Aufwertung für Dorfkern Neuhaus
Mitten in Neuhaus bietet sich Potential für eine zukünftige Entwicklung zu einem attraktiven Dorfkern. Das Areal im Kern von Neuhaus ist in der 2024 durch den Gemeinderat erlassenen Richtplanung als «Fokusgebiet» ausgeschieden. Daraus ergeben sich erhöhte Anforderungen an die bauliche Gestaltung.
Drei Teams, eine Aufgabe
Um eine überzeugende Grundlage für eine qualitative Weiterentwicklung zu erhalten, führten die Gemeinde und die Grundeigentümerschaften Blöchlinger AG und Bildstöckli AG eine Ideenstudie im Einladungsverfahren durch. Folgende Bearbeitungsteams wurden eingeladen, ihre Vision für die Weiterentwicklung des Dorfkerns von Neuhaus einzubringen:
- Architektur Rüegg, Eschenbach
- Atelier Corso, Zürich
- Atelier Void, Obstalden GL
Das Verfahren war in eine Zwischen- und eine Schlussbeurteilung gegliedert. Für die Beurteilung der Ideenstudien wurde folgendes Beurteilungsgremium eingesetzt:
| Sachgremium | Fachgremium |
| Cornel Aerne, Gemeindepräsident | Janine Vogelsang, Dipl. Architektin ETH SIA |
| Michael Scheiwiller, Blöchlinger AG | Robert Albertin, Dipl. Architekt FH SIA SWB FSU |
| Patrick Oertig, Bildstöckli AG | Simon Schöni, Landschaftsarchitekt FH BSLA SIA |
Zudem wurden weitere Experten ohne Stimmrecht in den Prozess eingebunden. Das Beurteilungsgremium beriet sich an der Schlussbeurteilung vom 18. Juni 2025 über die Ideenstudien und befand, dass die Ideenstudie des Bearbeitungsteams Atelier Corso die gestellte Aufgabe am besten erfülle.
Sensible Lösung für anspruchsvolle Ausgangslage
Die Ideenstudie von Atelier Corso begegnet der komplexen Ausgangslage mit einer klar verständlichen und räumlich feinfühligen Gesamtlösung. Die Planung nimmt die übergeordneten landschaftlichen und historischen Strukturen auf und verankert die angestrebte Innenentwicklung sensibel im gewachsenen Kontext des Dorfkerns.
Überzeugend ist die direkte Anbindung des neuen Quartiers an die neu gestaltete Bushaltestelle an der Rickenstrasse. Die historisch bedeutsame Kreuzung beim «Jakobseck» bleibt erhalten und wird durch gezielte Ergänzungen weiterentwickelt. Ebenfalls von Bedeutung ist der sorgfältige Umgang mit dem Kapellplatz und der Kapelle selbst, wobei der Kapellgarten konsequent von Bebauung frei-gehalten wird. Zudem weisen die vorgeschlagenen Gebäudetypologien unterschiedliche Charaktere auf und fügen sich dennoch zu einem stimmigen Ensemble zusammen.
Das zugrundeliegende Konzept ermöglicht eine Weiterentwicklung des Ortes entlang seiner bestehenden Qualitäten und Leitideen. Auch angrenzende Parzellen können von dieser robusten städtebaulichen Grundlage profitieren.
Von der Idee zur verbindlichen Grundlage
Im August 2025 beauftragten die drei Auftraggeberinnen das Siegerteam Atelier Corso, die Ideenstudie auf Basis der Schlussbeurteilung weiterzubearbeiten. Von September 2025 bis Februar 2026 wurde die Studie vertieft und weiterentwickelt. Die Ergebnisse wurden der Nachbarschaft am 29. April 2026 an einem Informationsabend vorgestellt.
Die weiterbearbeitete Ideenstudie gilt für spätere Baubewilligungsverfahren als bindend, ähnlich einem Richtprojekt eines Sondernutzungsplans. Aktuell finden Werkstattgespräche zur Qualitätssicherung statt. Dabei wird sichergestellt, dass die weitere Projektentwicklung die hohen städtebaulichen und gestalterischen Anforderungen erfüllt, die in der Ideenstudie definiert wurden.