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13.08.2026
13.08.2026 11:49 Uhr

Seegrasteppiche setzen dem Ufer zu

Das Seegras welches sich in den Uferzonen verfängt, bedroht den Rückzugsort für Fische, Amphibien und Vögel.
Das Seegras welches sich in den Uferzonen verfängt, bedroht den Rückzugsort für Fische, Amphibien und Vögel. Bild: zVG
Grosse Seegrasmengen treiben derzeit auf dem Obersee. Am Ufer von Bollingen zeigen sich Folgen, die weit über die Schifffahrt hinausreichen.

Das Seegras auf dem See wird zur grossen Herausforderung für Mensch und Natur. Wind und Wellenschlag treiben die Pflanzen zusammen und schieben sie teilweise bis an die Ufer. Am Badeplatz in Bollingen entstehen dadurch dichte Seegrasteppiche, die sich im Schilf verfangen.

Wenn der See zum Teppich wird

Die Pflanzenmassen drücken auf die teilweise lockeren Schilfbestände und können diese niederwalzen oder beschädigen. Was auf dem offenen Wasser zunächst wie ein natürliches Sommerphänomen wirkt, wird damit an den Ufern zu einem Problem. Werner und Silvia Niederöst aus Schmerikon machten Linth24 auf dieses Problem aufmerksam.

Wertvoller Lebensraum unter Druck

Das Problem betreffe nicht nur die Schifffahrt. Schilfzonen gehören zu den wichtigen Lebensräumen am Zürichsee. Sie bieten Jungfischen Schutz und dienen Wasservögeln als Brut-, Rückzugs- und Nahrungsgebiete, so die Niederöst’s. Kritisch wird es dort, wo die Teppiche in empfindliche Schilfzonen gelangen. Dort können sie die Vegetation mechanisch belasten und Lebensräume für Fische und Wasservögel beeinträchtigen

  • Natur pur und trotzdem kein schönes Bild: das Seegras treibt wie riesige Flösse auf dem See. Bild: Linth24
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  • Das angeschwemmte Seegras verheddert sich im Schilf und ist nur schwer wieder zu entfernen. Bild: zVg
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Rückzugsorte gehen verloren

Gerade Jungfische sein auf strukturreiche Uferbereiche angewiesen, meinten Werner und Silvia Niederöst in ihrem Mail an die Redaktion. Zwischen Schilf und Wasserpflanzen finden sie Deckung vor Fressfeinden. Auch Jungvögel nutzen das Schilf als geschützten Aufenthaltsort. Werden die Halme durch grosse Pflanzenmengen niedergedrückt oder beschädigt, können solche Rückzugsräume verloren gehen. Weniger Deckung kann insbesondere für Jungvögel ein zusätzliches Risiko bedeuten.

Hitze macht die Entwicklung sichtbar

Hohe Wassertemperaturen begünstigen das Wachstum von Wasserpflanzen. Werden Pflanzenteile losgerissen, treiben Wind und Strömung sie anschliessend zusammen  wo sie sich an Uferstellen konzentrieren. Die Hitze allein verursacht die Seegrasteppiche nicht. Zusammen mit starkem Pflanzenwachstum sowie Wind, Wellen und Strömung begünstigt sie jedoch, dass sich grosse Mengen ansammeln und verlagern.

Wer trägt die Verantwortung?

Aus Sicht der Hinweisgeber wäre es sinnvoll, schwimmende Seegrasteppiche bereits auf dem See zu entfernen, bevor sie an den Ufern landen und dort zusätzlichen Schaden verursachen. Damit stellt sich auch die Frage nach der Zuständigkeit: Wer greift ein, wenn aus natürlichem Treibgut eine Belastung für die Uferzone wird? Werner und Silvia Niederöst können nicht nachvollziehen, dass der Kanton hier keine aktivere Rolle übernimmt oder sich zumindest an den Kosten einer Beseitigung beteiligt. Die Bilder vom Obersee zeigen jedenfalls eindrücklich: Seegras gehört zum See. Doch wenn sich daraus schwere Teppiche bilden und im Schilf verfangen, wird aus einem Naturphänomen schnell eine Belastung für einen besonders empfindlichen Lebensraum.

Markus Arnitz, Linth24
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