeln. Die Botschaft dahinter: Natürlich können auch auf dieser Höhe Kartoffeln wachsen. Doch nur weil eine Fläche auf dem Papier für den Ackerbau vorgesehen wird, wird aus einer Wiese aber noch lange kein sinnvoll nutzbares Ackerland. Eine standortangepasste Landwirtschaft richtet sich nach den natürlichen Gegebenheiten – nicht danach, was in einem theoretischen Ernährungskonzept gut aussieht.

Die Genossenschaft VMMO

Die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost, kurz VMMO, vertritt die Interessen ihrer rund 3'800 Mitglieder und erbringt für diese eine breite Palette an Dienst- und Beratungsleistungen. Die Mitglieder der VMMO sind allesamt aktive Milchproduzenten und produzieren rund ¼ der schweizerischen Milchmenge.

Das Einzugsgebiet der VMMO erstreckt sich über 9 Kantone in der Ost- und Zentralschweiz sowie dem Fürstentum Liechtenstein. Getreu ihrer Devise «Kompetent rund um Milch» ist die VMMO die verlässliche Ansprechpartnerin für alle Themen rund um die Milchproduktion.

Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) / Redaktion Linth24
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