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Rapperswil-Jona
08.05.2026
09.05.2026 06:21 Uhr

Mehr als Rosen und Riviera

Bild: Markus Arnitz, Linth24
Rapperswil Zürichsee Tourismus zeigte an der Mitgliederversammlung im Schwanensaal, wie eng Lebensqualität, Gastfreundschaft und Zukunftsdenken zusammengehören.

Der Schwanensaal war gut gefüllt, die Stimmung offen und fast familiär. 58 Mitglieder nahmen an der GV teil. Dieser Aufmarsch zeigte: Tourismus ist in der Region längst mehr als Prospekte und Stadtpläne. Es geht um Lebensqualität, Identität und um die Frage, wie eine Region wachsen kann, ohne ihren Charme zu verlieren. Präsident Simon Elsener erinnerte zu Beginn an die Fusion von Verkehrsverein und Zürichsee Tourismus, deren Gründungsversammlung einst im Schloss stattfand. Dass man nun symbolisch wieder in historischem Ambiente zusammenkam, passte zum Abend: traditionsverbunden, aber mit klarem Blick nach vorne.

Vom Verkehrsverein zum Lebensraummanager

Der Tourismus habe sich verändert, erklärte Elsener. Früher sei man ein klassischer Verkehrsverein gewesen, heute betreibe man «Lebensraummanagement». Ein Begriff, der zunächst etwas sperrig klingt, in Rapperswil-Jona aber erstaunlich greifbar wird. Denn die Region lebt vom Zusammenspiel vieler Elemente: vom See, der Altstadt, der Gastronomie, den Schifffahrten, Wanderwegen, Hotels und Veranstaltungen. Vor allem aber lebt sie von Menschen, die Gästen ihre Heimat mit Stolz zeigen. Genau dieses Zusammenspiel wolle man fördern.

Elsener sprach von Nachhaltigkeit, von klug gelenkten Besucherströmen und von einem Gästemix, der von der Bevölkerung getragen werde. Das klingt nach Strategiepapier bekam im Saal aber Bodenhaftung. Etwa wenn er von neuen Schiffsverbindungen, regionalen Projekten oder Investitionen in Hotels und Infrastruktur sprach. Selbst der starke Franken wurde an diesem Abend nicht zum Stimmungskiller erklärt. Vielmehr sieht man internationale Chancen für die Region.

  • Simon Elsener, Präsident Rapperswil Zürichsee Tourismus Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Tobias Treichler Direktor Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Dido Geser Leiterin Partner Management & Unternehmenskommunikation Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Nina Rüegg Leiterin Marketing & Content Management Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Stefan Näf Leiter Project Management Office,Vizedirektor Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Hoher Besuch aus St. Moritz: Christian Jott Jenny Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Stefan Näf und Yolanda Fumagalli, Bezirksammann Ressort Präsidiales/Justiz Bild: Markus Arnitz, Linth24
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Wenn ein Flugzeug Rapperswil-Jona heisst

Besonders lebendig wurde der Abend dort, wo konkrete Projekte vorgestellt wurden. Elsener erzählte mit sichtbarer Freude davon, wie vor zweieinhalb Jahren tatsächlich ein SWISS-Flugzeug der auf den Namen «Rapperswil-Jona» getauft werden konnte. Kürzlich folgte ein Airbus der Edelweiss-Air mit dem Namen «Hoch-Ybrig». Hier geht es nicht nur um Werbung, sondern um Selbstbewusstsein einer Region, die sich national und international bemerkbar macht.

Digitale Sichtbarkeit 

Dido Geser machte deutlich, dass Ferien heute oft mit einem TikTok-Video oder einer KI-Anfrage beginnen. Der erste Eindruck entsteht längst digital. Auf Social Media erreichte die Region laut ihren Angaben rund zwölf Millionen Impressionen. Auch Ausstellungen im Schloss Rapperswil oder Wanderreportagen wurden gezielt online beworben. Die Tourismusregion präsentiert sich damit nicht mehr nur am Schalter, sondern genauso auf Bildschirmen weltweit. Oder wie man heute wohl sagen müsste: zwischen Smartphone, Web-Universum und Seepromenade.

Stadtführungen, Schoggi und Self-Checkout

Dass Tourismus auch ganz praktisch funktioniert, zeigte Stefan Näf . Im Visitor Center wurden im vergangenen Jahr Gutscheine im Wert von über 100'000 Franken verkauft. Stadtführungen liefen hervorragend, ebenso der Ticketverkauf für Schifffahrten und Grossanlässe wie das Seenachtfest oder das Rewind Festival. Im Shop gibt es inzwischen Holzkühe von Trauffer oder Souvenirs rund um den Kinderzoo. Und weil selbst touristische Herzlichkeit effizient organisiert werden muss, plant man 2026 eine Self-Checkout-Kasse. So bleibt den Mitarbeitenden mehr Zeit für persönliche Beratungen und vermutlich auch für die berühmte Zusatzfrage: «Händ Si hüt suscht no öppis Schöns vor?»

Die schönste Stadt der Schweiz

An diesem Abend blieb das Bild einer Region, die sich bewusst ist, was sie hat: hohe Lebensqualität, touristische Attraktivität und Menschen, die bereit sind, dafür gemeinsam zu arbeiten. Rapperswil-Jona ist und bleibt die schönste Stadt der Schweiz. Wir wissen das. Der Rest der Welt bald auch.

Markus Arnitz, Linth24
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