Die Vision ist gross. Zum Auftakt der Green City Days wurde in Rapperswil-Jona nicht einfach ein neues Festival eröffnet. Vielmehr geht es um eine Grundsatzfrage: Wie bleibt eine Stadt auch in Zukunft lebenswert? Zwischen Klimawandel, Verkehrsdruck und verdichteten Siedlungen rückte das Eröffnungsforum vor allem eines ins Zentrum: mehr Grün. Nicht als Dekoration, sondern als Überlebensstrategie für Städte. Christoph Kamber, Mitinitiant der Green City Days, sprach von einem gemeinsamen Wunsch nach einer lebenswerten Stadt. Genau dort wolle man die Diskussion starten. Offen, breit abgestützt und ohne moralischen Zeigefinger. Der Ansatz des Festivals: Lust aufs Mitgestalten statt Verzichtsrhetorik.
Heisse Nächte
Deutlich wurde am Eröffnungsabend auch, wie ernst die Ausgangslage inzwischen ist. Moderatorin Bettina Walch erinnerte daran, dass sich die Schweiz bereits um rund 2,9 Grad erwärmt habe. Sollte die globale Temperatur um drei Grad steigen, wären in der Schweiz laut Fachleuten sogar fünf Grad möglich. Für Prof. Stefanie Graf von der OST ist deshalb klar: «Wir müssen unsere Städte vom Grün her denken.» Pflanzen würden nicht nur die Luft verbessern, sondern ganze Quartiere abkühlen. Gerade in Tropennächten könne der Temperaturunterschied zwischen begrünten und versiegelten Flächen bis zu zehn Grad betragen. Dass dabei auch die Raumplanung entscheidend ist, wurde mehrfach betont. Windkorridore, offene Freiräume und entsiegelte Flächen seien künftig keine romantischen Extras mehr, sondern Teil einer funktionierenden Stadtentwicklung.