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13.08.2026
13.08.2026 10:11 Uhr

Neophyten-Bekämpfung am Linthwerk

Im Rahmen eines Sommerjobs rissen Kantischüler/innen invasive Goldruten von Hand aus und entsorgten sie in grossen Säcken.
Im Rahmen eines Sommerjobs rissen Kantischüler/innen invasive Goldruten von Hand aus und entsorgten sie in grossen Säcken. Bild: Linthwerk
Schüler/innen der Kantonsschule Glarus bekämpften in den Sommerferien invasive Neophyten am Escherkanal der Linth. Der Einsatz steht für die Biodiversitätsbestrebungen vom Linthwerk.

Wer in den letzten Tagen am Escherkanal unterwegs war, konnte ein knappes Dutzend Jugendliche beobachten, die in den Böschungen Pflanzen ausrissen und in grossen Säcken entsorgten. Es handelte sich dabei um Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Glarus, die sich für einen Sommerjob zur Bekämpfung von invasiven Neophyten am Linthwerk gemeldet hatten. Diesmal ging es der Goldrute an den Kragen, die in einigen Abschnitten zwischen Chli Gäsitschachen und Gäsi in Massen vorkommt.

Während sechs Stunden pro Tag lag der Fokus auf Goldruten an der Böschung. Bild: Linthwerk

Angeleitet wurden die Jugendlichen von Christian Metzger, der für das Umweltberatungsunternehmen Oekoskop schweizweit solche Einsätze zugunsten von Natur und Landschaft leitet – meist mit Zivildienstleistenden, hier im Auftrag des Kantons Glarus auch mit Kantischülerinnen und -schülern. Mit der diesjährigen Truppe zeigt er sich sehr zufrieden: «Die Jugendlichen waren sehr motiviert und kamen effizient voran. Dabei ist die Arbeit anstrengend, während sechs Stunden pro Tag macht man immer dieselbe Bewegung.»

Am ersten Tag des mehrtätigen Einsatzes erklärte Metzger den Schülerinnen und Schülern, wie sie die invasive Pflanze erkennen können und welchen Sinn der Einsatz hat: «Wir befinden uns in ökologisch wertvollen Gebieten von nationaler oder kantonaler Bedeutung und fördern mit unserer Arbeit die einheimischen Arten.» Der Erfolg zeigt sich jeweils ein Jahr später. Wo im Vorjahr die Jugendlichen gearbeitet haben, sei der Bestand der Goldrute um etwa 80 Prozent zurückgegangen, sagt Metzger.

Der Einsatz der Jugendlichen trägt zur Bewahrung der überdurchschnittlichen Artenvielfalt der Wiesen am Linthwerk bei. Bild: Linthwerk

Enge Zusammenarbeit von Linthwerk, Pächtern und Kantonen

Der Einsatz der Glarner Kantischülerinnen und -schüler steht exemplarisch für die umfangreichen Bestrebungen rund ums Linthwerk, um invasive Neopyhten wie Goldruten, Sommerflieder und Springkräuter, aber auch einheimische unerwünschte Pflanzen fernzuhalten. Die Wiesen und Wälder am Linthwerk weisen im regionalen Vergleich eine überdurchschnittliche Artenvielfalt auf. Dies ist nicht einfach gegeben, sondern muss mit grossem Aufwand sichergestellt werden. Vor gut zehn Jahren hat das Linthwerk dazu ein Konzept erstellt. Extensiv bewirtschaftete Flächen fördern die Biodiversität. Erwünschte Pflanzen werden gezielt gefördert, unerwünschte Arten durch Ausgraben und Beseitigung des Schnittguts reduziert.

Für eine maximale Wirkung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Linthwerk als Landeigentümerin, den Pächtern sowie den Kantonen erforderlich. Für den Zustand der verpachteten Flächen sind in erster Linie deren Pächter und Bewirtschafter verantwortlich. Bei übermässigem Aufkommen von Problempflanzen kann das Linthwerk Zusatzvereinbarungen mit den Pächtern treffen. Die Linthverwaltung mit ihren Linthaufsehern geht im Rahmen des allgemeinen Unterhalts ebenfalls mit regelmässigen Kontrollen und Massnahmen gegen Neophyten vor. Dazu kommt die Unterstützung der vier Linthkantone, beispielsweise mit Arbeitseinsätzen wie jenem der Jugendlichen.

«Sogenannte Problemflächen sind über das gesamte Linthwerk hinweg gesehen begrenzt, und der allgemeine Zustand der Wiesen ist gut bis sehr gut», stellt Linthingenieur Ralph Jud fest, «die Arbeit der Pächter ist in den meisten Fällen engagiert und korrekt.» Ein neophyten-freies Linthwerk wird es gleichwohl nie geben. Ziel ist es vielmehr, das Vorkommen von unterwünschten Pflanzen gemeinsam zu kontrollieren und zu regulieren.

Über das Linthwerk

Das Linthwerk ist ein im 19. Jahrhundert geschaffenes Hochwasserschutzbauwerk der Linth zwischen Mollis/Näfels und Walensee (Escherkanal) sowie Walensee und Zürichsee (Linthkanal). Zum Linthwerk gehören die Linth, alle Dämme, die angrenzenden Seitengewässer (Hintergräben), das Gebiet Gäsi am Walensee sowie diverse Wälder und Wiesen.

Die Linthkommission führt das Linthwerk im Rahmen eines interkantonalen Konkordates, das durch die Parlamente bzw. das Volk der Kantone Glarus, Schwyz, St.Gallen und Zürich gutgeheissen wurde.

Die Kommission besteht aus Präsident Thomas Tschudi (GL, Regierungsrat), Vizepräsident Ralph Brändle (SG, Leiter Amt für Wasser und Energie), Christian Bommer (SZ, Leiter Amt für Gewässer), Christoph Zemp (ZH, Vorsteher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL), und Heidi Romer (SG, Gemeindepräsidentin Benken). Der Bund ist mit Katharina Edmaier (Bundesamt für Umwelt BAFU) beratend vertreten.

Die operative Leitung des Linthwerks liegt in den Händen des Linthingenieurs. Der Linthingenieur (bzw. sein Stellvertreter) sorgt für die Überwachung, den Unterhalt und damit die Sicherheit der Anlagen.

Linthverwaltung / Redaktion Linth24
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