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Rapperswil-Jona
18.02.2026
19.02.2026 12:11 Uhr

Heer startet in zweites Abenteuer

Oliver Heer hat in der Kempratner Bucht das Segeln gelernt, nun will er die Weltmeere zum zweiten Mal bezwingen. (Archivbild)
Oliver Heer hat in der Kempratner Bucht das Segeln gelernt, nun will er die Weltmeere zum zweiten Mal bezwingen. (Archivbild) Bild: Thomas Hulliger
Oliver Heer, Profi-Segler aus Rapperswil-Jona, startet die Vendée-Globe-Kampagne 2028: Mit modernem Foiling-IMOCA, neuem Team in Grossbritannien und Schweizer Partnern.

Ein Jahr ist vergangen, seit der aus Rapperswil-Jona stammende Hochseesegler Oliver Heer Geschichte schrieb. Als erster deutschsprachiger Schweizer beendete er die legendäre Vendée Globe, allein, nonstop um die Welt, 99 Tage auf See. Nun schlägt der Skipper des Yachtclub Rapperswil ein neues Kapitel auf: Oliver Heer Ocean Racing startet offiziell die Kampagne für die Vendée Globe 2028. Grösser, professioneller und ambitionierter als je zuvor. 

Klarer Entwicklungsschritt

Der Kampagnenstart, der am 17. Februar 2026 im britischen Gosport kommuniziert wurde, markiert einen klaren Entwicklungsschritt. Die Erfahrungen der ersten Teilnahme fliessen nun in eine strukturierte Hochleistungskampagne ein. Ziel ist es, auf internationalem Spitzenniveau mitzusegeln und Schweizer Entschlossenheit im professionellen Offshore-Sport sichtbar zu machen.

Hauptstandort in Grossbritannien

Die Basis steht: Ein modernes Foiling-IMOCA-Rennboot ist gesichert, das Team wächst, und der neue Hauptstandort befindet sich in Grossbritannien, jenem Land, in dem Heer über ein Jahrzehnt seine Profikarriere aufgebaut hat. Auch beim Sponsoring beschreitet das Team neue Wege. Statt eines klassischen Titelsponsors setzt man auf ein Partner-Modell. Mehrere Gründungspartner sind bereits an Bord, weitere Unternehmen können sich der Reise Richtung 2028 anschliessen.

Unterstützung durch Schweizer Partner

Mit der Bossard Gruppe und Burgerstein Vitamine haben zwei Schweizer Partner ihre Unterstützung bestätigt. Bossard wirkt als technischer Partner und bringt seine Expertise bei Befestigungs- und Verbindungslösungen ein. Die Rapperswiler Firma Burgerstein Vitamine führt die Zusammenarbeit fort und baut auf der erfolgreichen Initiative «Tut gut» der letzten Kampagne auf.

Extreme Geschwindigkeit

Sportlich setzt Heer auf modernste Technologie: Das übernommene IMOCA-Boot mit Tragflügeln – zuvor von der Schweizerin Justine Mettraux gesegelt und bei der Vendée Globe 2024 auf Rang acht klassiert, ist auf extreme Geschwindigkeit ausgelegt. Der Umstieg auf ein Foiling-Boot gleicht dem Wechsel vom Sportwagen ins Formel-1-Cockpit: faszinierend, kompromisslos und mit völlig neuen Anforderungen an Vorbereitung und Präzision.

Derzeit wird die Yacht im französischen Lorient umfassend überholt. Trainings und Tests folgen in Frankreich, bevor das Boot nach Grossbritannien überführt und weiter optimiert wird.

Der erste sportliche Prüfstein steht bereits fest: The Ocean Race Atlantic, ein neues transatlantisches IMOCA-Rennen mit Crew, startet am 1. September in New York mit Ziel Europa. Für Heer bietet sich hier die erste Standortbestimmung gegen internationale Spitzenkonkurrenz.

Der Anfang von etwas Neuem

Für den Skipper ist klar: Das Überqueren der Ziellinie seiner ersten Vendée Globe war nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem. In den vergangenen zwölf Monaten wurden Strukturen geschaffen, Partner gewonnen und ein leistungsorientiertes Setup aufgebaut – mit einem klaren Ziel: eine konkurrenzfähige Kampagne für 2028. 

Unter dem Leitgedanken «Embrace The Challenge» verbindet das Projekt sportliche Höchstleistung mit mentaler Stärke. Inspiriert von 99 Tagen allein auf See zeigt die Initiative, wie Menschen mit Unsicherheit umgehen und in Extremsituationen ihr Bestes abrufen können. In Zusammenarbeit mit Mental-Performance-Experte Prof. Dr. Wolfgang Jenewein wird vermittelt, dass nachhaltiger Erfolg auf einer erlernbaren Denkweise basiert.

Vom Abenteuer- in den Leistungsmodus

Weniger als drei Jahre vor dem Start der nächsten Vendée Globe wechselt Oliver Heer Ocean Racing endgültig vom Abenteuer- in den Leistungsmodus. Die Vorbereitung auf den «Everest der Meere» hat begonnen, und die Region Rapperswil segelt wieder mit.
 
www.oliverheer.com

Thomas Hulliger
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