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Eishockey
06.04.2026
07.04.2026 06:12 Uhr

Der ZSC schlägt zurück

Die ZSC-Fans in Feierlaune. In der heimischen Arena sind die Lions eine Macht.
Die ZSC-Fans in Feierlaune. In der heimischen Arena sind die Lions eine Macht. Bild: zVfg
Titelverteidiger ZSC gleicht die Halbfinalserie gegen den HC Davos zum 1:1 aus. Dank der meisterlichen Heimstärke und zwei Toren im Schlussdrittel gewinnen die Zürcher 3:1.

Die ZSC Lions starten mit Überzeugung und einer klaren Botschaft: In Zürich, wo das Heimteam in den Play-offs seit 19 Partien und über drei Jahren ungeschlagen ist, gilt ein anderes Gesetz als in Davos. Doch die erste Druckwelle verfliegt – und allmählich übernehmen die Bündner das Kommando. Der HC Davos wirkt abgeklärt, diszipliniert, fast stoisch. Fehler? Werden konsequent vermieden. Risiken? Kaum vorhanden.

Die Lions auf der Suche

Die Zürcher rennen, kämpfen, arbeiten – aber sie finden zunächst keinen Durchbruch. Topskorer Denis Malgin bleibt, wie schon in Spiel 1, im Davoser Netz aus Stöcken und Körpern hängen. Bemüht, präsent, doch ohne Wirkung. Klare Torchancen? Fehlanzeige.

Die Arena wartet

Es ist ein Drittel mit Tempo, mit Intensität, mit Playoff-Härte – aber ohne die grossen Momente. Leichte Vorteile für Davos, das Spiel unter Kontrolle, die Lions noch auf der Suche nach dem Schlüssel. Die Swiss Life Arena wartet – und Zürich muss zulegen.

Zürcher Führung

Und der ZSC kommt mit Druck aus der Kabine, übernimmt das Spieldiktat und wird belohnt. In der 25. Minute trifft Balcers zur verdienten Führung. Die Lions setzen nach, haben Chancen auf den zweiten Treffer. Mehrere gute Möglichkeiten liegen in der Luft – doch der Meister verpasst es, klare Verhältnisse zu schaffen.

Wechselfehler vor Ausgleich

Und dann bringt ein Wechselfehler Unruhe ins ZSC-Spiel. Davos wittert seine Chance – und nutzt sie eiskalt. In der 33. Minute lenkt Frehner vor Hrubec ab, zwischen den Schonern des Tschechen, hinein ins Zürcher Herz. 1:1 – plötzlich ist alles wieder offen.

Die Lions geraten ins Wanken. Eine weitere Strafe, verlorener Rhythmus, hektische Minuten. Der HCD übernimmt die Kontrolle, schnürt Zürich phasenweise ein. Immerhin: Die Lions überstehen die heikle Phase ohne weiteren Schaden.

Baltisberger mit dem Gamewinner

Und im Schlussdrittel nehmen die Zürcher das Herz in die Hände - und zeigen ihre bisher beste Phase in diesem Halbfinal. Sie drängen die Bündner resolut in die Rückwärtsbewegung und werden in der 46. Minute mit dem 2:1 durch Chris Baltisberger belohnt. Es ist bereits der dritte Halbfinal-Treffer des Viertlinienstürmers - ein Hinweis, dass die Lions weiterhin über meisterliche Breite verfügen.

Und auch für das siegsichernde 3:1 ist nicht einer der grossen Stars verantwortlich - sondern Vinzenz Rohrer, der einmal mehr seinen immensen Wert unterstreicht. Die Davoser versuchen zwar nochmals alles - und streben den zweiten Treffer in der Schlussphase mit sechs Feldspielern an. Doch ZSC-Goalie Hrubec lässt sich nicht mehr bezwingen.

Zürcher Heimstärke

Damit ist der ZSC zurück im Geschäft - und unterstreicht seine beeindruckende Stärke in den eigenen vier Wänden. Auch das könnte dem HC Davos zu denken geben, der am Mittwoch im Landwassertal nun seinerseits unter einem gewissen Zugzwang steht.

Telegramm

ZSC Lions – HC Davos 3:1 (0:0, 1:1, 2:0)

Swiss Life Arena, Zürich Altstetten
12'000 Zuschauer (ausverkauft).

Schiedsrichter: Piechaczek (GER)/Lemelin (USA), Bürgy/Cattaneo.

Tore: 25. Balcers (Frödén/Powerplaytor) 1:0. 33. Frehner (Andersson/Powerplaytor) 1:1. 46. Baltisberger (Kukan) 2:1. 54. Rohrer 3:1.

Strafen: je 5-mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: Malgin; Stránský.

ZSC Lions: Hrubec; Kukan, Lehtonen; Weber, Marti; Trutmann, Geering; Schwendeler; Balcers, Malgin, Schreiber; Frödén, Lammikko, Denis Hollenstein; Rohrer, Grant, Riedi; Baltisberger, Sigrist, Baechler; Gruber.

HC Davos: Aeschlimann; Frick, Dahlbeck; Andersson, Jung; Fora, Barandun; Guebey, Gross; Stránský, Ryfors, Tambellini; Aebli, Asplund, Zadina; Frehner, Waidacher, Kessler; Knak, Egli, Parrée.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Andrighetto, Bader (beide verletzt) und Sundström (überzähliger Ausländer), HC Davos ohne Corvi, Gredig, Luca Hollenstein, Nussbaumer (alle verletzt), Claesson, Lemieux und Taponen (alle überzählige Ausländer). Davos ab 57:29 ohne Torhüter.

Thomas Renggli
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