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17.06.2026
18.06.2026 05:56 Uhr

Medien 2: Der Niedergang der Lokalzeitung

Der Zeitungs-Niedergang: Es fehlt an Abonnenten und Inserenten.
Der Zeitungs-Niedergang: Es fehlt an Abonnenten und Inserenten. Bild: zVg
Seit 2000 wurden in der Schweiz 150 Zeitungen eingestellt oder fusioniert. Und jene, die es noch gibt, müssen ins Internet. Aber auch dort können sie nicht überleben. Von Bruno Hug

Lokal gibt es vielerorts keine unabhängige Zeitung mehr. Und dort, wo es noch eine gibt, ist sie meist ausgedünnt und erreicht nur noch rund 20 Prozent der Haushalte. Dabei geht der Krebsgang weiter. 2025 haben allein die zwei Grossverlage Tamedia und CH Media gegen 20 Lokalmedien eingestellt oder zusammengestutzt.

Der Niedergang der Lokalzeitungen vollzog sich parallel zum Siegeszug des Internets und dem Handy. Beides hat die Informationsbeschaffung der Bürger gänzlich verändert: 70 Prozent der Bevölkerung informiert sich heute online. Bei den Jugendlichen sind es gegen 100 Prozent.

Preis- und Datenmacht

Zugleich begannen die Tech-Konzerne aus den USA und aus China die Daten der Nutzer aus Social Media, Suchmaschinen und Online-Handel zu sammeln und damit den Konsumenten die Werbung zielgerichtet zuzuspielen. Dadurch gelang es den Tech-Riesen, die Preise für Werbung im Internet gegenüber Print um rund 95% zu senken.
Dieser Daten- und Preismacht haben lokale Medien absolut nichts entgegenzusetzen.

Medien müssen zu den Lesern

Trotzdem müssen die noch verbliebenen Zeitungen ins Internet: Weil hier die Leser sind. Nur, im Internet können sie auch nicht überleben: 80 Prozent der Schweizer Online-Werbung fliesst an die ausländischen Tech-Giganten, und was in der Schweiz bleibt, bringt wegen der tiefen Preise fast nichts ein.

Dazu kommt: Laut Studien sind nur rund 15 Prozent der Mediennutzer bereit, für ein Online-Abonnement zu bezahlen – lokal sind es bedeutend weniger, und erst noch, nur zu tiefen Preisen.

Ein Teufelskreis

Zudem wollen die Zeitungen im Internet ihre verbliebenen Abonnemente durch eine Bezahlschranke schützen. Damit verlieren sie weiter an Lesern und auch an Bedeutung. Später folgt die Reduktion der Erscheinungstage, womit die nächsten Abonnenten ihr Abo künden. Ein Teufelskreis!

Nun kommt noch die Künstliche Intelligenz (KI). 80% der Jugendlichen in der Schweiz nutzen heute schon KI-Dienste. Und Google stellt seine Internetsuche noch dieses Jahr gänzlich auf KI um. Die Folge: Die Medien, egal ob in Print oder Online, werden erneut verlieren.

Unverzichtbare Lokalmedien

Umgekehrt ist klar: Medien sind für eine Demokratie fundamental. Ohne sie fühlen sich die Bürger einer unkontrollierten Obrigkeit ausgeliefert. Opposition und Kritik können nirgendwo an unabhängiger Stelle angebracht werden.
Zudem fehlt Bürgern, Vereinen, dem Gewerbe und allen Akteuren einer Gemeinde ein Medium über die Gemeindegrenzen hinaus.

Präsentation von Portal24

Portal24, der grösste Verbund von Schweizer Online-Medien, in dem 25 lokale Portale vereint sind, hat zur Entwicklung der Medien eine Präsentation geschaffen. Sie finden diese im folgenden PDF:

Der Medienniedergang und was folgt

In Folge 3 zeigt Linth24 auf, wie die Politik bezüglich Medien im Nebel herumstochert.

Bruno Hug, Linth24
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