Der Schwanensaal war gut gefüllt, die Stimmung offen und fast familiär. 58 Mitglieder nahmen an der GV teil. Dieser Aufmarsch zeigte: Tourismus ist in der Region längst mehr als Prospekte und Stadtpläne. Es geht um Lebensqualität, Identität und um die Frage, wie eine Region wachsen kann, ohne ihren Charme zu verlieren. Präsident Simon Elsener erinnerte zu Beginn an die Fusion von Verkehrsverein und Zürichsee Tourismus, deren Gründungsversammlung einst im Schloss stattfand. Dass man nun symbolisch wieder in historischem Ambiente zusammenkam, passte zum Abend: traditionsverbunden, aber mit klarem Blick nach vorne.
Vom Verkehrsverein zum Lebensraummanager
Der Tourismus habe sich verändert, erklärte Elsener. Früher sei man ein klassischer Verkehrsverein gewesen, heute betreibe man «Lebensraummanagement». Ein Begriff, der zunächst etwas sperrig klingt, in Rapperswil-Jona aber erstaunlich greifbar wird. Denn die Region lebt vom Zusammenspiel vieler Elemente: vom See, der Altstadt, der Gastronomie, den Schifffahrten, Wanderwegen, Hotels und Veranstaltungen. Vor allem aber lebt sie von Menschen, die Gästen ihre Heimat mit Stolz zeigen. Genau dieses Zusammenspiel wolle man fördern.
Elsener sprach von Nachhaltigkeit, von klug gelenkten Besucherströmen und von einem Gästemix, der von der Bevölkerung getragen werde. Das klingt nach Strategiepapier bekam im Saal aber Bodenhaftung. Etwa wenn er von neuen Schiffsverbindungen, regionalen Projekten oder Investitionen in Hotels und Infrastruktur sprach. Selbst der starke Franken wurde an diesem Abend nicht zum Stimmungskiller erklärt. Vielmehr sieht man internationale Chancen für die Region.