IV-Anlass verglich Mensch und KI
Zum Thema der beiden Anlässe «Selber denken oder denken lassen?» in Flums und Gossau SG schickte der diesjährige Gastreferent Henning Beck die 700 Gäste auf eine mitreissende Reise durch das menschliche Denken. Die KI erkennt einen Stuhl an seinen Merkmalen: Vier Beine und eine Sitzfläche. Menschen verstehen hingegen die Funktion: Ein Gegenstand, auf dem wir sitzen können. So bauen Menschen – anders als die KI – auf Konzepten auf. Für Menschen ist es zudem essenziell im Austausch neue Wege und Lösungen zu erkennen.
Im Zentrum von Becks Überlegungen stehen auch menschliche Fehler. Anders als oft angenommen, sind Fehler nicht nur Defizite, sondern ein grundlegender Bestandteil unseres Denkens und auch ein Vorteil gegenüber der künstlichen Intelligenz. Fehler zeigen uns neue Wege und fördern kreative Problemlösungen. Sie helfen beim Verstehen und Lernen, weil wir aus Abweichungen unseren Wissensstand erweitern.
Keine Frage von entweder oder
Künstliche Intelligenz nicht zu nutzen, sei keine Option, hielt Beck fest. Eine Aussage, die auch Patrick Scheiwiller, Leiter der IV-Stelle St.Gallen, unterstützt und bestätigt. Eine spontane Umfrage im Publikum machte deutlich, dass eine Mehrheit die Nutzung von künstlicher Intelligenz im Unternehmen als Entlastung betrachten. Dabei ist es allerdings wichtig, dass nicht allein die Produktivität betrachtet wird, sondern dass Arbeitgebende auch die Verantwortung für gesunde Arbeitsbedingungen tragen, so Patrick Scheiwiller.
Noch erfolgreicher integrieren
Patrick Scheiwiller nannte einige Zahlen der beruflichen Integration. So sei es im vergangenen Jahr gelungen 1'438 Personen in die Arbeitsfähigkeit zurückzuführen und nachhaltige Lösungen zu finden.
Dass für Arbeitgebende noch weiteres Potenzial besteht, machte Michael Rimle, Leiter berufliche Integration der IV-Stelle, deutlich. Er stellte das neu geschaffene Tool reWork-Profil vor. Es erleichtert die Kommunikation zwischen Arbeitnehmenden, Arbeitgebenden und den behandelnden Ärztinnen/Ärzten massgeblich und trägt so wirkungsvoll dazu bei, Menschen vollständig oder mindestens teilweise im Arbeitsprozess zu behalten oder wieder zu integrieren.
Der zentrale Erfolgsfaktor ist, dass der Fokus auf den noch vorhandenen Ressourcen liegt, die gezielt und im Interesse aller genutzt werden können. Michael Rimle machte deutlich, dass so vorhandenes Know-how im Unternehmen bleibt und dabei auch noch Kosten eingespart werden können. Es lässt einen Arbeitnehmer spüren, dass er der Arbeitgeberin wichtig ist, so Michael Rimle.