Rund 900 Tonnen Schafwolle fallen in der Schweiz pro Jahr an. Das ist eine beachtliche Menge. Während Wolle vor der Erfindung von Kunstfasern ein wertvoller Rohstoff war, galt sie danach lange Zeit als Abfall. Heute erlebt sie ein Revival: Innovative Unternehmen finden neue Wege, wie sich Schafwolle sinnvoll einsetzen lässt. Mit dem Trend zum nachhaltigen Bauen rückt sie auch als Dämmstoff wieder in den Fokus.
Regionale Produktion
Rund 300 Tonnen Wolle übernimmt die Fisolan AG in Worb jährlich. Im Frühling und Herbst können die Bauern und Bäuerinnen die Wolle an regionalen Sammelstellen abgeben oder direkt nach Worb bringen. Dort wird sie zu Dämmplatten, Fugenzöpfen und weiteren Isolationsmaterialien verarbeitet.
«Schafwolle ist eines der natürlichsten Materialien zur Isolation von Gebäuden und Wohnraum», sagt Geschäftsführer Niklaus Sägesser. 2012 gründete er die Firma mit dem Ziel, Schweizer Wolle zu sammeln, aufzubereiten und als natürliches Hightechprodukt am Markt zu positionieren.
In Worb selbst werden hauptsächlich Fugenzöpfe aus der Wolle hergestellt – eine natürliche Alternative zum Bauschaum. Sie eignen sich zum Abdichten von Fugen bei Fenstern und Türrahmen.
Die Dämmplatten aus 100 Prozent Schweizer Schafwolle werden bei verschiedenen Partnern in der Schweiz nach dem Rezept der Fisolan hergestellt.