Die Zahlen sind alarmierend: Über 100 Unternehmen, vom kleinen Einzelbetrieb bis zum etablierten stationären Händler, unterlaufen derzeit gezielt das bewährte Recyclingsystem für Elektrogeräte in der Schweiz. Ihr Trick ist so simpel wie effektiv: Sie verzichten beim Verkauf ihrer Geräte auf die Erhebung des sogenannten vorgezogenen Recyclingbeitrags (vRB). Damit senken sie ihre Preise künstlich und verschaffen sich einen direkten Wettbewerbsvorteil gegenüber ehrlichen Mitbewerbern.
Das Loch in der Kreislaufwirtschaft
Seit über 35 Jahren sorgt die Branchenorganisation SENS eRecycling dafür, dass Toaster, Waschmaschinen und Laptops fachgerecht entsorgt und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden. Das System basiert auf einem solidarischen Prinzip: Wer ein Gerät verkauft, zieht den vRB ein und finanziert damit die spätere Entsorgung mit.
«Das Modell funktioniert nur, wenn sich alle Marktteilnehmer beteiligen», betont Pasqual Zopp, Geschäftsführer von SENS eRecycling. Doch genau diese Solidarität wird nun von den «Trittbrettfahrern» mit Füssen getreten. Das Ergebnis: In der Kasse der SENS klafft jährlich ein Loch in Millionenhöhe.
Die Mär von der kostenlosen Rücknahme
Die Firmen, die sich dem System entziehen, rechtfertigen ihr Handeln oft damit, dass sie Altgeräte in ihren Läden ja kostenlos zurücknehmen würden. Doch Pasqual Zopp entlarvt dieses Argument als Vorwand: