Weltcup Belgien: «Jetzt habe ich es geschafft»
Der erste Weltcup führte Stöckli nach Gistel in Belgien. Bereits auf der Startrampe des Zeitfahrens wurde der Moment überwältigend: «Jetzt habe ich es geschafft – wieder hier sein zu dürfen, war unbeschreiblich»“
Die Resultate standen dabei bewusst nicht im Vordergrund. Viel wichtiger war das Gefühl, endlich wieder Rennen fahren zu können und Schritt für Schritt Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen. Besonders berührend war zudem der herzliche Empfang durch internationale Athletinnen, Athleten und Staffs an und neben der Strecke.
Erst nach dem Rennen in Belgien fiel der bewusste Entscheid, auch beim Weltcup in Italien an den Start zu gehen. Der kurze Zwischenstopp zuhause in der Schweiz – in der Natur und am See – war dabei besonders wertvoll, um neue Energie zu tanken. Denn vor allem mental forderte das Comeback sehr viel Kraft.
Weltcup Italien: Platz 4 als persönlicher Sieg
Beim zweiten Weltcup in Montesilvano nahe Rom zeigte die Athletin bereits grosse Fortschritte. Besonders im Strassenrennen fuhr sie mutiger, aktiver und konnte wieder gezielt angreifen. «Meine Erfahrung und die Freude am Rennsport konnte mir die Krankheit nicht nehmen.»
Im Schlusssprint kämpfte sie sich mit viel Mut und Entschlossenheit noch auf Rang vier vor. «Auch wenn Resultate nicht im Fokus standen, war dieser vierte Platz für mich ein Sieg.»
Die Rennen in Italien machten deutlich, dass das Vertrauen in den eigenen Körper langsam zurückkehrt, auch wenn Kondition und Fitness weiterhin aufgebaut werden müssen. Mit grosser Dankbarkeit blickt Stöckli deshalb auf die vergangenen Wochen zurück – und gleichzeitig voller Vorfreude auf das, was noch kommen darf.
Überraschende EM-Selektion als nächster Meilenstein
Wie es in den kommenden Wochen genau weitergeht, wird weiterhin bewusst und mit Blick auf die Gesundheit entschieden. Umso überraschender war deshalb die Nachricht nach dem letzten Strassenrennen in Italien: Dank der starken Leistung erfüllte Stöckli die Limite für die Europameisterschaften und wurde für die EM in Maniago vom 12. bis 14. Juni selektioniert. Mit diesem nächsten Meilenstein hatte sie selbst kaum gerechnet. Bis zur Bekanntgabe spielte die Europameisterschaft in ihren Gedanken noch kaum eine Rolle.
Die Freude über die Selektion ist deshalb umso grösser. Klar ist aber auch: Der eingeschlagene Weg mit Geduld, Bedacht und einem bewussten Umgang mit dem eigenen Körper und Gesundheit bleibt weiterhin zentral.