Home Region Sport Schweiz/Ausland Rubriken Agenda
Region
19.05.2026

KI im Job: Entlastung, aber auch Druck

Generative künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsalltag. (Symbolbild)
Generative künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsalltag. (Symbolbild) Bild: ZO24/KI
Eine ZHAW-Studie zeigt: KI wird im Arbeitsalltag überwiegend als Unterstützung wahrgenommen. Gleichzeitig nehmen Unsicherheiten, Erwartungsdruck und der Bedarf an klaren Regeln zu.

Die Nutzung generativer künstlicher Intelligenz (GenKI) verändert den Arbeitsalltag von Fach- und Führungspersonen zunehmend grundlegend. Zu diesem Schluss kommt eine qualitative Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die die Auswirkungen der täglichen Nutzung von GenKI untersucht hat.

Während die Technologie vor allem als entlastend erlebt wird, zeigt die Studie auch neue Herausforderungen auf.

Mehr Effizienz

Die Befragten setzen GenKI vor allem für das Verfassen und Überarbeiten von Texten, die Strukturierung von Informationen sowie die Ideenentwicklung ein. Die tägliche Nutzung wird dabei mehrheitlich positiv bewertet.

Viele Teilnehmende berichten laut Studie von Stolz und Zufriedenheit, wenn mithilfe der Technologie bessere Ergebnisse erzielt oder Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden konnten.

«Wenngleich ein Teil der Befragten steigende Erwartungen an Produktivität und den Druck, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten, als belastend empfindet, wird GenKI überwiegend als entlastend erlebt», sagt Julia Kornfeind, Co-Studienleiterin.

Rechtliche Unsicherheiten

Trotz der zunehmenden Routine im Umgang mit GenKI bestehen weiterhin Unsicherheiten. Besonders häufig genannt werden die Fehleranfälligkeit der Systeme – sogenannte Halluzinationen – sowie offene Fragen zum Datenschutz und Urheberrecht.

Zudem fehlen in vielen Organisationen klare Richtlinien oder strukturierte Strategien für den Einsatz von GenKI. Teilweise seien bestehende Vorgaben auch zu wenig bekannt.

Einige Befragte beobachten ausserdem, dass der persönliche Austausch im Team durch die ständige Verfügbarkeit der Technologie abnimmt.

«Damit die ständige Verfügbarkeit von GenKI den persönlichen Austausch nicht schleichend verdrängt, sollten Teams gezielt Räume für gemeinsames Lernen und informellen Erfahrungsaustausch schaffen», sagt Co-Studienleiterin Dr. Anna-Lena Majkovic.

Mensch bleibt zentral

Trotz der rasanten Entwicklung blicken die meisten Befragten optimistisch auf ihre berufliche Zukunft. Zwar wird das Risiko gesehen, dass einzelne Tätigkeiten durch KI ersetzt werden könnten. Die Mehrheit versteht GenKI jedoch vor allem als Chance zur Weiterentwicklung.

Für die Zukunft wünschen sich die Teilnehmenden eine komplementäre Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Die Verantwortung und Kontrolle sollen weiterhin beim Menschen liegen, während GenKI unterstützend eingesetzt wird.

Besonders wichtig werden laut Studie Fähigkeiten, die sich nicht einfach automatisieren lassen: emotionale Intelligenz, kritisches Kontextwissen sowie soziale Kompetenzen und Netzwerke. Diese «GenKI-unterscheidenden» Stärken könnten entscheidend dafür sein, die eigene Rolle in einer zunehmend KI-geprägten Arbeitswelt langfristig zu sichern.

> zur Studie

Zürioberland24/bt
Demnächst