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20.06.2026
20.06.2026 12:01 Uhr

Medien 5: Was bringt die Zukunft?

Google-Medienkonferenz: Entwicklungschef Lutz Reid erklärt, wohin die KI-Reise geht.
Google-Medienkonferenz: Entwicklungschef Lutz Reid erklärt, wohin die KI-Reise geht. Bild: zVg
Die Künstliche Intelligenz (KI) wird die Medien und den Medienkonsum nochmals verändern. Die Herrschaft über die Botschaft geht verloren. Von Bruno Hug

KI wird nach dem Internet die nächste Revolution in der Informationsbeschaffung auslösen. Dabei ist KI keine Intelligenz, wie wir sie verstehen, sondern eine Maschine. Sie kann jedoch – was wir Menschen nicht können – in Millisekunden auf das gesamte Wissen im World Wide Web zurückgreifen. Also auf das, was die ganze Welt auf Websites und Social Media veröffentlicht. Hier bedient sich KI und stösst das «vereinte» Wissen wieder aus.

KI-Agenten kaufen ein

Wie rasant KI in unser Leben eindringt, zeigt Google. Diesen Sommer wird der Internetgigant seine Suchmaschine gänzlich auf KI umstellen. Google bucht künftig zum Beispiel Ihre in Ihrer Onlineagenda vorgesehene Reise, liefert dazu die Wetterdaten und reserviert das Hotel sowie den Restaurantbesuch am Zielort. Und mit «Agentic Shopping» bestellt Google für Sie zuhause Butter oder Seife und vergleicht die Angebotspreise. Natürlich lässt sich das alles auch über Google bezahlen.

Die Botschaft verlieren

Was Google kann, werden andere wie Meta oder Apple auch beherrschen. Der Bürger wird von KI begleitet, beraten und umsorgt.

Wenn nun aber die meisten Menschen ihre Informationen aus KI-Antworten beziehen, verlieren jene, die informieren, die Hoheit über ihre Botschaft – weil sie mit KI verschmolzen ist. Das passiert auch der Gemeinde, die zwar viel Geld für ihr Gemeindeblatt ausgibt, aber 70 Prozent der Bürger informieren sich eben online.

Die nächste Medienrevolution

KI wird auch die Medien verändern. An ihre Glaubwürdigkeit stellen sich ganz neue Ansprüche. Lokale Medien werden im Vorteil sein, weil sie ihre News vor Ort direkt ab der Informationsquelle beziehen.

Umgekehrt werden sich in unserer überinformierten Gesellschaft immer weniger Bürger die Zeit nehmen, längere Berichte zu lesen, weil die schnelle Infobeschaffung in der Online-Welt einfacher ist.
Man schaue sich nur mal die Informationsbeschaffung eines heute 10- oder 15-Jährigen an, der sich z.B. via den Whatsapp-Kanal mit Kurzinfos in 10 Minuten über die ganze Welt informiert. Und den Rest holt er sich via Social Media.

KI wird auch neue Medien gebären, so zum Beispiel den KI-automatisierten Tages-Newsletter, mit allem, was in einer Region passiert. Vielen wird das genügen. Jenen gegen 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung, die gemäss neusten Studien News vermeiden, sowieso.

Meine Prognose

Wie in Teil drei dieser Serie schon ausgeführt: Gemeinden, Kantone und der Bund werden für lokale Medien Geld bereitstellen müssen, denn jemand muss über das Geschehen vor Ort berichten. Umfragen zeigen immer wieder: Für die meisten Bürger sind Lokalmedien «wichtig bis sehr wichtig».
Zudem werden auch die Gemeindeführungen auf Dauer merken, dass es für die Prosperität ihrer Gemeinde und das Funktionieren der Demokratie lokale Medien braucht.

In Folge 6 beschreiben wir, wie der Verbund von Portal24, zu dem auch Linth24 gehört, die Medien-Zukunft an die Hand nimmt.

Bruno Hug, Linth24
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