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14.08.2026
15.08.2026 10:39 Uhr

Seegras kostet die Gemeinden Geld

Bild: Linth24
Die Seegrasmengen beschäftigen die Gemeinden. In Schmerikon sorgt der Aufwand für Kosten und Kritik am Kanton. In Rapperswil-Jona sind bereits bis zu 160 Arbeitsstunden angefallen.

Die grünen Teppiche auf dem Obersee sind nicht nur ein sommerliches Naturphänomen. Wo sich grosse Mengen Seegras sammeln, müssen Gemeinden und Städte aktiv werden – vor allem in Hafenanlagen und an Badeplätzen. Das Pflanzenmaterial muss aus dem Wasser geholt, abtransportiert und entsorgt werden.

Die «Seekuh» räumt auf

Zum Einsatz kommen Mähsammelboote. In der Region ist unter anderem die «Seekuh» der Firma Landolt Engineering AG unterwegs. Das kleinere Boot schneidet das Seegras und nimmt es gleichzeitig auf. Die Kosten lassen sich allerdings nicht mit einem einheitlichen Tagessatz beziffern. Laut Stadt Rapperswil-Jona hängen sie vom Anbieter und der Einsatzdauer ab. Werden mehrere Boote gleichzeitig eingesetzt, können die Gesamtkosten rund 6000 Franken pro Einsatztag erreichen.

Rapperswil-Jona rechnet mit mehr

Im vergangenen Jahr kosteten externe Einsätze in Rapperswil-Jona rund 20'000 Franken. Wegen des aktuell hohen Aufkommens rechnet die Stadt 2026 mit deutlich höheren Kosten. Normalerweise ist das Mähboot vier bis acht Tage pro Jahr im Einsatz. Wie viele Tage in dieser Saison noch dazukommen, ist offen.

Auch Werkdienst ist gefordert

Die Rechnung besteht zudem nicht nur aus dem Mähboot. Auch der Werkdienst ist gefordert. Für die Entfernung des Seegrases sind in diesem Jahr bisher rund 120 bis 160 zusätzliche Arbeitsstunden angefallen. Hinzu kommen die regulären Arbeiten auf dem See: Für Treibholz und Unrat fallen über das gesamte Jahr rund 650 Arbeitsstunden an. Die konkreten Kosten des zusätzlichen Personalaufwands für das Seegras kann die Stadt derzeit nicht separat ausweisen.

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Schmerikon rechnet anders

Auch die Ortsgemeinde Schmerikon arbeitet regelmässig mit der Firma Landolt zusammen. Das Mähboot wird vor allem eingesetzt, wenn Seegras in der Hafenanlage den Zugang zu den Bootsplätzen behindert. Bei grossen Mengen angeschwemmten Materials wird die Firma ebenfalls beigezogen. Schmerikon bezahlt 245 Franken pro Stunde plus 200 Franken Anfahrt. Ein achtstündiger Einsatz kostet damit rund 2200 Franken. Dazu kommen Entsorgung und Arbeitszeit der eigenen Mitarbeiter. Wie viele Einsatztage nötig werden, hängt von der weiteren Wetterentwicklung ab.

Kritik am Kanton

Im Herbst könnte sich die Situation nochmals verschärfen. Bei starken Regenfällen können zusätzlich Geschwemmsel und Unrat aus Bächen und Flüssen angeschwemmt werden. Schmerikon sieht darin eine zusätzliche Belastung und kritisiert gleichzeitig den Kanton St. Gallen. Dieser fühle sich für Pflege und Unterhalt des Sees zu wenig verantwortlich, obwohl er Wasserfahrzeugsteuern und Gewässernutzungsgebühren einnimmt. Aus Sicht der Ortsgemeinde sollten diese Einnahmen stärker in den Gewässerunterhalt fliessen.

Die Gesamtrechnung bleibt offen

Rapperswil-Jona beurteilt die Lage zurückhaltender. Das Seegrasaufkommen schwanke von Jahr zu Jahr stark, die Ursachen für die aktuellen Mengen liessen sich nicht eindeutig auf einzelne Faktoren zurückführen. Die Stadt setzt ihre Mittel dort ein, wo Seegras den Hafenbetrieb oder die Nutzung der Badeanlagen konkret beeinträchtigt. Wie hoch die Gesamtkosten der Saison ausfallen, ist noch offen. Eine gewisse Entlastung gibt es bei der Grüngutentsorgung, die wegen der aktuellen Wetterverhältnisse geringer ausfällt.

Fest steht aber schon jetzt: Seegras kostet nicht nur Geld für Maschinen. Es kostet auch Arbeitszeit – und davon sind in Rapperswil-Jona bereits deutlich mehr als hundert zusätzliche Stunden angefallen.

Markus Arnitz, Linth24
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