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Fussball
26.05.2026
26.05.2026 19:39 Uhr

Machtkampf beim FC St. Gallen eskaliert

Ein Bild aus besseren Zeiten: Matthias Hüppi dürfte beim FC St. Gallen nicht mehr das letzte Wort haben.
Ein Bild aus besseren Zeiten: Matthias Hüppi dürfte beim FC St. Gallen nicht mehr das letzte Wort haben. Bild: Screenshot
Wenige Tage nach dem historischen Cupsieg des FC St. Gallen brodelt es hinter den Kulissen gewaltig. Medienberichte über einen möglichen Umbruch im Verwaltungsrat sorgen für Unruhe – im Zentrum Klubpräsident Matthias Hüppi.

Der erste Cupsieg seit 57 Jahren hätte beim FC St. Gallen eigentlich für grenzenlose Euphorie sorgen sollen. Stattdessen dominieren wenige Tage nach dem Triumph interne Spannungen und Machtkämpfe rund um die Klubführung die Schlagzeilen.

Kahlschlag im Verwaltungsrat

Wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet, kommt es im Verwaltungsrat zu einem Kahlschlag. Per 30. Juni werden die vier langjährigen Verwaltungsräte Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer sowie Benedikt Würth (Rapperswil-Jona) aus dem Gremium ausscheiden. Einzig Patrick Thoma, der rund 15 Prozent der Klubanteile hält, bleibt im Amt.

Neues Gremium

Die Nachfolger sollen schon bereitstehen: Ex-Goalie Marwin Hitz, die Juristin Martina Wüthrich sowie der Treuhänder Urs Baumer sollen zusammen mit dem ehemaligen St. Galler SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker die neue Führung bilden. Letzterer bestätigte gegenüber SRF bereits seine Absicht, das Präsidium des FC St. Gallen zu übernehmen.

St. Galler Regierung reagiert

Die St. Galler Kantonsregierung reagierte am Dienstag ungewöhnlich deutlich auf die diversen Medienberichte. In einer proaktiven Mitteilung gratulierte sie zwar zunächst zum historischen Titelgewinn, nahm aber gleichzeitig die Berichte über interne Konflikte «mit Besorgnis» zur Kenntnis. Die Regierung appellierte an sämtliche Beteiligten, «der gesellschaftlichen Verantwortung des Clubs Sorge zu tragen und im Sinne des grossen Ganzen zu handeln».

Regierung stärkt Hüppi den Rücken

Bemerkenswert ist dabei vor allem die klare Haltung zugunsten der aktuellen Klubführung rund um Präsident Matthias Hüppi. Die Regierung betonte, der sportliche Erfolg wäre «nicht möglich gewesen ohne die strategische Weitsicht, die Stabilität und das Engagement» der aktuellen Führung. 
 
Weiter heisst es, die unter Hüppi und seinem Verwaltungsrat aufgebauten sportlichen, kulturellen und institutionellen Strukturen hätten das Fundament für den Cupsieg gelegt.

Erzwungene Ablösung?

Noch deutlicher wird die Regierung bei der möglichen Zukunft des Verwaltungsrats. Eine «erzwungene Ablösung» unmittelbar nach dem grössten sportlichen Erfolg seit Jahrzehnten stelle das verbindende Moment des Cupsiegs infrage, schreibt die Regierung.

So oder so: Der historische Cupsieg - der erste Titel seit dem Gewinn der Meisterschaft 2000 - droht damit bereits wenige Tage nach dem Triumph von einem internen Machtkampf überschattet zu werden.

Thomas Renggli
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