Wie Recherchen ergaben, tauchte der Name von Patrick Fischer im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen eine kriminelle Gruppierung in Graubünden auf. Diese soll während der Pandemie Impfungen organisiert und gefälschte Covid-Zertifikate vermittelt haben. Demnach stellten Ärzte gegen Geld ihre Unterschrift zur Verfügung, obwohl keine Impfung erfolgt war.
Weitergabe nach Luzern
Da Fischer im Kanton Luzern wohnhaft ist, wurde das Verfahren später an die Luzerner Staatsanwaltschaft übergeben. Diese verurteilte den damaligen Eishockey-Nationaltrainer per Strafbefehl wegen Urkundenfälschung.
Staatsanwaltschaft begründet Herausgabe
Brisant bleibt die Frage, weshalb der drei Jahre alte Strafbefehl später an einen SRF-Journalisten herausgegeben wurde. Die Luzerner Staatsanwaltschaft beruft sich dabei auf den Grundsatz der Justizöffentlichkeit. Das öffentliche Interesse habe gegenüber Fischers Anspruch auf Geheimhaltung überwogen.
Entscheidend sei laut Behörde die prominente Stellung Fischers gewesen – sowohl zum Zeitpunkt der Tat als auch bei der Medienanfrage. Zudem habe das Delikt einen direkten Bezug zu seiner Funktion als Nationaltrainer gehabt.
Fischer nicht angehört
Bemerkenswert: Fischer wurde vor der Herausgabe des Strafbefehls nicht angehört. Als rechtskräftig verurteilte Person habe er keinen Anspruch auf rechtliches Gehör gehabt, so die Staatsanwaltschaft.