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Leserbrief
Kanton
05.03.2026
05.03.2026 15:05 Uhr

Kanton SG: Mit Extrawurst bei E-Autos Steuern eintreiben

Steve Tollhupp (l.) schreibt über die neue Berechnung der Motorfahrzeugsteuer im Kanton St.Gallen.
Steve Tollhupp (l.) schreibt über die neue Berechnung der Motorfahrzeugsteuer im Kanton St.Gallen. Bild: Steve Tollhupp
Linth24-Leser Steve Tollhupp kritisiert die Berechnung der Autosteuern im Kanton St.Gallen. Mit einer speziellen Rechnungsgrundlage würden gezielt höhere Steuern erhoben.

Im Kanton St.Gallen werden Autos neu besteuert. Es zählt neben dem Gesamtgewicht auch die Motorleistung. Auch Elektrofahrzeuge sind steuerpflichtig. Die Abgabe beträgt 182 Franken pro 1'000 Kilogramm sowie 1,27 Franken pro Kilowatt. Ziel ist, neben Strassenschäden auch mögliche Personenschäden zu berücksichtigen. Stein des Anstosses ist die bei E-Autos die sogenannten Peakleistung – also jene Maximalleistung, die ein Elektromotor während rund 30 Sekunden abrufen kann.

Steve Tollhupp schreibt:

«Ich möchte zum Artikel zu der neuen Motorfahrzeugsteuer-Berechnung Folgendes ergänzen: Das Problem ist grundsätzlich nicht, dass für ein E-Auto Steuern bezahlt werden müssen. Das Problem in St.Gallen ist, dass für die Berechnung ganz anders als im restlichen Europa und in einigen anderen Schweizer Kantonen die Peakleistung des E-Autos herangezogen wird und nicht die Nennleistung.

Die Peakleistung ist die Leistung über 30 Sekunden, die Nennleistung ist die sogenannte Dauerleistung, gemessen über 30 Minuten. Für den Betrieb eines Stromer-Autos ist natürlich die Nennleistung massgeblich.

Die Peakleistung ist bei E-Autos aufgrund der E-Motoren natürlich signifikant höher. Und offensichtlich wird diese im Kanton St.Gallen genutzt, um grundlos mehr Steuern einzutreiben.

Leider wird so im Kanton so Kasse gemacht. Fast jedes Elektroauto, das für eine Familie geeignet ist, fällt in die Energieeffizienzklasse C und erhält bei der Steuer weder Bonus noch Malus. Damit schiesst sich der Kanton ins eigene Knie, denn viele Familien-E-Autos zahlen so massiv mehr Steuern, obwohl sie, egal wie viel Leistung sie haben, praktisch emissionsfrei unterwegs sind. Der Anreiz, auf einen Stromer umzusteigen, entfällt damit komplett.

Nur ein kurzes Beispiel: Unser früherer Skoda Kodiaq kostete im Jahr 2026 rund 650 Franken Steuern. Für unseren Smart #5 bezahlen wir dagegen fast 1'200 Franken. Mit den rund 650 Franken, die ich jetzt mehr bezahle, könnte ich bei den aktuellen Strompreisen in Vilters mit dem Smart fast 12'000 Kilometer fahren, also annähernd neun Monate. Das ist doch unglaublich. Und so will man die Emissionsziele erreichen?»

Steve Tollhupp, Vilters
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